Mietspiegel 2019 für München

Der Mietspiegel 2019 für München wird in Kürze veröffentlicht – und erneut deutlich gestiegene Mieten ausweisen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hält die anhand der gesetzlichen Vorgaben ermittelten Werte für nicht aussagekräftig. Er will einen eigenen Mietspiegel erstellen lassen.

11,96 Euro pro Quadratmeter im Schnitt und eine Steigerung von 4,1 Prozent gegenüber 2017 – das sind die Eckpunkte aus dem Mietspiegel 2019 für München, die Oberbürgermeister Reiter und Sozialreferentin Dorothee Schiwy vorgestellt haben.

Der neue Mietspiegel für München wird Mitte März veröffentlicht. Die durchschnittlichen Betriebskosten betragen demnach 1,92 Euro pro Quadratmeter (2017: 1,85 Euro), die Kosten für Heizung und Warmwasser steigen im Vergleich zum Mietspiegel 2017 um sechs Cent auf 1,03 Euro pro Quadratmeter.

Reiter nutzte die Vorstellung der Zahlen, um eine Reform der gesetzlichen Vorgaben für die Erstellung von Mietspiegeln zu fordern. Die derzeitige Systematik, die maßgeblich auf die in den zurückliegenden vier Jahren neu vereinbarten Mieten abstellt, schließe alle preisdämpfenden Faktoren aus und führe so zwangsläufig zu immer höheren Mieten. Stattdessen müssten auch langjährige Bestandsmieten sowie geförderte Wohnungen in die Berechnung einfließen, um eine tatsächliche ortsübliche Vergleichsmiete zu erhalten.

Eigener Mietspiegel für München soll realistischere Werte liefern

Abwarten bis zur Umsetzung gesetzlicher Änderungen will Reiter aber nicht, sondern vielmehr Druck auf den Gesetzgeber aufbauen: Er kündigte an, für die Stadt München einen eigenen Mietspiegel erstellen zu lassen, der seiner Forderung entsprechend auch Bestandsmieten und die Mieten geförderter Wohnungen berücksichtigt. Zwei bis drei Euro pro Quadratmeter niedriger liege die so errechnete Miete, glaubt Reiter.

Er äußerte die Hoffnung, dass dieser "dann echte" Mietspiegel dazu beiträgt, in Berlin Überzeugungsarbeit für eine Änderung der geltenden Systematik zu leisten. Zudem solle er anstelle des offiziellen Mietspiegels 2019 für die Mieten der städtischen Wohnungsbaugesellschaften als Grundlage dienen.

Alle anderen Mieter in München sollten sich allerdings nicht zu früh freuen: Da der von Reiter angekündigte eigene Mietspiegel nicht den geltenden gesetzlichen Vorgaben für die Erstellung von Mietspiegeln entsprechen wird, wird für Vermieter bis auf weiteres der offizielle Mietspiegel mit seinen höheren Mieten das Maß der Dinge sein.


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