Angst vor Hacks bremst Smart-Home-Boom
Smart-Home-Anwendungen erreichen einen neuen Höchststand: Im Jahr 2022 waren es 43 Prozent der Haushalte in Deutschland, die intelligente Geräte im eigenen Haushalt nutzten, 2024 bereits 46 Prozent und jetzt 52 Prozent – das zeigt eine Bitkom-Umfrage anlässlich der Tech-Messe IFA Berlin 2026, die vom 4. bis 8. September stattfinden wird.
Insbesondere bei Menschen unter 50 Jahren ist das Smart Home beliebt. 73 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 70 Prozent der 30- bis 49-Jährigen nutzen Smart-Home-Anwendungen. Doch trotz wachsender Verbreitung bleibt ein zentrales Hemmnis bestehen: die Angst vor Cyberangriffen.
Datenschutz als Kaufkriterium
Unter den Umfrageteilnehmern, die Smart-Home-Technologien nicht nutzen, geben 59 Prozent an, Hackerangriffe zu fürchten – das sind fünf Prozentpunkte mehr als bei der Umfrage 2024. 40 Prozent sorgen sich außerdem um den Missbrauch persönlicher Daten. Das Thema Cybersicherheit steht unangefochten an der Spitze der Nutzungsbarrieren.
Auch unter Haushalten, die im Smart Home wohnen, ist das Sicherheitsbewusstsein hoch: Für 87 Prozent sind Datensicherheit und Datenschutz wichtige Auswahlkriterien beim Kauf neuer Anwendungen. 42 Prozent fordern eine stärkere gesetzliche Regulierung.
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder mahnt zur Sachlichkeit: "Wir brauchen beim Thema Sicherheit im Smart Home weder Sorglosigkeit noch Alarmismus." Entscheidend sei, dass Sicherheit von Anfang an mitgedacht wird, verlässliche Standards gelten und Geräte über die gesamte Nutzungsdauer mit Sicherheitsupdates versorgt werden.
Hackerangriffe: Kein Fall dokumentiert
Die Ausfallstatistik stützt die Einschätzung von Rohleder. Laut Umfrage ist bei knapp der Hälfte (45 Prozent) der Smart-Home-Nutzer in den vergangenen zwölf Monaten keine einzige Anwendung ausgefallen. Seltene Ausfälle gab es bei 27 Prozent der Nutzer, gelegentliche Ausfälle bei 16 Prozent und regelmäßige Ausfälle bei elf Prozent.
Wenn es Probleme gab, war es in 85 Prozent der Fälle die Internetverbindung. Einen tatsächlichen Hackerangriff als Ausfallgrund hat keiner der Befragten genannt.
Eine größere Rolle spielen auch die Kosten: 38 Prozent sind Smart-Home-Anwendungen zu teuer, das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2024. Dagegen empfinden nur noch 22 Prozent die Bedienung als zu kompliziert – fünf Prozentpunkte weniger als 2024. 17 Prozent wollen nicht noch mehr Technik im Haus haben, und zehn Prozent haben kein Interesse an smarten Technologien im Haushalt.
KI-Haus und Roboter: Faszination trifft Kontrollangst
Die Begeisterung für vernetzte Wohnformen wächst: Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen kann sich vorstellen, in einem komplett KI-gesteuerten Haus zu leben, so ein weiteres zentrales Ergebnis der Umfrage.
48 Prozent würden einen humanoiden Roboter im Haushalt einsetzen. 18 Prozent sagten bei dieser Frage "Ja, auf jeden Fall" und 30 Prozent "Eher ja" – aber auch hier dominieren Sicherheitsbedenken das Meinungsbild. Für 14 Prozent könnten humanoide Roboter sogar soziale Kontakte ersetzen. Die meisten, 87 Prozent, würden ihn zum Aufräumen einsetzen, 77 Prozent zum Einsortieren von Einkäufen und 73 Prozent zum Putzen.
47 Prozent (27 Prozent "Nein, auf keinen Fall"; 20 Prozent "Eher nein") können sich das nicht vorstellen. 40 Prozent haben Angst, im Smart Home Kontrolle an die KI abzugeben, und 38 Prozent befürchten den Verlust der Kontrolle über das eigene Zuhause.
Bitkom Research hat im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 1.159 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 597 Nutzer von Smart-Home-Anwendungen. Die Umfrage fand im Juni 2026 statt.
Smart Home 2026: Präsentation und Grafiken zum Download
Um Innovationen, beispielhafte Projekte und Einsatzfelder rund um das Thema "Smart Home" geht es auch in Ausgabe DW 9/2026 des Fachmagazins "DW Die Wohnungswirtschaft". Das gesamte Heft gibt es in der DW-App .
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