Geänderte Verwaltungskostenpauschale und Instandhaltungskostenpauschale lassen Kostenmiete steigen Bild: MEV-Verlag, Germany

Wegen der Verwaltungskostenpauschale 2017 steigt die Kostenmiete. Was bedeutet das konkret?

Für öffentlich geförderte Wohnungen wie Sozialwohnungen ist der Vermieter an die Kostenmiete gebunden. Voraussetzung für eine Mieterhöhung bei solchem preisgebundenem Wohnraum ist daher, dass sich die laufenden Aufwendungen des Vermieters erhöht haben.

In das Berechnen der Kostenmiete bei öffentlich geförderten Wohnungen fließen Kapital- und Bewirtschaftungskosten ein. Dies ergibt sich aus der Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen (II. Berechnungsverordnung/II. BV). Teil der Bewirtschaftungskosten sind neben der Abschreibung, den Betriebskosten und dem Mietausfallwagnis die Verwaltungs- und Instandhaltungskosten. Diese werden als Pauschalen angesetzt.

Verwaltungskostenpauschale 2017: Mietanpassung für öffentlich geförderte Wohnungen

Die Verwaltungskostenpauschale und die Instandhaltungskostenpauschale sind indexiert und werden alle drei Jahre anhand der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst. Zum 1.1.2017 war es wieder so weit. Maßgeblich ist die Erhöhung des Verbraucherpreisindex, die im Oktober 2016 gegenüber dem Oktober 2013 eingetreten ist. Hieraus ergibt sich eine Erhöhung der Pauschalen um 1,89 Prozent.

Nachfolgend die Verwaltungskostenpauschale 2017 und die Instandhaltungskostenpauschale 2017 im Überblick.

Verwaltungskostenpauschale 2016 und 2017 gemäß § 26 II. BV (pro Jahr)

 

2014-2016

Seit 1.1.2017

Je Wohnung

279,35 Euro

284,62 Euro

Je Garagen- oder Einstellplatz

36,44 Euro

37,12 Euro

Je Eigentumswohnung

334,00

340,31 Euro

 

Instandhaltungskosten gemäß § 28 II. BV (pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr)

 

2014-2016

Seit 1.1.2017

in Wohnungen, deren Bezugsfertigkeit am Ende des Kalenderjahres …

… weniger als 22 Jahre zurückliegt

8,62 Euro 

8,78 Euro

… mindestens 22 Jahre zurückliegt

10,93 Euro

11,14 Euro

… mindestens 32 Jahre zurückliegt

13,97 Euro

14,23 Euro 

Abschlag bei eigenständiger gewerblicher Lieferung von Wärme

0,24 Euro

0,24 Euro

Abschlag, wenn Mieter Kosten kleinerer Instandhaltungen trägt

1,28 Euro

1,30 Euro

Zuschlag für Aufzug

1,22 Euro

1,24 Euro

Zuschlag für Schönheitsreparaturen, sofern der Vermieter sie trägt

10,32 Euro

10,50 Euro

Pro Garagen- oder Einstellplatz

82,60 Euro

84,16 Euro

Kostenmiete: Mietanpassung für öffentlich geförderte Wohnungen 2017

Aufgrund der geänderten Verwaltungskostenpauschale und Instandhaltungskostenpauschale kann der Vermieter die neue Kostenmiete berechnen und bei einer preisgebundenen Wohnung eine Mieterhöhung erklären. Diese erfolgt durch eine einseitige Erklärung des Vermieters, in der die Erhöhung berechnet und erläutert werden muss. Der Berechnung der neuen Kostenmiete muss eine Wirtschaftlichkeitsberechnung oder ein Auszug daraus, der die Höhe der laufenden Aufwendungen erkennen lässt, beigefügt werden. Anstelle der Wirtschaftlichkeitsberechnung kann auch eine Zusatzberechnung zur letzten Wirtschaftlichkeitsberechnung oder, wenn das zulässige Entgelt von der Bewilligungsstelle aufgrund einer Wirtschaftlichkeitsberechnung genehmigt worden ist, eine Abschrift der Genehmigung beigefügt werden.

Eine diesen Anforderungen entsprechende Erklärung des Vermieters hat die Wirkung, dass vom Ersten des Folgemonats an die erhöhte Miete zu zahlen ist. Dies setzt aber voraus, dass der Vermieter die Erklärung bis zum 15. des Monats abgibt. Wenn die Erklärung erst später abgegeben wird, erhöht sich die Miete erst zum Ersten des übernächsten Monats.

Instandhaltungskostenpauschale 2017: Mieterhöhung im sozialen Wohnungsbau nach Änderung der Baualtersklasse

Da sich die Instandhaltungskostenpauschale auch nach dem Alter des Gebäudes richtet, kann sich eine Erhöhung der Kostenmiete auch daraus ergeben, dass ein Gebäude in eine andere Baualtersklasse „rutscht“. Im Jahr 2017 rücken Gebäude aus den Jahren 1995 beziehungsweise 1985 in die nächsthöhere Baualtersklasse auf.

Schlagworte zum Thema:  Sozialwohnung, Mieterhöhung

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