| Unternehmensinsolvenzen vorbeugen

Ausgewählte Kennzahlen als Frühwarnindikatoren einsetzen

Bild: Image Source/F1online

Nach Angaben der Wirtschaftsauskunfteien Creditreform und Bürgel gab es 2013 „nur“ noch rund 26.400 Firmenpleiten; ein Rückgang um etwa 10 % gegenüber dem Vorjahr und der vierte Rückgang in Folge. Dennoch eine erschreckend hohe Zahl.

Um nicht Gefahr zu laufen, selbst in eine kritische Lage zu kommen, sollte sich jedes Unternehmen die Frage stellen, wie es mögliche Bedrohungen frühzeitig erkennen und einer potenziellen Krise vorbeugen kann. Anhand ausgewählter Kennzahlen und Indikatoren lässt sich das Gefährdungspotenzial reduzieren.

Eine kritische Lage für ein Unternehmen entsteht nie über Nacht, sondern über einen längeren Zeitraum; oft über Jahre. Genug Zeit also, sich darum zu kümmern, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen, damit eine Krise vermieden oder die Folgen einer negativen Entwicklung begrenzt werden kann.

Eine Krise bahnt sich über längere Zeit an
Oft tragen Versäumnisse oder Fehler bei der langfristigen Unternehmensentwicklung zu einer Krise bei, wenn z. B. Themen wie Produktentwicklung, Mitarbeiterqualifikation, Kundenakquise oder -pflege vernachlässigt werden. In der ersten Phase einer Krise machen sich die Auswirkungen weder bei Umsatz, Gewinn noch Liquidität bemerkbar. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wie eine sich anbahnende Krise dann überhaupt zu erkennen ist. Und natürlich, was man unternehmen kann, um sie zu vermeiden oder abzuschwächen.

Ausgewählte Frühwarnindikatoren und -kennzahlen
Wichtig bei der Arbeit mit Frühwarnindikatoren ist, dass nicht nur mit klassischen finanziellen Kenngrößen zur (Risiko-)Bewertung gearbeitet wird, etwa Eigen-/ Fremdkapitalanteil, Kapitalumschlaghäufigkeit, Cashflow, Schuldentilgungsdauer, Forderungsausfallquote oder Zahlungsverzögerungen. Vielmehr sollten weitere Kennzahlen gebildet und deren Entwicklung analysiert werden, um einen möglichst vollständigen Überblick zu erhalten.

Auf klassische Frühwarnindikatoren im Finanzbereich wird im weiteren Verlauf nicht eingegangen, da diese Controllern weitgehend bekannt sein sollten. Für die weiter führende Analyse kommen u. a. die in der Übersicht dargestellten Größen in Betracht, wobei die vorgeschlagenen Formeln je nach Betrieb und Anforderungen unterschiedlich gestaltet werden können.

Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit, sondern dient vor allem der Anregung und Orientierung, um ein besseres Gespür für vorhandene bzw. latente Risiken und Möglichkeiten der Gegensteuerung zu bekommen. Entsprechend können aus der Übersicht Kennzahlen gewählt oder neue, ggf. für den eigenen Betrieb noch besser geeignete Kenngrößen erstellt werden.

Schlagworte zum Thema:  Kennzahl, Liquidität, Risikomanagement

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