Das Mitverschulden eines Geschädigten an der Entstehung eines Schadens kann die Schadensersatzpflicht des Schädigers bzw. seiner Versicherung verringern.

Das Absenken des Schadensersatzes wegen Mitverschuldens beruht auf dem Rechtsgedanken, dass derjenige, der die Sorgfalt außer Acht lässt, die nach Lage der Sache erforderlich erscheint, um sich selbst vor Schaden zu bewahren, den Verlust oder die Kürzung seiner Schadensersatzansprüche hinnehmen muss. Die Gerichte nehmen ein Mitverschulden oft auch dann an, wenn der Geschädigte zwar nicht gegen eine Vorschrift verstoßen hat, aber trotzdem nicht die Vorsicht an den Tag gelegt hat, die ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens walten lassen würde. Auch das sei bei der Bemessung des Schmerzensgeldes als ein Verschulden gegen sich selbst zu berücksichtigen.

Die Schadensminderungspflicht ist eine dem Mitverschulden an einem Schaden eng verwandte Rechtsfigur. Es ist die von einem Verschulden unabhängige Pflicht eines Geschädigten, alles zu unternehmen, damit der Schaden, den ihm ein anderer zufügt, möglichst gering ausfällt bzw. bleibt. So muss er z. B. den Schädiger auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam machen.  


News 28.05.2018 Verkehrssicherungspflicht

News 14.05.2018 Haushaltsführungsschaden

Mitverschulden bei Verkehrsunfällen

Sehr häufig wird das Thema Mitverschulden bei Verkehrsunfällen mit Zweirädern relevant, wenn Schutzkleidung zwar nicht vorgeschrieben ist, aber sinnvoll erscheint. So ist für Motorradfahrer zwar ein Helm gesetzlich vorgeschrieben, Lederkleidung und Motorradstiefel aber nicht. Verzichtet der Fahrer oder Sozius darauf, geht er bewusst ein erhebliches Verletzungsrisiko ein, was auf die Höhe des Schmerzensgeldes und des Schadensersatzes durchschlagen kann. Ähnlich vieldiskutiert ist der Helm bei Fahrradfahrern. Nach einem aktuellen BGH-Urteil zum Fahrradhelm ist Mitverschulden wegen eines fehlenden Helms jedenfalls bei nicht betont sportlichen Fahrern erst zu bejahen, wenn das Tragen von Schutzhelmen nach dem allgemeinem Verkehrsbewusstsein zum eigenen Schutz erforderlich und zumutbar ist.

News 14.03.2018 Überschreiten der Richtgeschwindigkeit

Muss ein Autofahrer für einen Unfall auf einer Autobahn mithaften, bei dem er mit einem völlig unmotiviert nach links ziehenden Fahrzeug kollidierte, bloß weil er deutlich schneller unterwegs war, als es die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h vorgibt?mehr

News 03.01.2018 Schmerzensgeldanspruch

Wer mit Hunden an der Leine Fahrrad fährt, geht erhebliche Risiken ein und muss sich deshalb äußerst vorausschauend verhalten. Das Mitverschulden im Falle eines Sturzes unter Fremdeinwirkung kann deshalb recht hoch ausfallen.mehr

News 23.11.2017 Verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung

Autofahrer sehen sich im Falle eines Unfalls mit der verschuldensunabhängigen Gefährdungshaftung konfrontiert. Doch es gibt Konstellationen, in denen die erhöhte Betriebsgefahr hinter einem groben Verschulden des anderen Verkehrsteilnehmers zurücktritt.mehr

News 16.06.2017 Betriebsgefahr und Haftungsquote

Wer unachtsam die Fahrzeugtür öffnet und so eine Kollision verursacht, dem kann durchaus ein Alleinverschulden mit entsprechender Haftung drohen. Eine erhöhte Betriebsgefahr des in die Tür fahrenden Fahrzeugs kann das allerdings ändern.mehr

News 06.02.2017 Schadensersatz

Wie muss sich ein Radfahrer beim Überholen eines anderen Radlers verhalten, um diesen nicht zu gefährden? Mit dieser Frage hat sich anlässlich eines Unfalls das OLG Hamm beschäftigt.mehr

News 29.12.2016 Betriebsgefahr

Kurz vor einem entgegenkommenden Auto stürzt eine 75-jährige Radfahrerin auf einer schmalen Straße und verletzt sich so schwer, dass sie an den Unfallfolgen stirbt. Einen Kontakt mit dem Auto hat es nicht gegeben. Ist die Autofahrerin dennoch in der Haftung?mehr

News 24.10.2016 Amtshaftung

Eltern, die aufgrund des fehlenden Betreuungsplatzes keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können, können grundsätzlich den Ersatz ihres Verdienstausfalles beanspruchen. Das hat der BGH jetzt in mehreren Verfahren entschieden. Eine Haftung der Gemeinden besteht jedoch nicht, wenn diese kein Verschulden trifft.mehr

