Neufassung der GoBD zunächst zurückgezogen

Das BMF hatte im Juli 2019 die geänderten Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht. Auf Anfrage hat das BMF (Bürgerforum) nunmehr verlauten lassen: "Maßgeblich sind die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) vom 14. November 2014, veröffentlicht im Bundessteuerblatt (BStBl) I 2014 S. 1450. Da weiterer Abstimmungsbedarf besteht, wurde die im Juli auf der Internetseite des BMF veröffentlichte Folgeversion der GoBD wieder entfernt."

Die im Folgenden beschriebenen Erleichterungen gelten also zunächst noch nicht.

Im Jahr 2014 hat das BMF durch Schreiben vom 14.11.2014 (IV A 4 – S 0316/13/1003, Haufe Index 7480464) umfangreiche Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht, die die bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Grundsätze ersetzt haben.

GoBD schaffen Klarheit 

Bei allen Schwächen in Detail wurden die GoBD begrüßt, da durch diese eine gewissen Klarheit über die Anforderungen geschaffen wurde, die Steuerpflichtige zu erfüllen haben, wenn sie ihre Buchführung – wie heute nahezu durchgängig üblich – in elektronischer Form durchführen. Zudem betrifft das Schreiben auch die immer wichtigere Aufbewahrung der Bücher und Aufzeichnungen in elektronischer Form und verschiedene andere Aspekte einer digitalisierten Buchführung. Steuerpflichtige und ihre steuerlichen Berater müssen deshalb immer wieder prüfen, ob die Anforderungen der GoBD im Einzelfall eingehalten werden. Sonst drohen spätestens im Rahmen der nächsten steuerlichen Außenprüfung Probleme.  

Neufassung ersetzt frühere GoBD 

Die GoBD vom 14.11.2014 sind jetzt durch eine Neufassung ersetzt worden, die mit Datum vom 11.7.2019 veröffentlicht wurde. Das neue BMF-Schreiben gilt hierbei für Besteuerungszeiträume, die nach dem 31.12.2019 enden. Es wird aber nicht beanstandet, wenn ein Steuerpflichtiger bereits auf frühere Besteuerungszeiträume eine Anwendung wünscht.

Die jetzt vorgenommenen Änderungen der GoBD sind nur punktuell. Die Struktur des Schreibens und die Randziffern sind unverändert. Ein Inhaltsverzeichnis erleichtert dabei die Arbeit mit den GoBD. Wünschenswert wäre es allerdings gewesen, wenn das BMF in der auf der Homepage veröffentlichten Fassung die Neuerungen kenntlich gemacht hätte, etwa durch einen Fettdruck, wie dies in manchen Fällen ja auch durchaus geschieht. Insofern ist es nicht immer leicht, die neuen Regelungen zu erkennen.

> Kapitel 2: Vollständige und zeitnahe Aufzeichnungen

BMF, Schreiben v. 11.7.2019, IV A 4 - S 0316/19/10003 :001, Veröffentlichung vom 18.7.2019 zunächst zurückgezogen

Schlagworte zum Thema:  GoBD, Abgabenordnung