BBU-Wohnungsmarktdaten

Mieten in Berlin steigen um bis zu elf Prozent


BBU: Mietpreise in Berlin und Brandenburg steigen weiter

Die Mieten in der Hauptstadt sind erneut gestiegen, besonders im Neubau. Beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) kostete der Quadratmeter im Jahr 2025 im Schnitt 13,55 Euro pro Monat, sieben Prozent mehr als 2024 – die Preisentwicklung im Überblick.

Die Mieten in Berlin sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen – in der Höhe gibt es aber nach wie vor große Unterschiede zwischen Bestandswohnungen und Neuvermietungen, heißt es im aktuellen Marktmonitor des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU).

Die durchschnittliche Nettokaltmiete im Bestand der BBU-Mitgliedsunternehmen lag 2025 in Berlin bei 7,10 Euro pro Quadratmeter netto kalt, 3,6 Prozent mehr als 2024. Die Neuvertragsmieten kamen im Schnitt auf 9,54 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von rund elf Prozent entspricht. Besonders teuer lebten Mieter in der Hauptstadt in Neubauwohnungen, wo für den Quadratmeter durchschnittlich 13,55 Euro pro Monat (plus sieben Prozent) fällig wurden, wie der BBU weiter mitteilte.

Der Verband vertritt vor allem genossenschaftliche, kirchliche und landeseigene Wohnungsunternehmen sowie in geringerem Umfang private Anbieter. Eigenen Angaben zufolge betreuen die BBU-Mitglieder rund 777.000 Wohnungen und damit etwa 45 Prozent des Berliner Mietwohnungsbestands. 

Wohnungsangebot: Mieten auf Portalen deutlich höher

Die auf gängigen Angebotsportalen abgerufenen Mieten sind dem BBU zufolge deutlich teurer. Dort wurden im Vergleichszeitraum zwischen Juli 2024 und Ende Juni 2025 Quadratmeterpreise von durchschnittlich 16,61 Euro abgerufen.

"Noch deutlicher wird dieser Unterschied, wenn die BBU-Mitgliedsunternehmen aus den Portalmieten herausgerechnet werden", hieß es. Die Portalmieten lägen dann bei 18,76 Euro netto kalt und damit fast doppelt so hoch wie die BBU-Neuvertragsmieten. Die Verbandsmitglieder inserieren demnach nur im geringen Umfang auf den Maklerportalen. 

Das Problem auf dem Berliner Mietmarkt bleibt aus Sicht des Verbands das knappe Angebot. Trotz des intensivierten Neubaus verharre die Leerstandsquote bei niedrigen 1,6 Prozent. Das eröffne Spielräume für einzelne "schwarze Schafe", die die Situation ausnutzten, sei es durch überhöhte Angebotsmieten, intransparente Geschäftsmodelle oder gewinnorientierte Untervermietung.

Brandenburg: Potsdam ist die teuerste Mieterstadt

Für Brandenburg zeigen die BBU-Daten deutlich auseinanderlaufende Entwicklungen zwischen den Teilräumen. Im Berliner Umland entwickeln sich demnach die Neuvertragsmieten deutlich dynamischer als in den Städten im weiteren Metropolenraum. Die Bau- und Finanzierungskosten unterscheiden sich regional aber kaum, wie die sich annähernden Erstvermietungsmieten im Neubau zeigen. "Wenn sich Mieten bei gleichbleibend hohen Kosten regional unterschiedlich entwickeln, entscheidet das darüber, wo Investitionen noch möglich bleiben", so BBU-Vorständin Maren Kern.

Die teuersten Bestandsmieten wurden im vergangenen Jahr in Potsdam fällig: im Schnitt kostete der Quadratmeter 6,97 Euro pro Quadratmeter netto kalt bei den BBU-Mietgliedsunternehmen, nach 6,76 Euro im Jahr zuvor. Am günstigsten waren die Quadratmeterpreise im Landkreis Elbe-Elster mit durchschnittlich 5,18 Euro, im Jahr 2024 waren es noch 5,08 Euro. Bei den Neuvertragsmieten ist die Rangliste gleich: Potsdam lag mit 8,72 Euro pro Quadratmeter (2024: 8,16 Euro) an der Spitze in Brandeburg und Elbe-Elster am unteren Ende mit 5,83 Euro (2024: 5,78 Euro).

BBU: Konsequenzen für die Wohnungspolitik

Der BBU nennt vier zentrale Ansatzpunkte für eine wirksame Wohnungspolitik:

  • Erstens müssten bestehende Regeln verlässlich angewendet und kontrolliert werden, damit sie Schutzwirkung entfalten.
  • Zweitens solle das Mietrecht dort gezielt weiterentwickelt werden, wo es Missbrauch bislang nicht ausreichend begrenzt.
  • Drittens brauche es Rahmenbedingungen, die Neubau und Modernisierung wieder einfacher, schneller und kalkulierbarer machen.
  • Und viertens seien mehr Information und belastbare Datengrundlagen notwendig, damit Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden können.

"Stabile Wohnungsmärkte entstehen nicht durch Gegeneinander, sondern durch Zusammenarbeit. Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft müssen hier gemeinsam handeln – nur so lassen sich Angebot, Fairness und Vertrauen dauerhaft sichern", sagte Kern. 

Aufzeichnung Pressekonferenz BBU-Marktmonitor 2025 (Youtube)


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