Verwaltungskostenpauschale 2020: Kostenmiete steigt

Die Verwaltungskostenpauschale und die Instandhaltungskostenpauschale 2020 liegen vor. Die Werte haben entscheidenden Einfluss auf die Kostenmiete. Gegenüber 2017 steigen die Pauschalen um mehr als vier Prozent.

Für öffentlich geförderte Wohnungen wie Sozialwohnungen ist der Vermieter an die Kostenmiete gebunden. Voraussetzung für eine Mieterhöhung bei solchem preisgebundenem Wohnraum ist daher, dass sich die laufenden Aufwendungen des Vermieters erhöht haben.

In das Berechnen der Kostenmiete bei öffentlich geförderten Wohnungen fließen Kapital- und Bewirtschaftungskosten ein. Dies ergibt sich aus der Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen (II. Berechnungsverordnung/II. BV). Teil der Bewirtschaftungskosten sind neben der Abschreibung, den Betriebskosten und dem Mietausfallwagnis die Verwaltungs- und Instandhaltungskosten. Diese werden als Pauschalen angesetzt.

Verwaltungskostenpauschale 2020: Mietanpassung für öffentlich geförderte Wohnungen

Die Verwaltungskostenpauschale und die Instandhaltungskostenpauschale sind indexiert und werden alle drei Jahre anhand der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst. Zum 1.1.2020 ist es wieder so weit. Maßgeblich ist die Erhöhung des Verbraucherpreisindex, die im Oktober 2019 gegenüber dem Oktober 2016 eingetreten ist. Nachdem das Statistische Bundesamt den Verbraucherpreisindex Oktober 2019 veröffentlicht hat, können die neuen Pauschalen berechnet werden.

Verbraucherpreisindex Oktober 2019 (2015=100): 106,1

Verbraucherpreisindex Oktober 2016 (2015=100): 101,2

Dies entspricht einer Veränderung von 4,84 Prozent.

Nachfolgend die hieraus errechnete Verwaltungskostenpauschale 2020 und die Instandhaltungskostenpauschale 2020 im Überblick.

Verwaltungskostenpauschale 2020 gemäß § 26 II. BV (pro Jahr)

 

2014-2016

2017-2019

Ab 1.1.2020

Je Wohnung

279,35 Euro

284,62 Euro

298,41 Euro

Je Garagen- oder Einstellplatz

36,44 Euro

37,12 Euro

38,92 Euro

Je Eigentumswohnung

334,00 Euro

340,31 Euro

356,79 Euro


Instandhaltungskosten gemäß § 28 II. BV (pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr)

 

2014-2016

2017-2019

Ab 1.1.2020

in Wohnungen, deren Bezugsfertigkeit am Ende des Kalenderjahres …




… weniger als 22 Jahre zurückliegt

8,62 Euro 

8,78 Euro

9,21 Euro

… mindestens 22 Jahre zurückliegt

10,93 Euro

11,14 Euro

11,68 Euro

… mindestens 32 Jahre zurückliegt

13,97 Euro

14,23 Euro 

14,92 Euro 

Abschlag bei eigenständiger gewerblicher Lieferung von Wärme

0,24 Euro

0,24 Euro

0,25 Euro

Abschlag, wenn Mieter Kosten kleinerer Instandhaltungen trägt

1,28 Euro

1,30 Euro

1,36 Euro

Zuschlag für Aufzug

1,22 Euro

1,24 Euro

1,30 Euro

Zuschlag für Schönheitsreparaturen, sofern der Vermieter sie trägt

10,32 Euro

10,50 Euro

11,02 Euro

Pro Garagen- oder Einstellplatz

82,60 Euro

84,16 Euro

88,23 Euro

Kostenmiete: Mietanpassung für öffentlich geförderte Wohnungen 2020

Aufgrund der geänderten Verwaltungskostenpauschale und Instandhaltungskostenpauschale kann der Vermieter die neue Kostenmiete berechnen und bei einer preisgebundenen Wohnung eine Mieterhöhung erklären. Diese erfolgt durch eine einseitige Erklärung des Vermieters, in der die Erhöhung berechnet und erläutert werden muss. Der Berechnung der neuen Kostenmiete muss eine Wirtschaftlichkeitsberechnung oder ein Auszug daraus, der die Höhe der laufenden Aufwendungen erkennen lässt, beigefügt werden. Anstelle der Wirtschaftlichkeitsberechnung kann auch eine Zusatzberechnung zur letzten Wirtschaftlichkeitsberechnung oder, wenn das zulässige Entgelt von der Bewilligungsstelle aufgrund einer Wirtschaftlichkeitsberechnung genehmigt worden ist, eine Abschrift der Genehmigung beigefügt werden.

Eine diesen Anforderungen entsprechende Erklärung des Vermieters hat die Wirkung, dass vom Ersten des Folgemonats an die erhöhte Miete zu zahlen ist. Dies setzt aber voraus, dass der Vermieter die Erklärung bis zum 15. des Monats abgibt. Wenn die Erklärung erst später abgegeben wird, erhöht sich die Miete erst zum Ersten des übernächsten Monats.

Instandhaltungskostenpauschale 2020: Mieterhöhung im sozialen Wohnungsbau nach Änderung der Baualtersklasse

Da sich die Instandhaltungskostenpauschale auch nach dem Alter des Gebäudes richtet, kann sich eine Erhöhung der Kostenmiete auch daraus ergeben, dass ein Gebäude in eine andere Baualtersklasse „rutscht“. Im Jahr 2020 rücken Gebäude aus den Jahren 1998 beziehungsweise 1988 in die nächsthöhere Baualtersklasse auf.

Schlagworte zum Thema:  Sozialwohnung, Mieterhöhung