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IFRS

IFRS

Die mit der Globalisierung der Wirtschaft einhergehende zunehmende Verflechtung der internationalen Finanzmärkte ist nicht ohne Folgen für die Rechnungslegung von Unternehmen geblieben. Neben der nationalen Gesetzgebung sind Vorschriften für die internationale Rechnungslegung entstanden, die unter dem Begriff International Financial Reporting Standards (IFRS) zusammengefasst werden.

Konkret fasst man unter dem Begriff IFRS das gesamte Regelwerk zusammen, auf dessen Basis international tätige, börsennotierte Unternehmen eine einheitliche und länderübergreifend vergleichbare Bilanz erstellen müssen. Die gesetzlichen Grundlagen in Europa wurden dafür mit der „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards“ vom 19.7.2002 geschaffen. Seither müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen mit Sitz in der EU beginnend mit dem Jahr 2005 ihre Konzernabschlüsse nach den IFRS/IAS erstellen. Vorrangige Zielrichtung der IFRS ist es, die Jahresabschlüsse großer Unternehmen für internationale Investoren vergleichbar zu machen. Die internationale Verflechtung steigt allerdings auch bei mittelständischen Unternehmen zunehmend. Die IFRS können hier ebenfalls für eine effizientere und weniger fehleranfällige konzerneinheitliche „Sprache“ sorgen.

Wer ist verantwortlich für IFRS?

Auf nationaler Ebene ist die Regelung der Rechnungslegungsvorschriften wie beispielsweise über das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) Aufgabe des Gesetzgebers. Bei den internationalen Rechnungslegungsstandards liegt die Federführung dagegen beim International Accounting Standards Board (IASB), einer privatrechtlich organisierten Vereinigung mit Sitz in London. Die Einführung neuer und Überarbeitung bestehender Standards werden über die IASB gesteuert. Sobald der IASB die entsprechenden Regelungen in ihrer endgültigen Verfassung veröffentlicht hat, verabschiedet die Europäische Union die Standards in einem Endorsement-Prozess.

Die IFRS sind die Nachfolger der International Accounting Standards (IAS), die zunächst ihre Gültigkeit behielten und dann nach und nach geändert oder durch neue Standards ersetzt wurden.

Neben den IFRS spielen auch die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) eine wichtige Rolle in der internationalen Rechnungslegung.

Online-Literaturforum November

Fundiertes Fachwissen zur korrekten Anwendung der IFRS-Rechnungslegung

Als international anerkanntes Regelwerk stellt die IFRS-Rechnungslegung hohe Anforderungen an Bilanzierende, Prüfer und Berater. Die Standards sind komplex und unterliegen laufender Weiterentwicklung – entsprechend ist die Praxis auf verlässliche Erläuterungen angewiesen. Diese Ausgabe des Literaturforums stellt zwei aktuelle IFRS-Kommentare mit führender Fachreputation sowie ein einführendes Lehrbuch vor.


Projektkosten

"Top in IFRS, Flop in HGB!" - Transparenz im Reporting zur Vermeidung von Missverständnissen

In vielen Unternehmen zeigt sich ein wiederkehrendes Phänomen: Ein Projekt, das nach IFRS aktiviert werden kann, erscheint nach HGB als sofortiger Aufwand. Diese Differenz resultiert nicht aus operativen Abweichungen, sondern aus unterschiedlichen Rechnungslegungsvorschriften - mit direkten Auswirkungen auf Reporting, Steuerung und Stakeholder-Kommunikation. Wichtig ist daher Transparenz im Reporting und eine Abstimmung zwischen Accounting, Controlling und anderen relevanten Schnittstellen, um Missverständnisse zu vermeiden.



Rückstellungsbildung

Freiwillige Kulanzen und ihre bilanzielle Behandlung in der Industrie

In der Industrie sind freiwillige Kulanzen ein gängiges Mittel, um Kundenbeziehungen zu pflegen und auf unvorhergesehene Qualitätsmängel oder Lieferverzögerungen zu reagieren. Obwohl sie betriebswirtschaftlich sinnvoll sind, stellen sie das Rechnungswesen und Controlling vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere die bilanzielle Behandlung ist komplex, da freiwillige Kulanzen weder vertraglich festgeschrieben noch standardisiert sind. 



