Kostenanstieg trotz sinkender Energiepreise

Heizkostenabrechnung 2025: Wo Nachzahlungen teuer werden


Heizkostenabrechnung 2025: Wo Nachzahlungen teuer werden

Die Heizkosten 2025 dürften laut Prognose des Energiedienstleisters Techem gegenüber 2024 im Schnitt um 8,6 Prozent steigen – besonders teuer sind Gas und Fernwärme. Wie hoch die Nachzahlungen ausfallen, ist regional sehr unterschiedlich.

Verbraucher müssen sich für das vergangene Jahr auf höhere Heizkosten einstellen. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen und Prognosen des Energiedienstleisters Techem und des Vergleichsportals Verivox.

Gas und Öl: Heizen bis zu 13 Prozent teurer

Laut Verivox muss ein Musterhaushalt mit Gasheizung und einem Verbrauch von rund 20.000 Kilowattstunden im Jahr 2025 knapp 13 Prozent mehr bezahlen als 2024. Als Gründe werden ein höherer Verbrauch – wegen des kalten Februars und eines Kälteeinbruchs im November mit Frost und Schneefall – sowie gestiegene Gaspreise genannt.

Haushalte mit Ölheizung müssen demnach im Schnitt mit rund vier Prozent höheren Heizkosten rechnen. Der Anstieg fiel trotz des höheren Heizbedarfs niedriger aus als beim Gas, weil die Heizölpreise gesunken waren. "Das Heizen mit Öl war das vierte Jahr in Folge günstiger als das Heizen mit Gas", sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Unter dem Strich müssten Verbraucher mit Ölheizung für 2025 knapp 16 Prozent weniger für ein warmes Zuhause ausgeben als Gaskunden.

Heizkosten: Stärkster Anstieg bei Fernwärme erwartet

Der Prognose von Techem zufolge dürften die Heizkosten 2025 im Schnitt um 8,6 Prozent gegenüber 2024 steigen. Besonders betroffen seien Haushalte mit Fernwärme (plus 13,2 Prozent), aber auch Heizen mit Gas (plus 9,7 Prozent) und Strom (plus 9,2 Prozent) werde deutlich teurer. Verbraucher, die mit Öl heizen, müssten dagegen nur moderat höhere Kosten (plus 2,4 Prozent) stemmen.

In den vergangenen Wochen hatte es in vielen Teilen Deutschlands eisiges Winterwetter mit teils strengem Frost gegeben. Schon die Weihnachtstage waren laut Deutschem Wetterdienst im Mittel so kalt wie seit 15 Jahren nicht mehr. 

Geht man von einem linearen Zusammenhang zwischen Temperatur und Heizenergieverbrauch aus, ergibt sich ein Verbrauchsanstieg um rund 11,6 Prozent. Während die Preise für Gas (minus 1,6 Prozent), Strom (minus 2,1 Prozent) und Heizöl (minus 8,2 Prozent) im Mittel gesunken sind – nur Fernwärme verzeichnet einen Preisanstieg (plus 1,5 Prozent) –, überkompensiert der höhere Verbrauch durch die niedrigeren Temperaturen diesen Effekt.

Die Techem-Prognose basiert auf dem EU-Verbraucherpreisindex und Wetterdaten von meteostat.net, die vom Deutschen Wetterdienst validiert wurden. Für die letzten Wochen im Jahr 2025 wurden die Daten hochgerechnet.

Regionen mit stärksten und geringsten Kostenanstiegen

Bei den Heizkosten gibt es Techem zufolge deutliche regionale Unterschiede, die auf den örtlichen Wetterbedingungen beruhen. Verbraucher in Baden-Württemberg müssen mit einem besonders starken Kostenanstieg von mehr als 14 Prozent rechnen, ähnlich ist es in Sachsen (rund 13 Prozent) und Sachsen-Anhalt (rund zwölf Prozent).

Glimpflich kommen Verbraucher im Norden davon: etwa in Schleswig-Holstein mit einem Kostenanstieg von knapp drei Prozent, Mecklenburg-Vorpommern (plus 5,8 Prozent) und Niedersachsen (plus 5,9 Prozent).

Bei den Städten gehören Kiel (plus 0,7 Prozent), Solingen (plus 2,7 Prozent) und Oberhausen (plus 2,9 Prozent) zu den Gewinnern mit einem vergleichsweise geringen Anstieg der Kosten. Karlsruhe (plus 21 Prozent), Halle/Saale (plus 14,8 Prozent) und Dresden (plus 14,6 Prozent) müssen mit deutlichen Kostensteigerungen bei den Heizkosten rechnen.

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