1 Vorwort

Umwelt- und Klimaschutz sowie möglichst geringer Energie- und Ressourceneinsatz sind für alle Wirtschaftsprozesse entscheidend, wenn der gegenwärtige gesellschaftliche Wohlstand auch zukünftig erhalten bleiben soll. Der Klimawandel ist real und wird nicht wieder verschwinden.

Die Wohnungswirtschaft hat in ihren Beständen bereits erhebliche Investitionen zur Minderung der CO2-Emissionen getätigt. Von 1990 bis 2017 wurden die CO2-Emissionen um über 60 % vermindert (Verursacherbilanz). Die politischen Ziele sind nun aber so anspruchsvoll geworden, dass die Klimapolitik und die Förderung erheblich verbessert werden müssen, um die Chance einer Erreichung zu wahren. Es sind erhebliche Probleme zu lösen. Die Details dazu finden sich in der GdW-Position "Soziale und ökonomisch verträgliche Umsetzung der Klimaziele in der Wohnungswirtschaft" vom November 2020.

Insgesamt wird es immer wichtiger, die durch eigene Tätigkeit entstehenden CO2-Emissionen zu kennen und zu beeinflussen – aus ethischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen.

Bereits die GdW-Arbeitshilfe "Nachhaltigkeitsberichterstattung" von 2013 und der Leitfaden zur wohnungswirtschaftlichen Ergänzung zum deutschen Nachhaltigkeitskodex DNK von 2015 enthalten eine Methodik zur Ermittlung von CO2-Emissionen in der Nutzungsphase. Einige Unternehmen haben auf dieser Grundlage bereits ein CO2-Monitoring erstellt.

Die vorliegende Arbeitshilfe führt die Methodik angesichts der neuen Entwicklungen beim Gebäudeenergiegesetz und im nationalen Emissionshandel weiter und gibt darüber hinaus auch Hilfe zur Prozessgestaltung. GdW und IW.2050 haben sich abgestimmt, sodass eine einheitliche Methodik vorliegt.

Diese Arbeitshilfe liefert den Rahmen, um ein eigenes CO2-Monitoring aufzubauen. Das Monitoring ist die Grundlage einer Klimastrategie. Bei der strategischen Auseinandersetzung mit der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der eigenen Bestände werden auch die wirtschaftlichen Grenzen deutlicher sichtbar. Diese muss die Wohnungswirtschaft als Branche weiter machtvoll in die Politik tragen, je konkreter, desto wirkungsvoller. So steigt die Chance eines Paradigmenwechsels hin zu einer Politik, die auf lokale PV-Anlagen, grüne Fernwärme-, Strom- und Gasnetze und optimale (2050ready!) statt maximale Effizienzanforderung setzt, auf CO2-Minderung also.

Ich wünsche dieser Arbeitshilfe breite Verbreitung und Anwendung. Tauschen Sie sich aus und fragen Sie Ihre Kollegen, Ihre Regional- und Prüfungsverbände, die IW.2050 oder uns.

Axel Gedaschko

Berlin, November 2020

 
Wichtig

Die vorliegende GdW-Arbeitshilfe stellt den aktuellen Stand der Diskussion dar und ist eine nach bestem Wissen und Gewissen erstellte Empfehlung zur Arbeitserleichterung und Vereinheitlichung des CO2-Monitorings in der Wohnungswirtschaft. Sollten im Einzelfall spezielle Anforderungen bestehen, haben diese Vorrang.

Es handelt sich nicht um einen Rechtsratgeber. Eine Haftung für die dargestellten Lösungsmöglichkeiten schließt der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen daher aus.

Hinweise für eine spätere Aktualisierung werden gern aufgenommen.

2 Vorbemerkung

Einige Wohnungsunternehmen und Regionalverbände haben bereits zum Teil langjährige Erfahrungen mit einem CO2-Monitoring gesammelt. Sie haben diese Arbeitshilfe tatkräftig unterstützt. Dank für die Mitwirkung an dieser Arbeitshilfe geht an

das "Kernteam"

  • Ingo Frömbling, GAG Immobilien AG
  • Christian Gebhardt, GdW Gregor Heilmann ProPotsdam GmbH
  • Dr. Ingrid Vogler, GdW

sowie:

  • Dr. Rainer Fuchs, Vivawest Wohnen GmbH
  • Dietmar Jonscher, GEWOBA Nord, Baugenossenschaft eG
  • Dr. Jörg Lippert, Lars Grothe, BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.
  • Felix Lüter, Nassauische Heimstätte und IW.2050
  • Petra Memmler, VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
  • Heiko Sander, Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH
  • Antje Schmidt, Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.
  • Fabian Viehrig, GdW
  • Stefan Wind und Qi Ting Hua, SAGA Unternehmensgruppe
  • Sven Winkler, Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.

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