Mietspiegel für Berlin

Der Mietspiegel 2021 für Berlin liegt vor. Die darin ausgewiesenen Mieten liegen nur leicht über denen aus dem vorigen Mietspiegel. Der neue Mietspiegel beruht auf einer Fortschreibung seines Vorgängers.

Für 1,4 Millionen Berliner Mietwohnungen gilt ein neuer Mietspiegel. Dieser wurde am 6.5.2021 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen veröffentlicht. 

Die im neuen Mietspiegel ausgewiesenen Werte liegen 1,1 Prozent höher als in der letzten Ausgabe von 2019. Anders als sonst wurden dem Zahlenwerk diesmal keine Marktdaten, sondern der bundesweite Verbraucherpreisindex zugrunde gelegt und die Mietspiegelwerte von 2019 Der Entwicklung des Index entsprechend fortgeschrieben. Das Gesetz gibt in § 558d Abs. 2 BGB die Möglichkeit, einen qualifizierten Mietspiegel nach zwei Jahren einmalig auf diese Weise fortzuschreiben. Danach muss der Mietspiegel neu erstellt werden.

Mit 6,79 Euro pro Quadratmeter liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete um sieben Cent höher als vor zwei Jahren. Von 2017 bis 2019 war sie noch um 33 Cent pro Quadratmeter gestiegen, was einem Anstieg um fünf Prozent entsprach. Von 2015 bis 2017 waren es 4,6 Prozent.

Berliner Mietspiegel 2021: Qualifiziert oder nicht?

Kritik an der Fortschreibung kommt von Prof. Dr. Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg und Sachverständiger im Deutschen Bundestag für die bundesweite Mietspiegelreform. Sebastian bemängelt, dass schon der Mietspiegel 2019 laut Methodenbericht eine Fortschreibung des Mietspiegels von 2017 sei und daher eine nochmalige Fortschreibung unzulässig. Deshalb dürfe der Mietspiegel 2021 nicht als qualifiziert bezeichnet werden, sondern sei nur ein einfacher Mietspiegel. 

Der Berliner Mieterverein sieht das anders: Zwar sei der Mietspiegel 2019 als Fortschreibung des Mietspiegels 2017 bezeichnet worden, de facto habe er aber alle Merkmale einer Neuerhebung erfüllt, sodass der fortgeschriebene Mietspiegel 2021 sachgerecht ebenfalls als qualifizierter Mietspiegel bezeichnet werden könne, heißt es in einer Mitteilung.

Vom Vorliegen eines qualifizierten Mietspiegels gehen auch der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) und der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg aus. Der Berliner Mietspiegel 2021 sei im rechtlichen Sinne qualifiziert und werde den Mitgliedsunternehmen als Grundlage für die Gestaltung ihrer Mieten empfohlen, so BBU-Vorständin Maren Kern und BFW-Geschäftsführerin Susanne Klabe in einer Mitteilung.

Vermieterverbände zeichnen Berliner Mietspiegel 2021 nicht mit

Trotz der Ankündigung, ihren Mitgliedsunternehmen zu empfehlen, sich nach dem neuen Mietspiegel zu richten, haben der BBU und der BFW den neuen Mietspiegel aufgrund der Art der Erstellung nicht unterzeichnet. Wegen des gescheiterten Mietendeckels – das Bundesverfassungsgericht hatte den Berliner Mietendeckel mangels Gesetzgebungskompetenz des Landes Berlin für verfassungswidrig erklärt – sei der Berliner Mietspiegel 2021 gezwungenermaßen nur ein „Brückenmietspiegel“. Es müsse nun schnellstmöglich ein Mietspiegel beauftragt werden, der auf einer Erhebung von Daten beruhe.

Berliner Mietspiegel 2021 - Mietspiegeltabelle, Straßenverzeichnis, Wohnlagenkarte


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