Energiepreise

Gasspeicherumlage fällt 2026 weg


Energiepreise: Gasspeicherumlage fällt ab Januar 2026 weg

Seit dem 1.1.2026 greift die staatliche Entlastung bei den Energiepreisen – die 2022 auf den Gaspreis eingeführte Umlage fällt weg. Eine pauschale Stromsteuersenkung kommt nicht, aber die Netzentgelte sinken. Wie wirken sich die Maßnahmen aus?

Mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1.1.2026 will die Bundesregierung Verbraucher bei den Gaspreisen entlasten. Die Gesetzesänderung dazu wurde im November 2025 vom Bundestag beschlossen.

Die Umlage macht für Haushaltskunden rund 2,4 Prozent des Gaspreises aus. Bei zuletzt 2,89 Euro pro Megawattstunde könnte zum Beispiel ein Vierpersonenhaushalt je nach Verbrauch rund 30 bis 60 Euro pro Jahr einsparen.

Beim Strom geht es um eine Senkung der Übertragungsnetzentgelte. Rein rechnerisch sinken die Gebühren für Haushalte ab 2026 um durchschnittlich rund 15 Prozent, heißt es beim Vergleichsportal Verivox.

Abschaffung der Gasspeicherumlage: Hintergrund

Die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1.1.2026 ist im vierten Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG-Novelle) geregelt. Im Bundestag wurde der Regierungsentwurf am 5.11.2025 mit den Stimmen der Koalitionspartner Union und SPD beschlossen. Grüne und AfD lehnten die Reform ab, die Linke enthielt sich. 

Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes

Bis zum 31.12.2025 wurde die Umlage weiter erhoben, um den negativen Saldo auf dem Gasspeicherumlagekonto auszugleichen. Konkret geht es um die Kosten für die Befüllung der Speicher nach der Energiekrise 2022, um eine Gasmangellage zu verhindern.

Eigentlich war vorgesehen, den Speicher bis Ende 2027 durch die Gasspeicherumlage auszugleichen. Die bis Ende 2025 aufgelaufenen Kosten von bis zu 3,4 Milliarden Euro übernimmt nun der Bund einmalig mit Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Mit Inkrafttreten der Änderung im Energiewirtschaftsgesetz wird der negative Saldo vollständig aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen.

Abschaffung der Gasspeicherumlage: Alle wichtigen Informationen

Die Grünen kritisierten, das Geld solle lieber für echte Klimaschutzinvestitionen wie Wärmepumpen und Dämmung genutzt werden. Fossiles Gas sei nicht klimafreundlich. Auch die Linke beklagte, es gehe nicht um Zukunftsinvestitionen, stattdessen müsse ein Klimageld ausgezahlt und die Stromsteuer für alle gesenkt werden.

Entlastung bei den Energiepreisen: Das gilt für Strom

Die Abschaffung der Gasspeicherumlage ist nur ein Teil eines angekündigten ganzen Maßnahmenpakets zur Entlastung bei den Energiepreisen. Weitere Schritte zur Entlastung bei den Energiepreisen sind:

  • Die Senkung der Stromsteuer soll ab 2026 weiter und auf Dauer gelten. Entlastet werden alle produzierenden Unternehmen sowie die Land- und Forstwirtschaft, also auch mittelständische Betriebe.
  • Der Bund übernimmt außerdem ab dem 1.1.2026 einen Teil der Übertragungsnetzentgelte und Umlagen: Der Zuschuss beträgt 6,5 Milliarden Euro. Das soll Verbrauchern und Unternehmen zugute kommen.

Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD angekündigt, die Stromsteuer für alle senken zu wollen. Die Entscheidung dagegen wurde mit Haushaltszwängen begründet.

Die Entlastungen sind im Haushalt 2026 angelegt und finanziert.

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Experten: Wirkung der Entlastungen auf Gas- und Strompreise

Über die Übertragungsnetzentgelte wird unter anderem der teure Ausbau der Stromnetze finanziert. Sie machen rund ein Viertel der Stromrechnung aus und sind deutlich gestiegen. Durch den Bundeszuschuss sinken laut Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die vorgelagerten Netzkosten der Verteilnetzbetreiber, was sich auch auf die Stromrechnung der Kunden auswirke.

Niedrigere Stromnetzgebühren kämen aber nicht automatisch bei den Verbrauchern an, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Zuerst müsse der Stromversorger eine Preissenkung ankündigen. Bisher habe rund die Hälfte der regionalen Stromversorger in Deutschland niedrigere Tarife für 2026 angekündigt. "Bei der anderen Hälfte werden die Preise entweder nicht oder erst in den kommenden Monaten gesenkt." 

Verivox zufolge sinken die Stromnetzgebühren für Haushalte ab 2026 um durchschnittlich rund 15 Prozent. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr wäre das eine Entlastung von 77 Euro brutto.

Bei den jährlichen Gaskosten für eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden geht Verivox von einer durchschnittlichen Ersparnis von 69 Euro brutto aus, gibt aber zu bedenken, dass gleichzeitig die Nutzung der Gasnetze im Jahr 2026 um rund elf Prozent steigt. Das gleiche die Entlastung durch den Wegfall der Gasspeicherumlage rechnerisch aus. Aufgrund niedrigerer Beschaffungskosten für Gas habe bisher rund ein Drittel der regionalen Grundversorger Preissenkungen angekündigt. 


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dpa

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