News 18.10.2016 Verkehrssicherungspflicht

Eine Radfahrerin geriet auf einem Fuß- und Radweg mit dem Vorderrad in die Rille einer Bahnschiene, stürzte und erlitt ein schweres Schädelhirntrauma. Das Gericht sah keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht: Auch auf Radwegen könnten sich Radfahrer nicht darauf verlassen, dass es keine Hindernisse gibt.mehr

News 22.08.2016 Falsche Radwegnutzung

Ein Radfahrer, der einen Radweg entgegen der vorgeschriebenen Richtung benutzt und dabei mit einem Auto kollidiert, muss mit einer hohen Haftungsquote rechnen.mehr

News 03.08.2016 Schmerzensgeld

Ein Hundehalter, der bei einer Rangelei zwischen seinem eigenen und einem fremden Hund durch den fremden Hund gebissen wird, muss sich auch die Tiergefahr seines eigenen Hundes schadensmindernd anrechnen lassen, wenn diese für die Verletzung mitursächlich war.mehr

Meistgelesene beiträge
News 03.11.2015 Betriebsgefahr

Eine E-Bike-Fahrerin stürzte, nach ihren Angaben, um eine Kollision mit einem Pkw zu vermeiden. Doch die Zeugenaussagen widersprechen sich und  das Gericht hält den Unfall für nicht aufklärbar. Im Ergebnis bleibt die Radlerin auf ihrem Schaden sitzen. Auch die Betriebsgefahr der irgendwie involvierten Autofahrerin hilft ihr mangels tragfähiger Beweisführung nicht.mehr

News 27.08.2015 Kinderbetreuung

Eltern, die für ihr Kind keinen Kita-Platz erhalten, haben keinen Anspruch auf Schadenersatz. Das entschied, mit spitzfindiger Begründung, das OLG Dresden. Der Anspruch auf Betreuung stünde dem Kind zu und nicht den klagenden Müttern, die mangels Betreuungsplatz nicht arbeiten können. Vereinbarkeit von Familie und Beruf - nur ein Abfallprodukt des Gesetzes?mehr

News 17.08.2015 Verkehrsrecht

Ein rückwärts in ein Grundstück einbiegender Lkw kollidiert mit einer Fahrradfahrerin, die in falscher Richtung unterwegs ist. Das OLG Saarbrücken sah bei der „Geister-Radlerin“ dennoch keine Mitschuld.mehr

News 27.07.2015 Unfall mit Pedelec

Beim Zusammenstoß einer 71-jährigen Pedelec-Fahrerin mit einem „normalen“ Radfahrer verletzt sich die ältere Dame. Haftet sie für ihr Fehlverhalten wie der Halter eines Kraftfahrzeugs auch ohne Verschulden schon wegen der Betriebsgefahr? Das richtet sich auch nach der km/h-Leistung ihres Fahrgerätes.mehr

News 09.03.2015 Verkehrsunfall

Der Fahrer eines Kfz ist hauptverantwortlich für die Beschaffenheit des von ihm ausgewählten Haltepunkts, an dem er einen Beifahrer aussteigen lässt. Hält er neben einer erhöhten Bordsteinkante, muss er den Beifahrer darauf aufmerksam machen. Knirscht statt dessen die Tür über den Asphalt, haftet grundsätzlich vor allem er. Leider war hier die Beifahrerin nicht in Berufung gegangen und musste deshalb trotzdem "blechen".mehr

News 03.02.2015 Kinderbetreuung

Wenn Kommunen den Eltern keinen Kita-Platz zur Verfügung stellen, haften sie aus Amtshaftung für deren dadurch entstehenden Verdienstausfall. Drei Müttern wurde deshalb insgesamt 15.000 Euro Schadenersatz wegen in Leipzig für ihre Kinder nicht vorhandener Kita-Plätze zugesprochen.mehr

Serie 02.11.2014 Colours of law

Für nicht wenige Hundehalter sind ihre Vierbeiner die besseren Menschen. Andere legen sich da nicht fest, hängen aber trotzdem sehr an ihrem Hund. Manchmal geht ihre Anhänglichkeit so weit, dass es erstaunt und manchmal führt sie sogar vor Gericht.mehr

News 09.09.2014 Verkehrsunfall

Rechts blinken und dann geradeaus fahren - das kann ins Auge gehen. Wie stark kann sich ein Verkehrsteilnehmer darauf verlassen, dass ein blinkendes Fahrzeug auch abbiegt? Nicht allzu sehr, hat das OLG Dresden in einem aktuellen Urteil zum Thema Vorfahrt und Verkehrsunfall bestätigt.mehr

News 21.07.2014 Motorrollerunfall und Mitverschulden

Keine Fahrt auf dem Zweirad ohne Schutzkleidung? Ist es nötig und zumutbar, dass ein Rollerfahrer Protektoren trägt, um die Folgen eines möglichen Unfalls abzumildern, auch wenn es dazu keine gesetzliche Regelung gibt? Mit dieser Frage hat sich das LG Heidelberg beschäftigt.mehr

