Krankenbehandlung

Zusammenfassung

 

Begriff

Die Krankenbehandlung umfasst Leistungen, die von den Krankenkassen bei einer Krankheit erbracht werden. Sie haben das Ziel, eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn die Leistungen wegen der Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit erforderlich sind.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: Die gesetzliche Grundlage sind die §§ 11, 27 bis 43c SGB V. Der Begriff "Krankheit" ergibt sich aus der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG, Urteil v. 11.9.2012, B 1 KR 11/12 R).

1 Umfang

Die Krankenbehandlung umfasst

  • die ärztliche und die zahnärztliche Behandlung durch einen Vertragsarzt oder Vertragszahnarzt;
  • die psychotherapeutische Behandlung durch einen Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder Vertragsarzt;
  • die Einholung einer unabhängigen Zweitmeinung eines Arztes oder einer anderen medizinischen Einrichtung (z. B. Krankenhaus);
  • die Versorgung mit Zahnersatz;
  • die kieferorthopädische Behandlung;
  • die Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln;
  • einen Medikationsplan,
  • die Krankenhausbehandlung einschl. eines Entlassmanagements beim Übergang in verschiedene Versorgungsbereiche sowie der Mitaufnahme einer Begleit- oder Pflegeperson;
  • die Soziotherapie;
  • die häusliche Krankenpflege und die Haushaltshilfe;
  • spezialisierte ambulante Palliativversorgung,
  • Zuschuss zu stationärer oder teilstationärer Versorgung in Hospizen;
  • Hospiz- und Palliativberatung durch die Krankenkassen,
  • Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit,
  • ambulante und stationäre medizinische Rehabilitationsleistungen;
  • medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter;
  • nichtärztliche Leistungen für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen;
  • Belastungserprobung und Arbeitstherapie;
  • ergänzende Rehabilitationsleistungen, die nicht zu den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder den Leistungen zur allgemeinen sozialen Eingliederung gehören;
  • nichtärztliche sozialpädiatrische Leistungen.

2 Leistungsarten

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden regelmäßig als Dienst-, Geld- oder Sachleistungen erbracht und von der Krankenkasse getragen. Die Versicherten haben jedoch, soweit vorgesehen, während eines Kalenderjahres Zuzahlungen bis zur Belastungsgrenze zu leisten.

Anstelle von Sach- und Dienstleistungen der Krankenkasse können Versicherte die Kostenerstattung wählen.

2.1 Dienstleistung

Dienstleistungen sind alle Formen persönlicher Betreuung und Hilfe. Dienstleistungen der Kranken- und Pflegeversicherung bestehen vornehmlich in der Beratung sowie in der Erteilung von Auskünften.

2.2 Geldleistung

Bei Geldleistungen richtet sich der Leistungsanspruch auf die Zahlung eines Geldbetrags. Sie dienen im Wesentlichen dem Lebensunterhalt oder dem Ausgleich von Kosten, die dem Versicherten durch bestimmte Wechselfälle des Lebens entstehen. Zu den Geldleistungen zählen neben Kranken-, Verletzten-, Versorgungskranken-, Übergangs- und Mutterschaftsgeld auch Zuschüsse und teilweise Kostenerstattungen.

2.3 Sachleistung

Sachleistungen werden auch Naturalleistungen genannt, die den Versicherten in natura von den Kranken- und Pflegekassen gewährt werden und nicht den Dienst- oder Geldleistungen zuzuordnen sind. Der Anspruch richtet sich auf die "Zurverfügungstellung" von Menschen (z. B. Ärzte/Zahnärzte), von Einrichtungen (z. B. Krankenhäuser) und von Gegenständen (z. B. Hilfsmittel).

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