Wer verstehen will, wohin die Immobilienwirtschaft steuert, sollte dorthin schauen, wo neue Ideen köcheln und alte Regeln auf kleiner Flamme reduziert werden. Dort, wo improvisiert, kombiniert und neu abgeschmeckt wird. Kurz: in die Küche.
Denn was dort derzeit fermentiert, experimentiert und neu gedacht wird, ist längst mehr als nur Kulinarik. Es ist ein Spiegel des gesellschaftlichen Wandels und ein Denklabor für alle Branchen, die sich neu erfinden müssen. Ob Plant-based und Cultured Meat, regenerativer Anbau, immersive Esserlebnisse oder Zero-Waste-Initiativen: Die Food-Trends zeigen, dass Zukunft nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Kopf beginnt. Was das mit der Immobilienbranche zu tun hat? Mehr, als man denkt. Auch hier funktionieren viele der alten Rezepte nicht mehr. Was fehlt, sind neue Zutaten, kluge Kombinationen – und vor allem der Mut, anders zu würzen.
Genau dabei können Messen wie die Expo Real helfen. Lange war sie eine Poser-Messe: größer, höher, teurer war das Motto. Eine jährlich wechselnde Show der Superlative. Dann kamen die Krisen in geballter Form: 2008, die Pandemie, geopolitische Schocks, Zinswende, Baukostenexplosion. Für die Zukunft der Expo Real muss das nicht schlecht sein – ganz im Gegenteil. Die Branche kann hier einiges bewegen. International, interdisziplinär und mit mehr Sinn fürs Wesentliche; aber nicht mehr als reine Prestigeplattform, sondern als Arbeitsplattform.
Bekannte Schwerpunkte, innovative Bühne
Doch verderben nicht zu viele Köche den Brei? Nicht hier. Auf der Expo Real bringen Entscheider aus allen Bereichen ihre „Zutaten“ mit. Genau das macht es spannend. Zwischen Standgesprächen und Zukunftsdebatten wird abgeschmeckt, angerichtet und neu gedacht. Und am Ende könnte etwas entstehen, das nach Zukunft duftet.
Als größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa verspricht die Expo Real 2025 vielfältige Einblicke in die Märkte. Auch bietet sie ideale Rahmenbedingungen für Austausch und Kooperation mit führenden wie neuen Akteuren der internationalen Immobilienwirtschaft.
Claudia Boymanns, Exhibition Director der Messe München, rechnet mit rund 40.000 Teilnehmenden – darunter Vertreter von Städten, Ländern, Regionen, Finanzinstituten, Entwicklern, Startups, Tech-Unternehmen und mehr. Die Messe setzt ihre Schwerpunkte erneut bewusst breit: Wohnen, Logistik, Handel und Hotellerie stehen ebenso im Fokus wie die Innovations plattform Transform & Beyond, die in ihr zweites Jahr geht. Mehr als 60 Unternehmen haben bereits zugesagt. In Halle A3 drehen sich die Themen um Dekarbonisierung, Smart Building Technologies, digitale Quartierslösungen sowie KI und Robotik. Die Transform & Beyond Stage sowie die Decarb-Arena bieten Raum für praxisnahe Debatten und neue Perspektiven.
"KI hat den Raum der Immobilienwirtschaft betreten und ist zum sich ständig verbessernden Begleiter geworden", so Alexander Köth, CEO bei Empro. Künstliche Intelligenz kann schon heute viele Aufgaben automatisieren und Prozesse verschlanken. Gleichzeitig mahnen Experten: Nicht jedem Hype hinterherlaufen, oft reicht schon die konsequente Nutzung vorhandener Tools und Daten, um heute besser zu arbeiten. Für KI gilt: Noch nicht überall einsetzbar – aber jetzt ist die Zeit, um sich strategisch aufzustellen.
Die Messebranche ändert sich Zentrale Messetrends laut AUMA-Aussteller-Ausblick 2025/2026 – Messe-Dynamik spiegelt schwierigere Rahmenbedingungen wider:
Quelle: AUMA |
Der Beitrag ist Teil der Ausgabe 04/2025 der "Immobilienwirtschaft". Lesen Sie das gesamte Heft auch in der Immobilienwirtschaft-App.