News 14.07.2014 Unfall auf dem Fahrradweg

Auf dem Fahrradweg in der falschen Richtung unterwegs. Da ist ein Unfall vorprogrammiert und die Schuldfrage eindeutig, könnte man meinen. Dass dies nicht so ist, zeigt ein Urteil des OLG Hamm. Das Recht auf Vorfahrt ist so stark, dass es auch bei falscher Fahrtrichtung nicht untergeht.mehr

News 26.05.2014 Streit um Haftungsverteilung

Es ist schlecht in ein Auto hineinzufahren, aber auch wer nur eine geöffnete Autotür trifft, kann schon viel Schaden anrichten. Dabei hat, wer in die geöffnete Tür eines parkenden Autos fährt, fast immer eine Mitschuld. Wie hoch die Mithaftung ausfällt, hängt von der jeweiligen Situation (Sichtverhältnisse, Tempo etc.) ab.mehr

News 14.04.2014 Gurtpflicht und Haftung

Wer bei einem Verkehrsunfall nicht angeschnallt war, den trifft bei Verletzungen nicht automatisch eine anspruchsmindernde Mithaftung. Die Gurte hätten die Verletzungen dafür voraussichtlich verhindern oder verringern müssen.mehr

News 24.03.2014 Verkehrsrecht

Nach einem Urteil des LG Saarbrücken kann eine Mithaftung von 20 % gerechtfertigt sein, wenn ein Vorfahrtsberechtigter irrtümlich blinkt, dann aber doch gerade ausfährt und mit dem wartepflichtigen PKW kollidiert, dessen Fahrer auf das Blinksignal vertraut hat.mehr

News 07.03.2014 Autobahnunfälle

Wer gegen das Betretungsverbot verstößt und hierdurch einen Gesundheitsschaden erleidet, den trifft in aller Regel ein beachtliches Mitverschulden. Das Betretungsverbot gilt auch nach Unfällen, wenn kein zwingendes Erfordernis zum Betreten der Fahrbahn besteht.mehr

News 09.12.2013 Unfall auf Autobahn

Wer auf Autobahnen die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h deutlich überschreitet, muss im Falle eines Unfalls mit einer erheblichen Mitschuld rechnen. Denn: Idealfahrer halten sich an diese Empfehlung.mehr

Serie 04.12.2013 Schmerzensgeld - was kostet der Schmerz?

Die von deutschen Gerichten zuerkannten Schmerzensgeldbeträge - der Höhe nach lange international bei den Schlusslichtern zu finden - steigen bei erheblichen Verletzungsfolgen mittlerweile an. Nach einer Entscheidung des OLG München führt auch der prozentuale Mitverschuldensanteil des Geschädigten nicht zwingend zu einer proportionalen Minderung des Schmerzensgeldes.mehr

News 14.08.2013 Verkehrsrecht

Wer die Fahrertür seines stehenden Fahrzeugs öffnet, hat dies so zu tun, dass der fließende Verkehr nicht gefährdet wird. Kommt es beim Öffnungsvorgang zu einer Kollision, so trifft in der Regel den Türöffner das überwiegende Verschulden.mehr

News 20.06.2013 Mitverschulden

Eine gesetzliche Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt es bisher nicht. Dabei kann der Helm nachweislich vor schweren Kopfverletzungen schützen. Dies hat bereits einige Gerichte dazu veranlasst, im Falle eines Unfalls dem helmlosen Fahrradfahrer eine Mitschuld zuzuweisen.mehr

1
News 12.06.2013 Unfall mit Motorrad

Laut OLG Nürnberg gibt es kein allgemeines Verkehrsbewusstsein, das einen Motorradfahrer zum Tragen von Motorradstiefeln verpflichtet. Ein Mitverschulden eines Bikers, welcher zum Unfallzeitpunkt Sportschuhe trug, scheidet daher aus.mehr

News 21.02.2013 Streit um Mitschuld von Sportfreunden

Es war sein erster Versuch mit dem Kitesurfen. Und der endete für einen 16-jährigen Jugendlichen mit einem dramatischen Unfall. Haben die erwachsenen Freunde Mitschuld an der schrecklichen Verletzung des Kitesurf-Newcomers?mehr

News 29.10.2012 Anschnallpflicht in Bussen

„Mir kann ja nichts passieren“, denken viele Busreisende und schnallen sich nicht an. Eine fatale Fehleinschätzung, die nicht nur die Gesundheit kosten kann, sondern auch noch mit einem Mitverschulden bestraft wird. Das gilt auch, wenn die Passagiere nicht zum Anschnallen aufgefordert wurden.mehr

News 14.08.2012 Haftung des Arbeitgebers

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinem Mitarbeiter einen Schaden am Fahrzeug zu ersetzen, weil er den Mitarbeiter dazu verpflichtet hat, seinen Privat-PKW für Dienstreisen zu benutzen und kein Dienstfahrzeug zur Verfügung stellt?mehr

News 03.05.2012 Motorrad-Unfall

Das Tragen von Schutzkleidung ist für Motorradfahrer nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wer dies nicht tut, muss dennoch bei einem nichtverschuldeten Unfall mit Kürzungen beim Schmerzensgeld rechnen.mehr