Ein Testament ist eine einseitige Verfügung von Todes wegen, mit der der Erblasser Anordnungen über die Rechtsnachfolge hinsichtlich seines Vermögens für den Fall seines Todes trifft. Das Testament ist die gängigste Variante der Verfügung für den Todesfall.

Das Testament ist eine einseitige, formbedürftige, jederzeit widerrufbare Willenserklärung des Erblassers über sein Vermögen, die mit seinem Tod wirksam wird. In einem Testament kann der Erblasser verschiedene Verfügungen treffen: Erbeinsetzung, Enterbung, Vermächtnis, Auflage, Teilungsanordnung. Außerdem kann er die Testamentsvollstreckung anordnen oder, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, einem Pflichtteilsberechtigten den Pflichtteil entziehen oder beschränken. Eine andere Form der letztwilligen Verfügung ist der Erbvertrag.


Serie 13.05.2018 Colours of law

News 28.03.2018 Lebzeitiges Eigeninteresse

Testamentsformen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Testament aufzusetzen. Das privatschriftliche Testament muss vollständig handschriftlich vom Erblasser verfasst und von ihm zusätzlich eigenhändig unterschrieben werden.

Das öffentliche oder notarielle Testament verfasst ein Notar nach den Vorgaben des Erblassers und nimmt es, vom Erblasser unterschrieben, in Verwahrung. Möglich ist es auch, ein bereits selbst verfasstes Testament einem Notar in Verwahrung zu geben.

Eine häufig von Ehepaaren genutzte Form des Testaments ist das Berliner Testament, das sowohl als privatschriftliches als auch als notarielles Testament errichtet werden kann. Die Ehegatten setzen sich hierbei gegenseitig und einen Dritten, in der Regel die Kinder, als Erben des Überlebenden ein.

Für besondere Notlagen gibt es noch außerordentlichen Testamentsformen (Nottestament, Dreizeugentestament). Der Erblasser muss bei Testamentserrichtung testierfähig sein.

Zentrales Testamentsregister

Probleme gibt es häufig, wenn eine letztwillige Verfügung nicht gefunden wird. Wer ein Testament findet oder in Besitz hat, ist gesetzlich verpflichtet, es unverzüglich an das Nachlassgericht herauszugeben. Seit 2012 nimmt das Zentrale Testamentsregister die Verwahrangaben zu sämtlichen erbfolgerelevanten Urkunden auf, die von einem Notar errichtet wurden oder in gerichtliche Verwahrung gelangt sind.

News 19.03.2018 Testamentskorrektur

Eine Veränderung im Testament muss derjenige beweisen, der sich darauf beruft. Eine Streichung ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer Aufhebung der gestrichenen Verfügungen. Sie lässt vielmehr u. U. nur eine neue letztwillige Verfügung erwarten. Gibt es die (noch) nicht, kann die alte, ungestrichene Version weitergelten.mehr

News 22.02.2018 Auslegung

Geht aus einem eigenhändig unterschriebenen Schriftstück hervor, dass etwas vererbt werden soll, ist das eine testamentarische Verfügung. Es schadet nicht, wenn statt „Testament“ oder „letzter Wille“ etwas anderes in der Überschrift steht, z.B. „Vollmacht“, sofern Inhalt und äußere Umstände den Testierwillen erkennen lassen.mehr

News 08.02.2018 Testamentarische Erbfolge

Auch wenn direkte Pflichtteilsberechtigte wirksam vom Erbe ausgeschlossen oder verstorben sind, müssen die testamentarisch eingesetzten Erben noch mit Pflichtteilsansprüchen der Eltern oder Enkel des Erblassers rechnen. So verhindert der wirksam enterbte Sohn des Erblassers nicht die Pflichtteilsansprüche des rechtlichen Enkels.mehr

News 29.01.2018 FG Kommentierung

Bei einer unklaren letztwilligen Verfügung ist im Wege der Auslegung zu klären, ob der Begünstigte als Vorerbe oder als Nießbrauchsvermächtnisnehmer eingesetzt wurde.mehr

News 02.11.2017 Gemeinschaftliches Testament

Ein gemeinschaftlich errichtetes Testament ist verbindlich. Der von den Eheleuten bestimmte Schlusserbe soll sich auf sein Erbe verlassen können. Für den zuletzt noch lebenden Ehepartner bedeutet dies, dass er das Vermögen nicht durch unangemessen großzügige Geschenke an andere, z.B. an einen neuen Partner, schmälern darf.mehr

News 15.08.2017 Minderjährige Erben

Der Erblasser kann in seinem Testament bestimmen, dass der Testamentsvollstrecker zugleich Ergänzungspfleger für einen minderjährigen Erben sein soll. Eine solche Bestellung scheide nur aus, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass dieser die Belange des Minderjährigen in Bezug auf den Nachlass nicht ordnungsgemäß wahrnehmen werde. Das Familiengericht hat allerdings ein Ermessen.mehr

News 30.05.2017 Testamentsvollstreckung

Nicht immer passt die Wahl des Erblassers für die Testamentsvollstreckung den Erben, vor allem dann, wenn das Amt als Testamentsvollstrecker einem Miterben übertragen wird. Eine Entlassung kann jedoch nur aus wichtigem Grund erfolgen. Dabei muss nach einer Abwägung das Entlassungsinteresse das Fortführungsinteresse überwiegen.mehr

News 31.03.2017 Sparkassen-AGB

AGB einer Sparkasse, die Transaktionen von Erben mit unterschiedlichen Gebühren belegt, je nachdem, ob die Erben ihre Erbenstellung durch Erbschein oder durch  Testament nachweisen, sind unzulässig.mehr

News 15.03.2017 Testamentsvollstreckung

Ein sog. Behindertentestament, das so konzipiert wird, dass das Erbe weitgehend vor dem Zugriff des Sozialhilfeträgers geschützt wird, indem dem behinderten Kind zwar Annehmlichkeiten ermöglicht werden, ihm aber wenig mehr als der Pflichtteil vererbt wird, ist wirksam. Es ist weder sittenwidrig noch verstößt es gegen das Sozialrecht.mehr

News 27.12.2016 Gemeinschaftliches Testament

Der BGH hat die Voraussetzungen näher definiert, unter denen ein Erbe ausgleichspflichtig ist, der zu Lebzeiten des durch ein gemeinschaftliches Testament gebundenen Erblassers von diesem eine Schenkung erhält.mehr

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Die gemeinsame testamentarische Formulierung der Ehegatten „Nach dem Tod des Letztversterbenden soll die gesetzliche Erbfolge eintreten“ bedeutet nicht zwingend, dass die gemeinsamen Kinder als Schlusserben eingesetzt werden.mehr

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