Phase der Stabilisierung nutzen
Auch im zweiten Monat des Jahres 2026 sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima – damit fällt der Index bereits das dritte Mal in Folge auf nun 90,6 Punkte. Das ist ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Januar. Befragt wurden rund 1.000 Immobilienexperten. Zuversichtlich ist eine Einschätzung bei 100 Punkten.
Während das Investmentklima nach einem Anstieg im Vormonat um 1,5 Prozent gegenüber Dezember 2025 jetzt um 3,7 Prozent auf 88,8 Punkte nachgibt, fällt das Ertragsklima (Vermietung) noch um 2,5 Prozent (Januar: minus 2,9 Prozent) auf aktuell 92,5 Punkte.
Alle Assetklassen mit Minus – nur Büroklima stabil
Im Februar entwickeln sich im Sentiment-Index von Deutsche Hypo alle Segmente mit Ausnahme des Büroklimas rückläufig. Das Handelsklima verzeichnet mit einem Minus von 8,3 Prozent den stärksten Rückgang und liegt nun bei 78,1 Punkten.
Das Logistikklima fällt erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder unter die 100-Punkte-Marke: Gegenüber Januar verliert das Segment 4,1 Prozent und notiert nun bei 98,6 Punkten. Auch das Wohnklima gibt leicht um 2,2 Prozent nach, verteidigt aber mit 142,9 Punkten weiterhin die Spitzenposition.
Das Hotelklima verliert leicht um 2,4 Prozent und steht nun bei 103,3 Punkten – und damit wieder vor dem Logistikklima. Das Büroklima bleibt robust und notiert erneut bei 73,6 Punkten. Auf niedrigerem Niveau ist es damit das einzige Segment in der aktuellen Umfrage mit einem Zuwachs.
Werte und Änderungen der Indizes im Überblick*
Januar 2026 | Februar 2026 | Veränderung (%) | |
Immobilienklima | 93,6 | 90,6 | - 3,2 |
Investmentklima | 92,2 | 88,8 | - 3,7 |
Ertragsklima | 94,9 | 92,5 | - 2,5 |
Büroklima | 73,6 | 73,6 | +/- 0,0 |
Handelsklima | 85,2 | 78,1 | - 8,3 |
Wohnklima | 146,1 | 142,9 | - 2,2 |
Logistikklima | 102,8 | 98,6 | - 4,1 |
Hotelklima | 105,8 | 103,3 | - 2,4 |
Quelle: Bulwiengesa AG
*es können Rundungsdifferenzen auftreten
Mehr Informationen zum Deutsche Hypo Immobilienklima-Index
Immobilienzyklus zur ESG-Transformation nutzen
"Der deutsche Immobilienmarkt befindet sich Anfang 2026 in einer Phase der Stabilisierung mit zunehmenden Belebungstendenzen", kommentiert José Luis Calderón Martinez, Leiter Zentralakquisition, Leiter Geschäftsstellen Berlin und Hannover bei Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance, die Ergebnisse der Februar-Umfrage. Nach den Korrekturen der vergangenen Jahre und einem relativ konstanten Zinsniveau kehre wieder Planungssicherheit in die Preisfindung zurück. Das erleichtere Transaktionen. Allerdings halte die Marktstimmung noch nicht vollständig Schritt mit dieser Entwicklung.
Die Einstellung der befragten Experten reflektiert demnach die anspruchsvolle Gemengelage aus geopolitischen Spannungen, strukturellem Transformationsdruck und regulatorischen Anpassungen – etwa im Bereich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Das erhöhe die Komplexität von Investitionsentscheidungen und führe zu längeren Prüfungs- und Abstimmungsprozessen. "Gleichzeitig ergeben sich aus dieser Transition erhebliche Chancen", meint Calderón Martinez: Die strategische Weiterentwicklung der Immobilienbestände rückt stärker in den Vordergrund.
Das heißt konkret: ESG-konforme, energieeffiziente Objekte gewinnen weiter an Bedeutung für Vermietbarkeit, Wertstabilität und Finanzierbarkeit, während knappe Neubaukapazitäten die Nachfrage nach hochwertigen Bestandsimmobilien stützen. Wer Cashflows, Standortqualität und Transformationsfähigkeit konsequent in den Fokus stelle, könne in diesem frühzyklischen Umfeld attraktive Einstiegs- und Umschichtungsmöglichkeiten nutzen.
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