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Unternehmenskultur

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Unternehmenskultur, auch Organisationskultur oder Corporate Culture genannt, umfasst alle Leitvorstellungen, Werte, Normen und Praktiken, die in einem Unternehmen gelebt werden. Aktuelle Bedeutung kommt der Definition der Unternehmenskultur bei der Frage der Kulturveränderung oder eines Kulturwandels in Anbetracht von Digitalisierung, Globalisierung und New Work zu.

Als bedeutendste wissenschaftliche Definition der Unternehmenskultur gilt das „Drei-Ebenen-Modell“ von Edgar Schein. Es unterscheidet zwischen

  • der Erscheinungsebene im Unternehmen (also den nach außen getragenen Wertvorstellungen, Strukturen und Praktiken),
  • den in der Organisation unterstützten Überzeugungen und Werten und
  • den grundlegenden Annahmen (zum Beispiel über Zeit, menschliche Aktivität und Natur), die den Unternehmensalltag beeinflussen, derer sich die Akteure aber nicht bewusst sind.

Eine weitere Ebene sind nach Sonja Sackmann Verhaltensnormen und Leitbilder, die nach außen gezeigt, aber nicht gelebt werden.




Organisationale Identität aus Werten, Normen und Praktiken

In der Praxis wird unterschieden zwischen guter Unternehmenskultur und schlechter Unternehmenskultur, wobei zu einer guten Unternehmenskultur alle Werte, Normen und Praktiken gezählt werden, die im Unternehmen geteilt und als erfolgreich angesehen werden und so zu einem Teil der organisationalen Identität werden. Aktuell werden dazu Wertschätzung, Integrität, Mitarbeiter- oder Familienorientierung, soziale Verantwortung und Abkehr von der Präsenzkultur gezählt.

Unter Einfluss des demografischen Wandels, der fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung und der Veränderung der Arbeitswelt zusammengefasst unter dem Schlagwort „New Work“ stellt sich in der Praxis die Frage, inwieweit Unternehmenskulturen von außen oder gezielt veränderbar sind und welche Rolle der Unternehmenskultur als Treiber in diesen Veränderungsprozessen zukommt.


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