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Psychische Belastung

Psychische Belastung

Psychische Belastung ist die Antriebskraft für die menschliche Entwicklung. Denn psychische Belastungen sind die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch (seelisch) auf ihn einwirken (DIN EN ISO 10075) – nicht zu verwechseln mit den Begriffen „psychische Erkrankungen“ und „Stress“. Psychische Belastungen sind ein normaler, aber zugleich auch wichtiger Bestandteil des Lebens – auch am Arbeitsplatz. Einflüsse, die aus der Arbeit von außen auf die Psyche des Menschen einwirken, sind beispielsweise die Arbeitsaufgabe, die Arbeitsumgebung oder der unmittelbare Arbeitsplatz selbst.

Für Unternehmen gilt, dass in psychischen Belastungen steckende Potenzial zu nutzen, um persönlichkeitsförderliche Beanspruchung zu bewirken. Zusätzlich sollten sie die aus den Arbeitsbedingungen ergebenden psychischen Belastungen so gestalten, dass Fehlbeanspruchung vermieden werden kann. Nur so lässt sich die Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz langfristig sicherstellen. Die psychische Beanspruchung steht für die unmittelbare Auswirkung der psychischen Belastung auf den inneren Zustand eines Menschen.

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Die Gefährdungsbeurteilung ist eine arbeitsschutzgesetzliche Pflicht. Ziel ist es, Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren wie psychischen Belastungen vorzubeugen. Bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist es wichtig, die äußeren Einflüsse in legitime Belastung und Fehlbelastung zu unterscheiden. Denn Belastungen können nicht nur schädlich, sondern auch anregend wirken. Zusätzlich beschreibt die Gefährdungsbeurteilung ausschließlich psychischen Belastungen, die aus der Arbeit entstehen – keine individuellen psychischen Probleme.


Stress im Arbeitskontext

Zeit- und Leistungsdruck: Stress bleibt zentrale Herausforderung im Arbeitskontext

Das Gesundheitsverhalten der Deutschen befindet sich weiterhin auf einem bedenklich niedrigen Niveau. Laut dem aktuellen Report der DKV erreichen lediglich 2 % einen umfassend gesunden Lebensstil. Dafür wären regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie ein kontrolliertes Stressempfinden notwendig. Doch nur 20 % der Befragten gaben an, über ein gesundes Stressempfinden zu verfügen. Besonders im beruflichen Alltag wirkt der hohe Zeit- und Leistungsdruck als zentraler Stressfaktor.





Bundessozialgericht

Psychische Störungen: Bald schon eine anerkannte Berufskrankheit?

Kann eine psychische Störung als Berufskrankheit gewertet werden? Unter den geltenden gesetzlichen Voraussetzungen ist das bislang in der Regel nicht möglich. Aber wie steht es um die psychischen Störungen aufgrund spezifischer Belastungen in bestimmten beruflichen Tätigkeiten? Rechtfertigen diese eine Einordnung als Berufskrankheit? Ein Urteil des Bundessozialgerichts sorgt hier zumindest teilweise für eine Neubewertung.





PERSONALquarterly Ausgabe 3/2025

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Psychische Gesundheit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Anliegen moderner Personalarbeit entwickelt. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe widmet sich daher dem Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Beiträge geben vielfältige Impulse für die Praxis. Sie verdeutlichen, dass mentale Gesundheit nicht nur ein individuelles Thema, sondern ein organisationales Gestaltungsfeld ist – und damit eine zentrale Aufgabe für HR.












Studie

Wer erlebt die meiste Gewalt am Arbeitsplatz? Und wer leidet darunter am meisten?

Eine Studie von Forschern der RWTH Aachen untersuchte die Exposition gegenüber Aggression und Gewalt am Arbeitsplatz bei insgesamt 34 Berufs- bzw. Tätigkeitsgruppen. Welche Berufsgruppen werden am meisten mit Gewalt konfrontiert? Und die Beschäftigten welcher Tätigkeitsgruppen leiden am meisten darunter? Die Wissenschaftler stellten anscheinend widersprüchliche Ergebnisse fest, die aber nur auf den ersten Blick schwer zu erklären sind.


Mental Health

Wie das politische Klima die Gesundheit migrantischer Azubis beeinflusst

Eine neue Studie des Exzellenzclusters "The Politics of Inequality" an der Universität Konstanz untersucht die Auswirkung rechtspopulistischer Wahlergebnisse auf das gesundheitliche Wohlbefinden und die Integration migrantischer Auszubildender. Die Ergebnisse zeigen, dass die regionale Unterstützung für die AfD eine entscheidende Rolle bei Diskriminierungserfahrungen und deren gesundheitlichen Folgen für migrantische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spielt.










Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutz

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung richtig durchführen

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist unternehmerische Pflicht. Dabei geht es nicht um die psychische Verfassung der Beschäftigten, sondern um die Gestaltung der Arbeit im Hinblick auf psychische Belastungen. Handlungshilfen der GDA zu Vorgehensweise, Methoden und Instrumenten unterstützen Arbeitgeber. Sie müssen geeignete Maßnahmen festlegen und umsetzen.










Berufsbedingt Erschöpfung

Burnout und Boreout: Erschöpfung braucht eine differenzierte Betrachtung

Berufsbedingte Erschöpfung ist ein komplexes Phänomen, das sowohl durch Über- als auch Unterforderung entstehen kann. Während Boreout aus anhaltender Unterforderung resultiert und zu Desinteresse führt, wird Burnout durch ständige Überlastung verursacht. Dabei betrifft Erschöpfung im Job nicht nur die junge Generation unter 40 Jahren, sondern junge und ältere Beschäftigte gleichermaßen. Unternehmen sind gefordert, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die das Wohlbefinden fördern und berufsbedingte Erschöpfung frühzeitig erkennen lassen.



Traumaprävention

Psychosoziale Notfallversorgung im Betrieb: Status quo in deutschen Unternehmen

Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zielt darauf ab, akute Stressreaktionen von Beschäftigten zu mindern und ihre Bewältigungsstrategien zu stärken. Es ist jedoch unklar, wie Unternehmen in Deutschland die PSNV umsetzen – ob intern, durch externe Dienstleister oder gar nicht. Eine aktuelle Studie, die bis 2025 läuft, befragt derzeit rund 4.000 Unternehmen, um einen Überblick zu gewinnen.