Modernisierungsumlage kappen, Vermieter fördern
Der Deutsche Mieterbund (DMB) forderte bei einem Treffen am 15. Juni in Bremen höhere staatliche Fördermittel für Modernisierungen. "Wir müssen die Kosten nicht nur zwischen den Mietern und Vermietern verteilen, sondern auch den Staat stärker in die Pflicht nehmen", sagte DMB-Direktorin Melanie Weber-Moritz vor Beginn des 70. Deutschen Mietertags. Benötigt würden mindestens zehn Milliarden Euro Fördermittel pro Jahr für Investitionen in Mietwohnungen, um die klimagerechte Modernisierung des Gebäudebestands "möglichst warmmietenneutral" voranzubringen.
Anreize für Vermieter schaffen
Zudem müssten mehr Anreize für Eigentümer geschaffen werden, die Fördermittel auch in Anspruch zu nehmen. Andernfalls sei zu befürchten, dass die Mieter die Hauptlast bei Sanierungen – etwa beim Heizungsumbau – tragen müssten. Zugleich forderte der Verband eine Absenkung der bestehenden Modernisierungsumlage. Aktuell dürften Vermieter nach Abschluss der Arbeiten die Miete um acht Prozent der aufgewendeten Investitionskosten dauerhaft erhöhen. Diese Umlage müsse auf maximal vier Prozent gesenkt werden. Auch sollte die Kappungsgrenze bei 1,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Zurzeit beträgt sie zwei bis drei Euro innerhalb von sechs Jahren.
Die 400 Delegierten des Mietertages formulierten in ihren Beschlüssen die Notwendigkeit eines grundlegenden Kurswechsels beim Mieterschutz und in der Wohnungspolitik des Bundes.
Mehr Mieterschutz und eine neue Wohnungspolitik
"Die Wohnungskrise in Deutschland hält an und spitzt sich weiter zu. Nicht nur in fast allen Großstädten, den Universitätsstädten und inzwischen auch in vielen Mittelstädten hat die Wohnkostenbelastung für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen unzumutbare Ausmaße angenommen. Für viele ist Wohnen zum Armutsrisiko geworden, auch wegen der teilweise drastisch angestiegenen Heiz- und Warmwasserkosten", heißt es wörtlich im Leitantrag. "Bezahlbare Wohnungen stehen fast gar nicht zur Verfügung."
Die Energiekrise und der Preisanstieg für fossile Brennstoffe beträfen fast neunzig Prozent des Wohnungsbestandes und damit fast alle Mieter. Experten rechneten außerdem mit jährlichen Mehrkosten von zwei bis drei Monatskaltmieten nur für Heizung und Warmwasser.
Die Forderungen der Delegierten im Überblick:
- Ein Sondervermögen in Höhe von 50 Milliarden Euro für den sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbau.
- Die Wiedereinführung einer Neuen Wohngemeinnützigkeit.
- Eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik.
- Mietrechtliche Reformen, insbesondere im Mietpreisrecht.
- Die sozialverträgliche energetische Sanierung des Gebäudebestandes.
Leitantrag zum 70. Deutschen Mietertag
Das könnte Sie auch interessieren:
Neue Wohngemeinnützigkeit soll bald gefördert werden
Immobilienweise: Wohnungsproblem verschärft sich weiter
Last Exit Milliarden-Booster: Was rettet den Wohnungsbau?
Berliner Wohnungswirtschaft: "Fahren Neubau vor die Wand"
Raus aus der Wohnungsbau-Misere – das schlägt der GdW vor
-
Sonder-AfA für Neubau von Mietwohnungen: Tipps & Fallstricke
8066
-
GEIG-Novelle: Was ab 2027 für Ladeinfrastruktur gilt
607
-
Gebäude-AfA: Nachweis für Nutzungsdauer wieder einfacher
4372
-
Energieausweise ab 2027: Was sich alles ändert
428
-
BEHG-Reform 2027: CO2-Preis bleibt bei 55 Euro pro Tonne
3583
-
Hydraulischer Abgleich und Heizungsprüfung 2026
2731
-
E-Rechnung: Was Vermieter wissen müssen
268
-
Einspeisevergütung sichern: Frist läuft Ende 2026 ab
246
-
Kürzungen beim Wohngeld ab Januar 2027
2411
-
CO2-Kosten: Vermieter zahlen deutlich mehr
2127
-
Union forciert rasches Enteignungsverbot
22.09.2026
-
Wie Frankfurt seinen Immobilienmarkt neu erfinden muss
21.09.2026
-
Mieten, Macht, Volksentscheid: Berlins Wahl wird heiß
18.09.20261
-
Heimlich gefilmt in der Wohnküche: Wann schützt die DSGVO?
17.09.2026
-
Milieuschutz und Zweckentfremdung vor Gericht
17.09.2026
-
Mehr Geld, weniger Wohnungen – Deutschlands Förderdilemma
16.09.20263
-
Digitale Baugenehmigung: Nächster Schritt mit KI-Assistent
16.09.2026
-
Serielles Sanieren: Warum der Markt zögert
15.09.2026
-
Bußgeld plus Rückzahlung: Hubig will Mietpreisbremse schärfen
14.09.20262
-
BMK 2026: Mieterschutz, Baukosten, KI
14.09.2026