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Liquidität

Bild: Haufe Online Redaktion

Liquidität bedeutet in der Unternehmensfinanzierung die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen zu jedem Zeitpunkt fristgerecht nachzukommen. Die Liquiditätsplanung spielt in der Finanzplanung eines Unternehmens daher eine wichtige Rolle.

Eine unzureichende Liquiditätsplanung ist neben einer zu geringen Eigenkapitalquote eine der häufigsten Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen. Oft tritt die Zahlungsunfähigkeit für Firmenchefs überraschend ein, weil es am notwendigen Überblick über die Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge fehlt.



Strategische Liquiditätsplanung

Grundsätzlich benötigt ein Unternehmen eine strategische Liquiditätsplanung, die einen Überblick über eingehende und ausgehende Zahlungsströme liefert. Die Liquiditätsplanung ist neben der Liquiditätskontrolle die Hauptaufgabe des Controllings in Zusammenhang mit der Liquidität und wird regelmäßig mit der kurzfristigen Finanzplanung gleichgesetzt. Das Ziel der Liquiditätsplanung ist, die ständige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Die Gewährleistung von Liquidität setzt eine tagesgenaue Planung der zukünftigen Ein- und Auszahlungen voraus. Eine solche Planung ist regelmäßig nur für einen kurzen Zeitraum, oftmals nur für wenige Tage ausreichend genau möglich. Daher muss die Liquiditätsplanung in die mittel- und langfristige Finanzplanung eingebettet werden. Dadurch fließen auch die grundlegenden Relationen von Finanzmittelbeschaffung und Finanzmittelherkunft (Kapitalbedarfsplanung) in die Liquiditätsplanung ein. Bei der mittel- und langfristigen Finanzplanung werden als Planungseinheiten häufig die Woche, der Monat oder ein Zeitraum von zehn Tagen verwendet.

Als Planungsinstrumente der Liquiditätsplanung dienen in der Regel der tägliche Liquiditätsstatus, der der Ermittlung der aktuellen Zahlungsfähigkeit dient und regelmäßig um die taggenaue Liquiditätsvorschau ergänzt wird, sowie der unterjährige Finanzplan.

Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Liquidität

Kurzfristige Liquiditätsengpässe lassen sich am besten mit Hilfe der Verlängerung oder Erhöhung der Kreditlinien bei der Hausbank vermeiden. Dies kann aber kein Ersatz für die strategische Liquiditätsplanung sein.

Auf der Einnahmenseite lässt sich die Firmenkasse am besten über ein straffes Forderungsmanagement besser füllen. Dabei geht es vor allem darum, Zahlungsziele zu verkürzen, den Kunden Skonti als Anreiz zum schnelleren Bezahlen zu geben, kundenbezogene Kreditlimits einzuführen und säumige Zahler mit Mahnungen oder Inkassoankündigungen zum schnelleren Begleichen von Rechnungen zu bewegen.

Umgekehrt gilt es bei Verbindlichkeiten, Zahlungsfristen zu verlängern und unter Liquiditätsaspekten zu prüfen, ob Skonti wirklich genutzt werden sollen. Ein weiteres wichtiges Instrument zur Verbesserung der Liquidität eines Unternehmens ist das Working-Capital-Management. Dabei geht es vor allem um die Verringerung der Kapitalbindung bei den Vorräten in den Lagern, eine flexible Anpassung von Bestellmengen, eine Konzentration auf wenige Lieferanten und eine Reduzierung von Halbfabrikaten.