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Vermieter können die Miete erhöhen, solange die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten wird. Eine Übersicht bieten die Mietspiegel von Städten und Gemeinden.

Die ortsübliche Vergleichsmiete ist bei Mieterhöhungen das Maß der Dinge. Sie ist der Querschnitt der in einer Stadt oder Region üblichen Mietpreise.




Ortsübliche Vergleichsmiete ermitteln

Bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete geht es um fünf Kriterien - die so genannten wohnwertbildenden Faktoren. Diese sind die Art, die Größe, die Ausstattung, die Beschaffenheit und die Lage der Wohnung. Nur wenn diese Kriterien vergleichbar sind, lassen sich auch die Mietpreise miteinander vergleichen. Maßstab für die ortsübliche Vergleichsmiete sind die Mieten, die innerhalb der letzten vier Jahre in einem Ort für frei finanzierte Wohnungen gezahlt wurden. Da es für Städte und Gemeinden keine Verpflichtung gibt, einen Mietspiegel aufzustellen, existiert nicht für jede Kommune in Deutschland ein Wert.

Qualifizierter Mietspiegel

Im Mieterhöhungsverfahren führt der „qualifizierte Mietspiegel“ gegenüber einem „einfachen“ Mietspiegel zu erheblich größerer Rechtssicherheit. Der qualifizierte Mietspiegel muss nach anerkannten wissenschaftlichen Verfahren erstellt werden. Auch bei der Aktualität der Angaben stellt der Gesetzgeber an den qualifizierten Mietspiegel höhere Bedingungen. Ein qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB muss alle zwei Jahre erarbeitet werden. Ausnahmsweise darf er nach zwei Jahren auch durch eine Anpassung mit Hilfe des Lebenshaltungskostenindex angepasst werden, spätestens nach vier Jahren ist jedoch eine Neuerstellung zwingend erforderlich. Der qualifizierte Mietspiegel muss von der Gemeindevertretung förmlich beschlossen und in den Amtsblättern veröffentlicht werden.

Mieterhöhung nach Mietspiegel

Der Vermieter darf die Miete auf den ortsüblichen Satz anheben. Eine Mieterhöhung mit Berufung auf die Vergleichsmiete liegt vor, wenn ein Vermieter sich auf die Mieten vergleichbarer Wohnungen in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde bezieht. Die gesetzlichen Regelungen finden sich in § 558 BGB.

Mietspiegel München

Bundesweit liegt bei den Mietpreisen derzeit die Stadt München an der Spitze. Dort weist der Mietspiegel 2017 Durchschnittsmieten von 11,23 Euro pro Quadratmeter aus und damit 4,7 Prozent mehr als im Mietspiegel 2015. Im Vergleich zu 2013 beträgt das Plus 10,9 Prozent.

Mietspiegel Berlin

In Berlin ist die Nettokaltmiete seit 2015 jährlich um durchschnittlich 28 Cent gestiegen. Der Mietspiegel für das Jahr 2017 weist für die Hauptstadt einen durchschnittlichen Mietpreis von 6,39 Euro pro Quadratmeter aus.

Mietspiegel Hamburg

Der Mietspiegel heißt in Hamburg „Mietenspiegel“ - zum Stichtag 1. April 2017 liegen die Mieten für frei finanzierte Wohnungen in der Hansestadt bei durchschnittlich 8,44 Euro pro Quadratmeter. Dies sind 0,42 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 5,2 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor.

Mietspiegel Deutschland: Die teuersten Städte

Wie der F+B-Mietspiegelindex zeigt, sind die ortsüblichen Vergleichsmieten in Deutschland im Jahr 2017 durchschnittlich um 2,1 Prozent gestiegen, im Vorjahr waren es noch 1,8 Prozent. Dabei holte der Osten stark auf, aber auch im Norden stiegen die Mieten überdurchschnittlich. Angeführt wird der Mietspiegelindex von der Stadt München. Nach Stuttgart auf dem zweiten Platz (9,92 Euro pro Quadratmeter) befinden sich auf den ersten zehn Rangplätzen Münchner und Stuttgarter Umlandgemeinden, noch vor den weiteren Top-Metropolen Köln (Rang 11; 8,43 Euro), Hamburg (Rang 14; 8,39 Euro), Düsseldorf (Rang 16; 8,26 Euro) und Frankfurt am Main (Rang 19; 8,07 Euro).

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