DRSC: Änderungen bei Kapitalflussrechnung durch E-DRÄS 13

Mit dem E-DRÄS 13 werden vom DRSC Änderungen an den Rechnungslegungsstandards zum Konzernlagebericht und zur Kapitalflussrechnung vorgeschlagen.

Das Deutsche Rechnungslegung Standards Committee (DRSC) hat am 6.1.2023 die Konsultation des Entwurfs des Deutschen Rechnungslegungs Änderungsstandards Nr. 13 (E-DRÄS 13) veröffentlicht, mit dem Änderungen an den Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) 20 Konzernlagebericht und DRS 21 Kapitalflussrechnung vorgenommen werden sollen.

Änderungen bei den Regelungen zur Kapitalflussrechnung

Es werden inhaltliche Änderungen an den Regelungen zur Kapitalflussrechnung vorgeschlagen, die aus Anwenderfragen zum DRS 21 sowie aus Unklarheiten in diesem Standard resultieren. Daher wird insbesondere vorgeschlagen, DRS 21 um Regelungen zu den folgenden Themenbereichen zu ergänzen:

  • Ausweis von Einzahlungen (bzw. Auszahlungen) aus erhaltenen (bzw. gewährten) Zuwendungen und Zuschüssen in der Kapitalflussrechnung des Zuschussempfängers (bzw. des Zuschussgebers) grundsätzlich bei Ertrags- und Aufwandszuschüssen jeweils zum Cashflow aus operativer Tätigkeit, bei Investitionszuschüssen zum Cashflow aus Investitionstätigkeit (DRS 21.45a-E ff.); Einzahlungen aus erhaltenen, unbedingt rückzahlbaren Zuschüssen sind dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen (DRS 21.49-E),
  • grundsätzlich keine Einbeziehung von Cash-Pool-Forderungen (bzw. Cash-Pool-Verbindlichkeiten) in den Finanzmittelfonds nach DRS 21 (DRS 21.33a-E), einschließlich der damit verbundenen Fragestellung des Ausweises von Zahlungsströmen aus der Veränderung von Cash-Pool-Forderungen (bzw. Cash-Pool-Verbindlichkeiten), die dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zugeordnet werden sollen (DRS 21.49b-E) sowie
  • Ausweis von Zahlungsströmen im Zusammenhang mit der Veränderung des Konsolidierungskreises in Bezug auf den übernommenen (bzw. veräußerten) Finanzmittelfonds.

Kapitalflussrechnung: Auswirkungen der Änderungen

Die Kapitalflussrechnung ist nach § 297 HGB verpflichtender Teil des Konzernabschlusses sowie nach DRS 20 auch – zumindest in verkürzter Form – zur Beschreibung der Finanz- und Liquiditätslage im Lagebericht auf Einzelunternehmensebene notwendig, weshalb einerseits die vorgeschlagenen Änderungen, die nach dem Vorschlag bereits im Geschäftsjahr 2023 zur Anwendung kommen sollen (DRS 21.55b-E), relevant sind für die Rechnungslegung. Zum anderen könnten die Änderungen auch zu einer Veränderung des operativen Cashflows führen, der als Kennzahl in vielen Steuerungs- und Anreizsystemen enthalten ist.

Geltungsbereich des DRS 20 und DRS 21 soll ausgeweitet werden

Weiterhin wird der Vorschlag unterbreitet, den Geltungsbereich der branchenspezifischen Anlagen des DRS 20 und DRS 21 auf die Wertpapierinstitute, Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute sowie auf Pensionsfonds auszuweiten. Bislang sind Wertpapierinstitute, Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute nicht Gegenstand der branchenspezifischen Konkretisierungen für die Risikoberichterstattung (Anlage 1 des DRS 20) und für die Kapitalflussrechnung (Anlage 2 des DRS 21), obwohl diese in § 340 HGB explizit genannt werden. Ebenso sind Pensionsfonds bislang nicht im Geltungsbereich der Anlage 2 des DRS 20 bzw. der Anlage 3 des DRS 21 enthalten. Dies führt zu zahlreichen eher formalen Anpassungen an verschiedenen Stellen der Standards.

Hintergrund: Konkretisierungen des HGB durch DRS

Das DRSC hat nach § 342 Abs. 1 HGB u. a. die Aufgabe, Rechnungslegungsempfehlungen zu geben, die die oft im HGB sehr kurzen prinzipienorientierten Regelungen konkretisieren. Mit der Bekanntmachung durch das Ministerium für Justiz kommt einem DRS oder einem DRÄS die Vermutung zu, dass eine Beachtung zur Erfüllung der Vorgaben der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) für den Konzern führt.

Stellungnahmen zu E-DRÄS 13 sind möglich bis zum 28.4.2023 an die Adresse info@drsc.de. 

Der 19-seitige E-DRÄS 13 ist hier abrufbar.


Schlagworte zum Thema:  DRSC, Finanzierung, Liquidität