Die Auswirkungen des neuen DRS 21 auf die Kapitalflussrechnung

Das Bundesministerium der Justiz hat am 2. April 2014 den Standard DRS 21 „Kapitalflussrechnung“ bekannt gemacht (Bundesanzeiger 8. April 2014 B2), der für nach dem 31. Dezember 2014 beginnende Geschäftsjahre verpflichtend zu beachten ist – eine frühere Anwendung ist erlaubt. DRS 21 ersetzt DRS 2 sowie die branchenspezifischen Vorgaben für Versicherungen und Kreditinstitute.


Nachhaltigkeitsberichterstattung international

US-Aufsichtsbehörde SEC verlässt ISSB-Arbeitsgruppen

Die US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde hat sich aus den Arbeitsgruppen der International Financial Reporting Standards Foundation (IFRS Foundation) zurückgezogen, die sich mit der Entwicklung globaler Standards für die Offenlegung von Nachhaltigkeitsdaten beschäftigen. Dieser Schritt markiert eine weitere Distanzierung der USA von internationalen Bestrebungen im Bereich ESG.


IFRS

ESMA Bericht zu den Enforcement Aktivitäten 2024

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 4. April 2025 den “Report on 2024 Corporate reporting enforcement and regulatory activities” veröffentlicht. Dieser jährlich publizierte Bericht gibt einen Überblick über die im Jahr 2024 von den nationalen Durchsetzungsbehörden im Europäischen Wirtschaftsraum und von der ESMA durchgeführten Aktivitäten. Thematisiert werden Handlungen im Zusammenhang mit der Überwachung und Durchsetzung der Unternehmensberichterstattung.




IFRS

DRSC und IDW nehmen Stellung zum IASB Entwurf Bilanzierung nach der Equity-Methode

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 19.9.2024 den IASB/ED/2024/7 Bilanzierung nach der Equity-Methode – IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (überarbeitet 202x) veröffentlicht. DRSC und IDW haben nunmehr zu diesem Entwurf Stellung genommen. Beide Organisationen bemängeln, dass der IASB keine konzeptionelle Würdigung der Equity-Methode vorgenommen hat.







IFRS

IASB veröffentlicht den Entwurf „Bilanzierung nach der Equity-Methode“

Der IASB hat den IASB/ED/2024/7 „Equity Method of Accounting – IAS 28 Investments in Associates and Joint Ventures (revised 202x)“ veröffentlicht. Der Entwurf adressiert insbesondere Anwendungsfragen zur Equity-Methode. Mit den Vorschlägen soll eine einheitlichere Bilanzierungspraxis erreicht werden, was in der Folge zu vergleichbareren und verständlichen Informationen für die Nutzer von Abschlüssen führen soll.


IFRS

Thematischer Review des FRC zu den Anhangangaben nach IFRS 17 im Jahr der Erstanwendung

Das britische Financial Reporting Council (FRC) hat eine Überprüfung der Angaben in den ersten Jahresberichten und -abschlüssen nach der Einführung von IFRS 17 Versicherungsverträge durchgeführt. Der am 5.9.2024 hierzu veröffentlichte Bericht fasst die wichtigsten Ergebnisse dieser Überprüfung zusammen. Zuvor wurde bereits im November 2023 ein Bericht zu den Angaben in den Zwischenabschlüssen 2023 im Zusammenhang mit der Umsetzung von IFRS 17 veröffentlicht.















IFRS

IASB schlägt in seinem Entwurf (ED/2023/5) Änderungen an IAS 32, IFRS 7 und IAS 1 vor

Der IASB hat den Entwurf IASB/ED/2023/5 "Finanzinstrumente mit Eigenschaften von Eigenkapital (Vorgeschlagene Änderungen an IAS 32, IFRS 7 und IAS 1)" veröffentlicht. Die Änderungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Abgrenzung zwischen Eigenkapital und finanziellen Verbindlichkeiten und umfassen Anpassungen an den 3 zum Thema Finanzinstrumenten relevanten IFRS im Rahmen eines komplexen Änderungskonzepts.

















Nachhaltigkeitsberichterstattung

ISSB veröffentlicht globale Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards IFRS S1 und IFRS S2

Das International Sustainability Standards Board (ISSB) hat nach einer längeren Konsultations- und Überarbeitungsphase die Nachhaltigkeitsberichtsstandards IFRS S1 und IFRS S2 veröffentlicht. Die IFRS Sustainability Disclosure Standards (IFRS SDS) sollen im Gegensatz zu den nur in Europa verbindlichen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) eine weltweit einheitliche – aber auf dieser Ebene noch freiwillige – Berichterstattung zu nachhaltigkeitsbezogenen Risiken und Chancen ermöglichen.