Smart Meter: Wer muss handeln – und wer profitiert?
Die Einführung intelligenter Systeme zur Messung und Steuerung des Energieverbrauchs soll schrittweise erfolgen. Wie schnell und welche Smart Meter in Deutschland installiert werden sollen, rückt durch das Reformpaket der Bundesregierung wieder in den Fokus.
Die Pflicht zum Einbau von klassischen Smart Metern besteht weiterhin für Haushalte mit höherem Stromverbrauch und für Betreiber von Solaranlagen und steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen oder Wärmepumpen – diese Hauseigentümer stehen zu 83 Prozent hinter der Technik, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Statista im Auftrag des Energieanbieters E.ON zeigt.
Davon hängt die Akzeptanz von Smart Metern ab
Von den befragten 2.000 selbstnutzenden Hauseigentümern sehen nur knapp zehn Prozent keine Gründe für die Nutzung von Smart Metern. Sieben Prozent antworteten mit "weiß nicht" oder machten keine Angabe. 83 Prozent bewerten die Technik positiv.
Haushalte, deren Jahresstromverbrauch bei mehr als 6.000 Kilowattstunden liegt, die eine Photovoltaik mit einer installierten Leistung von mehr als sieben Kilowatt betreiben und / oder die Wärmepumpen oder Wallboxen nutzen, sind bis Ende 2030 zum Smart-Meter-Einbau verpflichtet.
Rund 90 Prozent der Eigentümer mit E-Autos, Batteriespeichern oder Wärmepumpen (Pflichteinbaufälle) zeigen sich offen für die intelligenten Stromzähler. Wer keine dieser Energielösungen und auch kein Interesse an deren Anschaffung hat, bewertet wiederum den Nutzen von Smart Metern deutlich geringer: Umfrageteilnehmer ohne E-Auto (59 Prozent), ohne Wärmepumpe (64 Prozent), ohne Speicher (76 Prozent).
Wer finanziell von Smart Metern profitiert
Ein Smart Meter könne es ermöglichen, die Stromrechnung mit innovativen Stromtarifen zu senken, schreiben die Studienautoren. Dazu müssten die Verbraucher den Stromverbrauch bevorzugt in Zeiten verschieben, in denen die Stromnachfrage gering ist oder in denen erneuerbare Energien besonders viel Strom erzeugen. E-Auto, Wärmepumpe und Batteriespeicher haben einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch und demnach einen entsprechend großen Hebel, um die Vorteile der intelligenten Messsysteme zu heben.
Laut Umfrage sind Hauseigentümer für Smart Meter aufgeschlossen, wo sie sich eine Kostenersparnis durch einen optimierten Stromverbrauch versprechen (50 Prozent), den Energieverbrauch monitoren (31 Prozent) oder dynamische Stromtarife beziehungsweise Festpreistarife mit smartem Service nutzen können (30 Prozent). Das der Zählerstand automatisch übermittelt wird und sich so Nachzahlungen vermeiden lassen sehen jeweils 28 Prozent der Befragten als Vorteil.
Zwei Drittel der Hauseigentümer bewerten Smart Meter als wichtigen Baustein der Energiewende. 81 Prozent finden es deshalb fair, wenn Haushalte finanziell profitieren, wenn sie den Stromverbrauch flexibel anpassen.
"Smart Meter Light" im Reformpaket der Bundesregierung
Im Reformpaket, das die Bundesregierung vor Kurzem beschlossen hat, findet sich der Begriff Smart Meter light. Dort heißt es wörtlich:
"Wir wollen zudem die Digitalisierung der Netze beschleunigen. Die Ziele für den Smart-Meter-Rollout schärfen wir nach: Bis Ende 2030 soll der Rollout für alle relevanten Messstellen zu über 90 Prozent abgeschlossen sein. Für Kunden, die nicht dem verpflichtenden Rollout unterfallen, etablieren wir ein kostengünstiges "Smart Meter Light", mit dem sie kostengünstig und cybersicher ihre Stromrechnung optimieren können."
Dazu sagt Filip Thon, CEO von E.ON Energie Deutschland: "Fraglich ist, ob der vorgeschlagene Weg über den Rollout von Smart Meter Light tatsächlich der notwendige Beschleuniger ist." Zwar könnte so mehr Haushalten einen Zugang zu dynamischen Tarifen eröffnet werden, aber die Flexibilitäten von Kunden mit großen verschiebbaren Lasten könnten leiden.
Haushalten mit E-Auto, Batteriespeicher oder Wärmepumpe zu ermöglichen, diese flexibel ins Energiesystem einzubinden, sei "ausschlaggebend, um die Bezahlbarkeit der Energiewende für alle zu gewährleisten". Hierfür brauche es weiterhin den "echten" Smart Meter.
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