Immobilienklima: Hitze und Corona lähmen die Stimmung

Das Immobilienklima in Deutschland bleibt in Folge der Corona-Pandemie weiterhin eher verhalten. Nachdem sich im Juni erste Erholungstendenzen im Deutsche Hypo Index abgezeichnet hatten, weisen die Zahlen für Juli und August lediglich marginale Veränderungen auf.

Im Vergleich zu Juni ging der Index um 0,1 Prozent zurück und liegt nun bei rund 69,8 Punkten. Auch Investmentklima (minus 1,2 Prozent auf 72,9 Punkte) und Ertragsklima (plus 1,0 Prozent auf 66,8 Punkte) blieben in etwa auf dem Niveau von Juni. Befragt wurden rund 1.200 Experten.

"Die Corona-Pandemie stellt auch für die Immobilienwirtschaft eine enorme Herausforderung dar", kommentiert Andreas Rehfus, Vorstandsmitglied der Deutschen Hypo. Zwar stabilisiere sich das Immobilienklima nach dem starken Einbruch im April zunehmend.

"Noch ist es allerdings zu früh, um eine zuverlässige Aussage über die langfristigen Folgen zu treffen. Der weitere Verlauf bleibt abzuwarten." Andreas Rehfus, Vorstandsmitglied der Deutschen Hypo

Wohnklima wieder an der Spitze

Im Juli und August weisen die einzelnen Assetklassen im Vergleich zur Stagnation des Immobilienklimas heterogene Dynamiken auf. Nachdem das Logistikklima in den vergangenen Monaten die führende Position innehatte, setzt sich mit 127,8 Punkten nun erneut das Wohnklima an die Spitze. Am anderen Ende der Skala bleibt das Hotelklima, das nach wiederholtem Rückgang von 4,7 Prozent bei 28,7 Punkten steht und damit erneut einen Negativrekord markiert.

Handelsklima bricht ein

Nach zuletzt positiver Entwicklung bricht jedoch das Handelsklima wieder ein und liegt nun bei 29,8 Punkten (minus 8,9 %). Erste Lichtblicke können die Immobilienexperten für das Büroklima registrieren, das seiner monatelangen Talfahrt mit einer Zunahme von 0,5 Prozent auf einen Stand von 70,1 Punkten ein Ende setzt.

Im Juni gab es einen Aufwärtstrend

Im Juni hatte es nach monatelangem Negativtrend erstmals wieder Anzeichen für eine Aufhellung gegeben. Das Deutsche Hypo Immobilienklima stieg gegenüber Mai um rund zwei Prozent auf 71,7 Punkte, was der Immobilienfinanzierer vor allem auf das Investmentklima zurückgeführt hatte. Während das Ertragsklima mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent (auf 68,8 Punkte) quasi stagnierte, legte das Investmentklima um 3,2 Prozent (auf 74,6 Punkte) zu.

Besonders dramatisch war der Einbruch im April mit einem Minus von 37,3 Prozent gegenüber März auf 72 Zählerpunkte. Das wertete die Deutsche Hypo als Folge der Corona-Pandemie. Im Mai sank der Index dann nur noch moderat weiter – um rund 2,5 Prozent auf 70,2 Punkte.

Immobilienexperten achten auf zukunftsgerichtete Produktqualitäten

Der Bürosektor wird sich laut Deutsche Hypo – wie auch der Hotelbereich – konzeptionell auch für die Zukunft auf strukturelle Themen einstellen müssen. Die Marktteilnehmer werden mehr auf zukunftsgerichtete Produktqualitäten achten. Entscheidende Fragen dürften sein:

  • Lässt sich das Büroobjekt an die neuen – durch Corona in den Blick gerückten – Anforderungen an die Arbeitswelt anpassen?
  • Sind Flächen flexibel gestaltbar und ist auch deren technische / digitale künftige Anpassungsfähigkeit gegeben?
  • Welche Konzepte lassen sich in der Hotellerie verwirklichen, wenn Firmen Geschäftsreisen neu denken?


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