Heizungsbilanz: Neuer Gebäudecheck Wärmepumpe
Ein neues kostenloses Online-Tool, das im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) in einem Projektteam aus Ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, co2online und Ingenieurbüro Heckmann entwickelt wurde, prüft, ob und wie gut ein Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist – und ermittelt, mit welchen Maßnahmen das Gebäude "wärmepumpenfähig" gemacht werden kann.
Das Besondere am Gebäudecheck Wärmepumpe ist dem UBA zufolge die raumweise Betrachtung der Heizleistungsbilanz. Die Ergebnisse sollen Immobilieneigentümern Spielräume für kostengünstige Einzelmaßnahmen aufzeigen.
Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigt, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können und klimaschonend heizen, ohne dass die Gebäude auf Neubaustandard saniert werden müssen. In dem Forschungsprojekt waren vier Jahre lang detaillierte Messungen an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vorgenommen worden.
Test: Wärmepumpen vs. Gas
Die Stiftung Warentest hat im Oktober 2025 den Vergleich von fünf Wärmepumpenmodellen veröffentlicht und deren Betriebskosten im Verhältnis zu Gasheizungen analysiert. Das Ergebnis: Der Betrieb einer Gasheizung kostet in einem durchschnittlichen Altbau etwa 700 Euro bis 1.000 Euro mehr pro Jahr als der einer modernen Wärmepumpenheizung. Auf die Publikation wies der Hersteller Stiebel Eltron hin.
Geprüft wurde die Leistung von Wärmepumpen in einem mäßig gedämmten Modellaltbau, der jährlich 150 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche verbraucht. Wärmepumpen kommen in dem Test bei einer Außentemperatur von plus sieben Grad auf eine Arbeitszahl von rund vier – das heißt, sie liefern die vierfache Menge der hineingesteckten elektrischen Energie als Wärme ins Haus. Bei minus sieben Grad liegt die Arbeitszahl immer noch bei zwei. Zum Vergleich: Die Arbeitszahl einer Gasheizung liegt nur bei 0,9 bis eins – auch bei neuesten Geräten.
Die Anschaffung von Wärmepumpen ist teurer als andere Heiztechnologien, das sollen staatliche Förderungen abfedern. Im Netz gibt es außerdem kostenlose Tools wie Preisrechner und Informationsportale, die bei der Heizungswahl helfen können.
Wegweiser Wärmepumpe: Nutzen und Einsatz
Das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte unabhängige Programm Zukunft Altbau hat mit Partnern das Onlineportal "Wegweiser Wärmepumpe" gelauncht.
Hauseigentümer erhalten hier einen Überblick über die Arten und Einsatzgebiete der Technologie und wann sie sich lohnt – auch Tipps zur Auslegung und Montage gibt es. Auch um die Rahmenbedingungen für Planung und Montage geht es und darum, wo eine Wärmepumpe auch in einem Altbau effizient arbeitet, ebenso um eine mögliche Förderung und die Betriebskosten.
"Wegweiser Wärmepumpe" & Links zu Fördermöglichkeiten & Energieberatern
Wärmepumpen-Check: Taugt das eigene Haus?
In einem interaktiven Schnellcheck im "Wegweiser Wärmepumpe" lässt sich zusätzlich herausfinden, ob sich eine Wärmepumpe für das eigene Gebäude eignet. Dazu geben Nutzer Daten rund um den Energieverbrauch und den Zustand ihres Gebäudes ein – etwa, wie alt das Haus ist, ob und wann energetische Sanierungsmaßnahmen vorgenommen wurden und wie hoch der Energieverbrauch ist.
Was neben dem Nachrüsten auf eine Wärmepumpe sinnvoll oder was in einem Wohngebäude möglich ist, lässt sich auch mit dem kostenlosen digitalen Wärmepumpen-Check der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online prüfen. Das Tool wurde mit Verbraucherschutzorganisationen, Energieberatern und Ingenieuren entwickelt.
Zum Wärmepumpen-Check von co2online
Wärmepreisrechner: Mehrfamilienhaus & Einfamilienhaus
Einzelheizung oder Wärmenetz – was ist wirtschaftlicher? Mit dem Wärmepreisrechner der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) lässt sich ausrechnen, welche Heizungstechnologie voraussichtlich kostengünstiger ist. Auch die steigende CO2-Bepreisung fließt in die Berechnung mit ein.
Beispiel Mehrfamilienhaus: Bei einem typischen Mehrfamilienhaus mit sieben Parteien zeigt sich, dass die Nutzung eines Wärmenetzes günstiger ist als bei anderen Heizungsarten. Die Vollkosten liegen pro Jahr rund 1.300 Euro (knapp 37.000 Euro) unter denen eines Gasbrennwertkessels (38.000 Euro). Nicht berücksichtigt in der Rechnung hat KEA-BW die Förderung eines Wärmenetzanschlusses.
Das Beispielhaus hat eine Wohnfläche von 600 Quadratmetern und verbraucht rund 12.000 Kubikmeter Gas pro Jahr. Der angenommene Arbeitspreis liegt bei knapp 16 Cent pro Kilowattstunde, beim Wärmenetz bei 14 Cent.
Wärmepumpen in großen Mehrfamilienhäusern: So geht's
Beispiel Einfamilienhaus: In einem Ein- oder Zweifamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche kommt der Preisrechner von KEA-BW auf jährliche Vollkosten von etwa 8.900 Euro im Wärmenetz. Die jährlichen Vollkosten bei einem Erdgasbrennwertkessel liegen um rund 900 Euro höher bei etwa 9.800 Euro. Auch hier ist die Förderung eines Wärmenetzanschlusses nicht berücksichtigt.
Ein detaillierter Kostenvergleich ist mit dem Rechner nicht möglich. Die Preisentwicklung bei Brennstoffen und Energiedienstleistungen lässt sich für die kommenden 20 Jahre zudem nur bedingt prognostizieren.
Ein Kostenvergleich zwischen Wärmenetz und Wärmepumpe ist laut KEA-BW aktuell noch nicht möglich, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden.
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