Behördliche Auflagen stellen für 76 Prozent der Wohnungsunternehmen eine wesentliche Hürde für den Neubau dar. Das zeigt eine Umfrage des Bundesverbands GdW unter den 213 Mitgliedern. Doch nicht nur Auflagen etwa zu Umwelt- oder Brandschutz treiben die Kosten: Jeweils mehr als 60 Prozent der Befragten nannten mangelnde Kapazitäten der Bauindustrie, hohe Grundstückspreise und lange Genehmigungsverfahren als Hindernisse.

Weitere rund 60 Prozent der Befragten bemängeln, in ihrem Marktumfeld fehle es an Bauland. Dennoch planen mehr als 30 Prozent der Befragten deutlich mehr Investitionen in Neubauten. Weitere 25 Prozent wollen die Investitionen leicht erhöhen.

70 Prozent nennen Energiesparstandards als Kostentreiber

Nach Angaben der Unternehmen treiben aber nicht nur gesetzliche Auflagen die Kosten in die Höhe. Als Kostentreiber wurden von 70 Prozent Energiesparstandards ins Feld geführt. Mehr als 50 Prozent nannten Barrierefreiheit, Tiefgaragen, Aufzüge, oberirdische Autostellplätze und Balkone oder Loggien.

Energiestandards machen Häuser nur zwei bis vier Prozent teurer. Das belegt auch ein Gutachten des Instituts für technische Gebäudeausrüstung (iTG Dresden) im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

Wohngipfel am 21. September im Kanzleramt

Mit Blick auf den "Wohngipfel" mit Branchenverbänden am Freitag im Kanzleramt forderte GdW-Präsident Axel Gedaschko mehr Anreize für den Wohnungsbau und keine zu engen Regulierungen: "Wir brauchen ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz, eine Senkung der Baukosten und die Mobilisierung von Bauland. Bund, Länder und Kommunen müssen sich hier abstimmen".

Vorschläge hatte der Verband im Juli in einem 10-Punkte-Plan vorgelegt.

Der Bundesverband der Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW vertritt nach eigenen Angaben rund 3.000 Wohnungsunternehmen und Genossenschaften.

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