| Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU)

Arbeits- und Gesundheitsschutz ungenügend

Auch in kleinen Unternehmen können hohe Gesundheitsrisiken vorhanden sein
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Fast die Hälfte aller europäischen Arbeitskräfte ist in Kleinst- oder Kleinunternehmen (KKU) beschäftigt. Diese Betriebe machen fast 99 % der Unternehmen in Europa aus. Was allerdings Sorge bereitet, ist der mangelhafte Umgang mit dem Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in diesen Unternehmen. Woran liegt's?

Studien in Deutschland belegen, dass ein aktives Gesundheitsmanagement fast nur in Unternehmen ab 250 Beschäftigten eine Rolle spielt. Nur 27 % der Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern investiert in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. 30 % der Kleinst- oder Kleinunternehmen führen keine regelmäßige Gefährdungsbeurteilung durch.

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Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU): Arbeits- und Gesundheitsschutz ungenügend

Befragungen zeigen, dass die Kleinst- und Kleinunternehmen aus unterschiedlichen Gründen in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz überfordert sind. Typische Ursachen fürs "Nichtstun" sind:

  • die Kenntnisse des geschäftsführenden Inhabers über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sind begrenzt,
  • die einschlägigen gesetzlichen Vorgaben sind nicht bekannt,
  • das Wissen über die Wirksamkeit von präventiven Maßnahmen fehlen oder sind lückenhaft,
  • die Fähigkeit zu einem systematischen Vorgehen ist beschränkt,
  • die erforderliche Infrastruktur fehlt,
  • die verfügbaren Ressourcen sind begrenzt,
  • die Sorge um das wirtschaftliche Überleben des Betriebs hat eine höhere Priorität.

Hilfestellungen in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz für Kleinst- und Kleinunternehmen

Wer sich nur wenig auskennt, der braucht eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat deshalb extra für KKU Arbeitshilfen entwickelt.

So lässt sich z. B. mit OiRA (Online Interactive Risk Assessment) online und interaktiv eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Mehr Informationen zu OiRA und weitere Hilfestellungen bietet die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Bei einer Veranstaltung am 28. Juni 2016 der EU-OSHA stand die Frage im Mittelpunkt, wie sichergestellt werden kann, dass die Arbeitsplätze in Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU) sicher, gesund und produktiv sind.

Schlagworte zum Thema:  Kleine Unternehmen, Kleinunternehmen, Kleinstbetrieb, Kleinunternehmer, Kleinbetrieb, KMU

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