EFRAG veröffentlicht Diskussionspapier zur Kapitalflussrechnung
Die EFRAG listet in dem Diskussionspapier die wahrgenommenen Probleme der Kapitalflussrechnung auf. Damit soll der IASB bei dessen anstehender Entscheidung über den Umfang seines im September 2024 gestarteten Projekts zur Kapitalflussrechnung unterstützt werden.
Im Diskussionspapier wird festgestellt, dass die wahrgenommenen Probleme von den Verwendungszwecken der Kapitalflussrechnung abhängig sind. Daher werden zunächst die Ziele und Verwendungsmöglichkeiten der Kapitalflussrechnung analysiert. Diese Ziele sind mit den beiden Hauptzwecken der Finanzberichterstattung verbunden: Dieser besteht einerseits in der Bereitstellung von Informationen, die die Nutzer bei der Beurteilung der Höhe, des Zeitpunkts und der Ungewissheit der künftigen Nettomittelzuflüsse/-abflüsse helfen. Sie unterstützt andererseits die Abschlussadressaten bei der Beurteilung des Umgangs des Managements mit den wirtschaftlichen Ressourcen des Unternehmens, etwa in Bezug auf das Cash-Management des Managements liefern.
Wahrgenommene Probleme für Nicht-Finanzinstitute
Anschließend wird diskutiert, welche der Ziele der Kapitalflussrechnung von den wahrgenommenen Problemen betroffen sind. U.a. wird auf die Definition von „Zahlungsmitteln“ und „Zahlungsmitteläquivalenten“, Zahlungsströme von Agenten, nicht-zahlungswirksame Transaktionen, Angabeanforderungen, die Klassifizierung von Zahlungsströmen, das Zusammenwirken mit anderen primären Abschlussbestandteilen und die Darstellung von Zahlungsströmen aus der betrieblichen Tätigkeit eingegangen.
Alternativen zur Kapitalflussrechnung für Nicht-Finanzinstitute
Sodann wird auf Alternativen zur Kapitalflussrechnung eingegangen. So wird von einigen Nutzern eine Nettoverschuldungsrechnung für nützlicher gehalten, um den Unternehmenswert zu schätzen. Daneben werden auch eine Aufstellung der Veränderungen des Betriebskapitals, eine Aufstellung der Veränderungen der sonstigen liquiden Mittel und eine Aufstellung der Veränderungen von Vermögenswerten, die für das Liquiditätsmanagement verwendet werden, als mögliche Alternativen dargestellt.
Finanzinstitute
Für Finanzinstitute wird die Relevanz der Kapitalflussrechnung in Frage gestellt. Diese wurde bereits in einem 2015 veröffentlichten Diskussionspapier der EFRAG hinterfragt. In Anbetracht der in Frage stehenden Relevanz der Kapitalflussrechnung von Finanzinstituten wird konkludiert, dass Alternativen in Betracht gezogen werden könnten. Beispiele für Alternativen, die der EFRAG zur Kenntnis gebracht wurden, sind u.a. die Darstellung der aufsichtsrechtlichen Kennzahlen, Informationen über die Liquidität, Informationen über die Dividendenausschüttungsfähigkeit oder Informationen über den Fluss des (aufsichtsrechtlichen) Kapitals.
Gezielte Verbesserungen oder umfassende Überarbeitung
Im abschließenden Kapitel wird der Frage nachgegangen, ob die wahrgenommenen Probleme durch gezielte Verbesserungen oder eine umfassende Überarbeitung von IAS 7 gelöst werden sollten. Das Diskussionspapier stellt dazu fest, dass viele dieser Probleme durch gezielte Verbesserungen behoben, nicht jedoch grundlegendere Probleme gelöst werden können. Das Diskussionspapier nimmt vor diesem Hintergrund zu der aufgeworfenen Frage nicht Stellung, sondern ruft die Interessengruppen auf, auch hierzu ihre Meinung zu äußern.
Das Diskussionspapier steht bis zum 15.5.2025 zur Kommentierung offen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
EFRAG publishes its Discussion Paper on the Statement of Cash Flows | EFRAG
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