Energetische Gebäudesanierung: Steuerbonus wird angepasst

Von Heizung optimieren bis Wand dämmen – der Steuerbonus für energetische Sanierungen von eigenen Wohngebäuden wurde der direkten Förderung noch einmal angepasst. Der Bundestag hat der Änderung einer entsprechenden Verordnung abschließend zugestimmt. Bis zu 40.000 Euro sind drin.

Die "Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung – ESanMV)" ist zum 1.1.2020 in Kraft getreten. Sie resultiert aus dem Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung und sieht die steuerliche Förderung von energetischen Maßnahmen bei selbstgenutztem Wohneigentum vor.

Der Bundestag hat in der Nacht auf den 26. März die Änderungsverordnung zur Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung in zweiter und dritter Lesung verabschiedet, um die steuerliche Förderung von bestimmten Sanierungsmaßnahmen der direkten Förderung noch einmal anzupassen. Der Entscheidung lag eine Beschlussempfehlung des Finanzausschusses zugrunde. Die Verordnung soll das im November 2020 in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG) ausführen.

Energetische Sanierung von Wohngebäuden: Was wird steuerlich gefördert?

Die Verordnung sieht eine steuerliche Förderung von energetischen Maßnahmen bis zu 40.000 Euro pro Haus oder Wohnung vor – verteilt auf drei Jahre. Die Förderung ist zeitlich befristet: Es werden Einzelmaßnahmen gefördert, die nach dem 31.12.2019 gestartet wurden und vor dem 1.1.2030 abgeschlossen sein werden. Allgemeine Aufwendungen werden mit 20 Prozent berücksichtigt. Im Rahmen der Einkommensteuer abzugsfähig (§ 35c EStG) sind auch Handwerkerleistungen und Material im Zusammenhang mit der Sanierung.

Das sind die begünstigten Maßnahmen:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken,
  • Erneuerung der Fenster, Außentüren oder der Heizungsanlage,
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage,
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung,
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

In der Sitzung des Bundestages begrüßte die Union, dass zwar nicht mehr die sogenannten Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Mini-KWK), aber bestimmte (Hybrid-) Blockheizkraftwerke in der Verordnung weiterhin förderfähig bleiben. Voraussetzung sei, dass feste Biomasse wie Holzpellets oder Wasserstoff zum Einsatz kommen, erklärte Antje Tillmann, finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion. Das Ziel: Die Dekarbonisierung von Heizsystemen.

WEG und Steuerbonus: Geld gibt es nur einmal pro Objekt

Die steuerliche Förderung gilt für Gebäude, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden – vermietete Immobilien, mit denen steuerpflichtige Einnahmen erzielt werden, fallen nicht unter die Förderung. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) kann der maximale Steuerbonus von 40.000 Euro pro Objekt unabhängig von der Anzahl der Eigentümer nur einmal in Anspruch genommen werden. Förderfähig sind die Einzelmaßnahmen, die auch von der staatlichen Bank KfW als förderfähig eingestuft sind.

Eine weitere Voraussetzung: Das Wohnobjekt muss älter als zehn Jahre sein und darf nicht schon anderweitig, etwa durch KfW-Programme oder Zuschüsse für die Modernisierung der Heizung, gefördert werden. Ob genug Energie eingespart wird, muss von einem Sachverständigen bestätigt werden. Ein Energieausweis oder ein Gutachten werden vorausgesetzt. Die energetische Sanierung soll außerdem durch ein Fachunternehmen erfolgen. Der Begriff "Fachunternehmen" ist in der Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (§ 35c Einkommensteuergesetz) klargestellt, die am 19.12.2019 erlassen worden ist.


Änderungsverordnung der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (26.2.2021)

Beschlussempfehlung des Finanzausschusses zur Verordnung der Bundesregierung (24.3.2021)

Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht


Das könnte Sie auch interessieren:

Gebäudeenergiegesetz ist am 1. November in Kraft getreten

Die Ölheizung muss raus: Was wird gefördert? Wo droht Strafe?

Haushalte müssen beim Heizen tiefer in die Tasche greifen