Energieverbrauch: Wo die Heizkosten steigen
Das Wetter war im Januar 2026 sehr winterlich. Es wurde laut Techem deutlich mehr geheizt als im November und Dezember 2025. Deutschlandweit lag die Zunahme bei 12,6 Prozent. Der Energiedienstleister geht davon aus, dass Verbraucher je nach Region und Bundesland mit deutlich höheren Heizkosten konfrontiert werden. Bundesweit schätzt das Unternehmen diesen Anstieg auf 10,3 Prozent.
Für die Auswertung wurden die Verbrauchsdaten aus knapp 2 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern berücksichtigt. Pro Bundesland sind mindestens 8.900 Wohnungen in die Berechnung eingegangen. Berücksichtigt wurden alle Energieträger.
Energieverbrauch und Heizkosten nach Bundesländern
Am größten ist die Verbrauchssteigerung den Techem-Daten zufolge in Thüringen: Im Vergleich zum Januar 2025 wurde dort im ersten Monat dieses Jahres 34,5 Prozent mehr Heizenergie verbraucht – etwa Erdgas, Fernwärme und Heizöl. In Brandenburg lag der Anstieg bei 29,2 Prozent, in Berlin bei 18,1 Prozent und in Sachsen bei 16,5 Prozent.
In diesen vier Bundesländern müssen Haushalte mit deutlich höhere Kosten für die Heizenergie rechnen. In Thüringen liegt die Prognose bei einem Plus von mehr als 31 Prozent im Vergleich zu Januar 2025, in Brandenburg von 26,5 Prozent. Es folgen Berlin mit plus 15,6 Prozent und Sachsen mit plus 14 Prozent.
In Nordrhein-Westfalen wiederum hat sich der Verbrauch nur um 2,2 Prozent erhöht, im Saarland um 3,5 Prozent (prognostizierte Kostenzunahme von 1,3 Prozent), in Hessen (plus 1,9 Prozent) und Baden-Württemberg um jeweils etwas mehr als vier Prozent.
Die Verbrauchsveränderungen im Überblick:
(prognostizierten Kostenzunahmen, wo Daten vorliegend)
- Baden-Württemberg: plus 4,5 Prozent
- Bayern: plus 6,2 Prozent
- Berlin: plus 18,1 Prozent (plus 15,6 Prozent)
- Brandenburg: plus 29,2 Prozent (plus 26,5 Prozent)
- Bremen: plus 8,8 Prozent (plus 6,5 Prozent)
- Hamburg: plus 13,9 Prozent (plus 11,5 Prozent)
- Hessen: plus 4,1 Prozent (plus 1,9 Prozent)
- Mecklenburg-Vorpommern: plus 14,6 Prozent (plus 12,2 Prozent)
- Niedersachsen: plus 8,1 Prozent (plus 5,9 Prozent)
- Nordrhein-Westfalen: plus 2,2 Prozent
- Rheinland-Pfalz: plus 6,5 Prozent (plus 4,3 Prozent)
- Saarland: plus 3,5 Prozent (plus 1,3 Prozent)
- Sachsen: plus 16,5 Prozent (plus 14 Prozent)
- Sachsen-Anhalt: plus 10,5 Prozent
- Schleswig-Holstein: plus 6,9 Prozent (plus 4,7 Prozent)
- Thüringen: plus 34,5 Prozent (plus 31 Prozent)
Für die Kostenprognose hat Techem die Durchschnittspreise der jeweiligen Jahre als Basis genommen, da sich die Preise für Endverbraucher nicht monatlich ändern. Die Kosten sind eine Hochrechnung auf Basis tatsächlicher Verbräuche und vorliegender Jahrespreise.
Heizen: Kostensteigerungen im Vergleich 2024 zu 2025
Im Januar 2026 hatten Berechnungen von Techem ergeben, dass die Verbraucher auch schon für 2025 mit höheren Heizkosten im Vergleich zum Vorjahr rechnen müssen. Der Prognose zufolge dürften die Heizkosten 2025 im Schnitt um 8,6 Prozent gegenüber 2024 steigen. Besonders betroffen: Haushalte mit Fernwärme (plus 13,2 Prozent), aber auch das Heizen mit Gas sei teurer geworden.
Techem kommt in der Studie zu dem Ergebnis, dass die Einsparpotenziale im Nutzerverhalten weitgehend ausgeschöpft sind. Die Dekarbonisierung des Wohnungsbestands bis 2045 sei nur durch gezielte technische Lösungen erreichbar, durch den Einsatz von Wärmepumpen auch in Mehrfamilienhäusern, mehr Abwärmenutzung und digital steuerbare Heizungsanlagen als Hebel für Energieeffizienz und CO2-Reduktion.
Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser
Der Atlas für Energie, Wärme & Wasser – ehemals Verbrauchskennwerte-Studie – von Techem dokumentiert den Energie- und Wasserverbrauch, die Treibhausgas-Emissionen und die Kosten für Heizung und Warmwasser in deutschen Wohnungen.
Die Analyse basiert im Wesentlichen auf Daten des Kalenderjahres 2024, die im Rahmen regelmäßiger Auswertungen von Verbrauchsabrechnungen von 1,1 Millionen Wohnungen in 97.000 Mehrfamilienhäusern anonymisiert erhoben und für die Erstellung der Heizkostenabrechnung verwendet wurden. Die Studie wird seit der Heizperiode 1998/99 als Broschüre herausgegeben.
Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser 2025 (Download)
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