Qualitative Verschiebung am Investmentmarkt
Auch im Mai 2026 sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima – der Index fällt gegenüber der Umfrage im April um 4,7 Prozent auf nun 83,8 Punkte und liegt damit 13,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ertragsklima (Vermietung) verliert 4,9 Prozent auf 90,6 Punkte, das Investmentklima geht ähnlich deutlich um 4,2 Prozent auf 77,2 Punkte zurück. Zuversichtlich ist eine Einschätzung bei 100 Punkten.
Im Jahresvergleich zeigt sich der Rückgang besonders deutlich beim Investmentklima, das gegenüber Mai 2025 um 17,2 Prozent sinkt. Das Ertragsklima verzeichnet im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 10,2 Prozent. Befragt wurden rund 1.000 Experten.
Assetklassen im Vergleich
Im Mai verzeichnen alle Teilsegmente im Deutsche Hypo Immobilienklima Rückgänge, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.
Das Büroklima zeigt sich mit einem leichten Minus von 0,7 Prozent auf 68,8 Punkte vergleichsweise stabil. Deutlicher fällt die Verschlechterung in den übrigen betrachteten Assetklassen aus.
Das Handelsklima sinkt um 4,2 Prozent auf 76,1 Punkte, das Wohnklima um 4,7 Prozent auf 128,2 Punkte. Die stärksten Rückgänge verzeichnen das Hotelklima mit einem Minus von 8,7 Prozent auf 88,6 Punkte und das Logistikklima, das um 11,9 Prozent auf 91,3 Punkte nachgibt.
Werte und Änderungen der Indizes im Überblick*
April 2026 | Mai 2026 | Veränderung (%) | |
Immobilienklima | 87,9 | 83,8 | - 4,7 |
Investmentklima | 80,6 | 77,2 | - 4,2 |
Ertragsklima | 95,3 | 90,6 | - 4,9 |
Personalentwicklung | 92,1 | 95,5 | + 3,7 |
Umsatzentwicklung | 93,3 | 98,9 | + 6,0 |
Büroklima | 69,3 | 68,8 | - 0,7 |
Handelsklima | 79,4 | 76,1 | - 4,2 |
Wohnklima | 134,5 | 128,2 | - 4,7 |
Logistikklima | 103,6 | 91,3 | - 11,9 |
Hotelklima | 97,0 | 88,6 | - 8,7 |
Quelle: Bulwiengesa AG
*es können Rundungsdifferenzen auftreten
Der Bericht fasst ausschließlich die Ansichten der Panel-Mitglieder zusammen und gibt nicht unbedingt die Meinung der Deutschen Hypo wieder.
Mehr Informationen zum Deutsche Hypo Immobilienklima-Index
Experte: "Der Markt agiert hoch selektiv"
"Die Schwäche ist breit angelegt, ein klarer Impuls für eine Stabilisierung bleibt bislang aus", kommentiert Peter Kleinhütten, Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance, die Ergebnisse. "Investitionen sind grundsätzlich weiterhin möglich, kommen jedoch nur vereinzelt zustande."
Der Markt agiert nach Beobachtung von Kleinhütten hoch selektiv und abwartend: "Kapital steht nicht unter Anlagedruck, Käufer und Verkäufer finden häufig keine gemeinsame Bewertungsbasis, und jede Transaktion muss überzeugen. Transaktionen entstehen dort, wo Bewertung, Struktur und Risiko überzeugend zusammenpassen."
In der Folge verlängerten sich die Prozesse deutlich – von der Initialprüfung über Preisverhandlungen bis hin zum Abschluss. Der Markt funktioniere, aber er skaliere nicht, so der Experte. Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld liefere kaum unterstützende Signale. So verstärke die schwache Konjunktur die Zurückhaltung, während geopolitische Unsicherheiten belastend wirkten. Eine zyklische Erholung sei bislang nicht erkennbar; der Markt befinde sich weiterhin in einer zähen Übergangsphase.
"Die wenigen Transaktionen, die realisiert werden, sind gut vorbereitet, intensiv geprüft und von hoher Substanz", sagt Kleinhütten. Managementqualität rücke stärker in den Fokus, Entscheidungen würden sorgfältig abgewogen und Risiken bewusst bewertet, Disziplin ersetze Dynamik. Diese Entwicklung spreche für einen Markt, der Professionalität und Qualität zunehmend über Geschwindigkeit stelle.
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