Wo Immobilieninvestoren ihr Kapital parken
Das Deutsche Hypo Immobilienklima hatte sich im Juli erholt, dieser Trend setzt sich im August nicht fort – der Index sinkt im Monatsvergleich um sechs Prozent auf 81,4 Punkte und liegt damit 11,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.
Wie die Befragung von rund 1.000 Experten zeigt, geben gegenüber dem Vormonat sowohl das Ertragsklima (um 4,4 Prozent auf 87,1 Punkte) als auch das Investmentklima (minus 7,4 Prozent auf 75,9 Punkte) deutlich nach. Beide Teilindikatoren verbleiben damit im skeptischen Bereich unterhalb der neutralen 100-Punkte-Marke. Im Jahresvergleich verlieren die Werte 14,2 Prozent (Investment) und 9,3 Prozent (Ertrag).
Wohnimmobilien robusteste Assetklasse
Im August verzeichnen alle Teilsegmente im Deutsche Hypo Immobilienklima Rückgänge gegenüber dem Vormonat. Das Handelsklima weist mit einem Minus von 15,7 Prozent auf 65,2 Punkte den stärksten Verlust auf.
Es folgen das Logistikklima mit einem Minus von 6,9 Prozent auf 95,7 Punkte und das Büroklima mit einem Rückgang von 3,1 Prozent auf 66,1 Punkte. Das Hotelklima fällt um 2,9 Prozent auf 95,6 Punkte.
Das Wohnklima zeigt sich mit einem marginalen Minus von einem Prozent auf 130,4 Punkte weiterhin robust.
Werte und Änderungen der Indizes im Überblick*
| Juli 2026 | August 2026 | Veränderung (%)* | |
| Immobilienklima | 86,6 | 81,4 | - 6,0 |
| Investmentklima | 82,0 | 75,9 | - 7,4 |
| Ertragsklima | 91,1 | 87,1 | - 4,4 |
| Personalentwicklung | 84,5 | 90,3 | + 6,9 |
| Umsatzentwicklung | 90,7 | 93,5 | + 3,1 |
| Büroklima | 68,2 | 66,1 | - 3,1 |
| Handelsklima | 77,3 | 65,2 | - 15,7 |
| Wohnklima | 131,7 | 130,4 | - 1,0 |
| Logistikklima | 102,8 | 95,7 | - 6,9 |
| Hotelklima | 98,5 | 95,6 | - 2,9 |
Quelle: Bulwiengesa AG
*es können Rundungsdifferenzen auftreten
Der Bericht fasst ausschließlich die Ansichten der Panelmitglieder zusammen und gibt nicht unbedingt die Meinung der Deutschen Hypo wieder.
Deutsche Hypo Immobilienklima Archiv
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Immobilienmarkt: Warten auf die Aufschwungsphase
"Auf positive Entwicklungen folgen regelmäßig wieder schwächere Werte", kommentiert Oliver Boser, Kundenbetreuer Zentralakquisition Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance, die aktuellen Ergebnisse. Er sieht eine Stabilisierung nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre, aber noch keine belastbare Trendwende. Insbesondere das Investmentumfeld bleibe herausfordernd.
Im Bürosegment bestehen aus Investorensicht vielfach noch Zweifel, ob die Preisfindung bereits vollständig abgeschlossen ist. Viele Marktteilnehmer warten weiterhin auf Renditeniveaus, die im aktuellen Zinsumfeld wieder attraktive risikoadjustierte Erträge ermöglichen. Hingegen profitieren Wohnimmobilien von einem strukturellen Nachfrageüberhang.
"Allerdings wird das Wohnsegment allein nicht ausreichen, um den Gesamtmarkt nachhaltig zu beleben", meint Boser. Gleiches gelte für die Logistik, die zwar von langfristigen Trends profitiere, aber die Auswirkungen einer schwachen Industriekonjunktur und die Herausforderungen wichtiger Branchen wie der Automobilindustrie nicht vollständig ausblenden könne.
Insgesamt sieht der Experte den deutschen Immobilienmarkt noch immer in einer Phase der Bodenbildung und nicht in einer breiten Aufschwungsphase. Kapital sei vorhanden, werde jedoch sehr selektiv investiert. Für eine nachhaltige Marktbelebung dürften demnach neben stabileren Finanzierungsbedingungen vor allem höhere Transaktionsvolumina und eine größere Sicherheit bei der Preisfindung erforderlich sein.
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