Heizperiode 2026 bringt höhere Kosten
Nach einer kurzen Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 sind die Heizkosten 2025 wieder deutlich gestiegen. Erdgas und Holzpellets kosteten je nach Gebäudeart bis zu 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 rechnen Experten mit weiteren Anstiegen, besonders bei Heizöl und Holzpellets. Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise noch Glück haben.
Das zeigt der neue Heizspiegel für Deutschland 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht hat. Die Botschaft ist eindeutig: Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist vorbei. Wer heute nicht handelt, ob als Vermieter, Eigentümer oder Mieter, zahlt morgen mehr.
Erdgas und Holzpellets 2025 am teuersten
Hauptursachen für die hohen Heizkosten 2025 waren die gestiegenen Preise einzelner Energieträger sowie der kältere Winter, heißt es in einer Mitteilung bei Veröffentlichung des aktuellen Heizspiegels. Am deutlichsten zeigte sich diese Entwicklung bei Erdgas und Holzpellets.
Je nach Gebäudeart lagen die Kosten um bis zu 24 Prozent über dem Vorjahr. Wärmepumpen (plus drei Prozent auf 735 Euro) und Fernwärme (plus ein Prozent auf 1.310 Euro) wurden nur moderat teurer, während Heizöl nahezu auf dem Niveau des Vorjahres blieb.
Heizkosten 2026 steigen weiter
Auch für 2026 rechnet co2online mit weiteren Kostensteigerungen. Besonders Heizöl und Holzpellets dürften teurer werden. Die Experten haben die erwarteten Heizkosten unter anderem für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet.
Für Heizöl wird vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs ein Anstieg von 24 Prozent auf 1.275 Euro prognostiziert. Bei Holzpellets rechnen die Experten für 2026 mit einem Plus von 17 Prozent auf 870 Euro.
Beim Erdgas zeichnet sich zunächst eine Entlastung ab. Durch den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten hier im Jahresdurchschnitt leicht sinken, um vier Prozent auf 1.120 Euro Jahreskosten. Allerdings: Wenn die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen, dürfte das die Gaskosten Ende 2026 oder 2027 wieder steigen lassen.
"Wer heute eine neue Heizung plane, sollte diese Entwicklung kennen", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Auch wenn mit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) der Einbau von reinen Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt sei.
Gas- und Ölheizungen bis 2045 doppelt so teuer?
Während einzelne Energiepreise von Jahr zu Jahr schwanken, zeigt die langfristige Entwicklung eine klare Richtung: Heizen mit fossilen Energien wird nach Angaben von co2online voraussichtlich immer teurer.
Die neue Heizkostenprognose zeigt, dass sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln könnten. Ursachen seien unter anderem steigende CO2-Preise, höhere Netzentgelte und die sogenannte Biotreppe im GModG.
Die Kosten für Wärmepumpen werden demnach deutlich langsamer steigen und dürften dauerhaft am niedrigsten bleiben.
90 Prozent der Haushalte können Heizkosten senken
Der co2online-Heizspiegel 2026 zeigt außerdem, dass rund 90 Prozent aller Haushalte über Sparpotenzial verfügen. Demnach sind im Durchschnitt für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in etwa 465 Euro pro Jahr möglich, in einem Einfamilienhaus sogar 1.000 Euro. Deutschlandweit entspräche das einem Potenzial von bis zu 24 Milliarden Euro jährlich.
Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren. Größere Einsparungen könnten mit Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder dem Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme erreicht werden, so die Spezialisten.
Heizspiegel 2026 liefert unabhängige Kostendaten
Der Heizspiegel für Deutschland wird von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online erstellt und herausgegeben. Er informiert seit 2004 über Sparpotenziale rund ums Heizen und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Partner des Heizspiegels ist der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Bauherren-Schutzbund (BSB). Verbraucher können mit dem interaktiven Online-Tool den Heizenergieverbrauch und die Heizkosten prüfen und individuelle Spartipps erhalten.
co2online.de "Heizcheck – der Rechner für Kosten und Sparpotenzial"
Heizperiode beginnt: Was Vermieter jetzt beachten müssen
Eigentümer müssen mit Beginn der Heizperiode am 1. Oktober sicherstellen, dass die vermieteten Wohnungen ausreichend beheizt werden können, damit Mieter gewisse Mindesttemperaturen in den Wohnräumen erreichen können.
Das Gesetz trifft keine eindeutigen Regeln zur Mindesttemperatur in Wohnräumen. Eine Richtschnur kann § 535 BGB sein, der Vermieter verpflichtet, "die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen."
Die Rechtsprechung kommt grundsätzlich zu dem Schluss, dass Mieter tagsüber einen Anspruch auf eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius und nachts auf 18 Grad Celsius haben. Werden die erforderlichen Raumtemperaturen nicht erreicht, kann ein Mietmangel vorliegen.
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