BBU-Marktmonitor 2020: Kaum Anträge auf Mietstundungen

Stundungen von Wohnungsmieten waren in Berlin und Brandenburg vergangenes Jahr kaum ein Thema. Jedenfalls registrierte der Verband BBU nur wenige Anträge. Anders sieht es bei den Gewerbemieten aus. Frühere Prognosen zu den Auswirkungen des Mietendeckels sind im "Marktmonitor 2020" leicht revidiert.

Wohnungsmieter gerieten wegen der Corona-Krise viel seltener in Zahlungsschwierigkeiten als gewerbliche Mieter. Das zeigt eine Umfrage des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) unter seinen Mitgliedern. Demnach haben in Berlin bis Januar 2021 nur 0,03 Prozent der Wohnungsmieter eine Stundung beantragt, in Brandenburg waren es 0,08 Prozent. Damit ist der sowieso schon niedrige Wert im Laufe der Pandemie sogar noch einmal gefallen: Im Juni gab es in Berlin bei 0,34 Prozent der vermieteten Wohnungen Anträge auf Mietstundung (Brandenburg: 0,36 Prozent).

Von den Gewerbemietern, die mit BBU-Unternehmen einen Mietvertrag haben, beantragten bis Januar 2021 in der gesamten Region mehr als zwei Prozent eine Stundung, in Brandenburg waren es sogar 5,5 Prozent. Rund ein Viertel der befragten BBU-Vermieter erklärten, gerade in den vergangenen Wochen sei die Zahl der Anträge noch gestiegen. "Man sieht an solchen Werten, wie ungleich die Hilfen für Gewerbetreibende ankommen", teilte BBU-Vorständin Maren Kern bei der Vorstellung des aktuellen "BBU-Marktmonitor 2020" mit.

Brandenburg: Mieten sind (noch) günstiger als in Berlin

Was die Wohnungsmieten angeht, hat der BBU für seine Studie ausschließlich Zahlen aus den abgeschlossenen Verträgen seiner Mitgliedsunternehmen von 2019 ausgewertet. Demnach lagen die durchschnittlichen Kaltmieten bei Neuvertragsmieten für Wohnungen in der Hauptstadt im Schnitt bei 7,95 pro Quadratmeter, das sind 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die höchste Nettokaltmiete wurde bei den BBU-Verbandsmitgliedern mit 9,43 Euro im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gezahlt, am günstigsten wohnte es sich in Marzahn-Hellersdorf mit sieben Euro. In den Städten des Berliner Umlands lagen die Mieten 2019 im Schnitt bei 6,72 Euro nettokalt pro Monat und Quadratmeter Wohnfläche – ein Minus von 0,4 Prozent.

In Brandenburg kostete eine Wohnung aus dem BBU-Verband im Jahr 2019 nettokalt 5,26 Euro Miete pro Quadratmeter. Hier ist allerdings Potsdam mit eingerechnet, wo die Durchschnittsmieten mit 6,17 Euro nur knapp unter dem Berliner Durchschnitt (6,29 Euro) liegen. Am günstigsten sind die Wohnungen in Brandenburg weiterhin in der Prignitz: Hier kostete der Quadratmeter im vergangenen Jahr 4,50 Euro.

Berlin: Der Mietendeckel und die Auswirkungen auf die Mietpreise

Die Zahlen zu den Mietpreisen stammen allesamt aus dem Jahr, bevor der Mietendeckel in Berlin in Kraft trat. Seit der Einführung des Mietendeckels im Februar 2020 dürfen die Nettokaltmieten bei Neuvermietung nur unterhalb einer bestimmten Grenze liegen, seit November, als "Stufe zwei" des Gesetzes in Kraft trat, mussten zudem die Mieten im Bestand vielerorts gesenkt werden. Bei den BBU-Unternehmen sei mehr als jede zehnte (rund 12,4 Prozent) Wohnung betroffen, sagte Kern.

Bevor das Gesetz in Kraft trat, sprach die BBU-Vorsitzende von 1,1 Milliarden Euro, die die Mitgliedunternehmen weniger investieren werden würden, wegen des Mietendeckels. Aktuell gehen die Unternehmen davon aus, dass sie 900 Millionen Euro weniger vor allem in die Modernisierung ihrer Wohnungen investieren wollen. Bei der Instandhaltung von Gebäuden planen laut der Abfrage unter den Unternehmen nur 13 Prozent größere Einschnitte, und 14 Prozent wollen keine neuen Wohnungen mehr bauen.

BBU-Marktmonitor 2020

  

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dpa
Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Wohnungsbau, Wohnungswirtschaft