Markteinschätzung

Talsohle durchschritten? Immobilienklima dreht deutlich

Das Deutsche Hypo Immobilienklima legt im Juli um 9,1 Prozent zu gegenüber Juni – die Experten schätzen Investment und Ertrag besser ein. Doch noch bremsen steigende Zinsen und geopolitische Risiken den Optimismus.

Vertragsunterzeichnung

Das Deutsche Hypo Immobilienklima hat sich im Juli erholt – der Index steigt gegenüber im Mai um 9,1 Prozent auf 86,6 Punkte und liegt nur noch 7,5 Prozent unter dem Stand Anfang 2026. Zuversichtlich ist eine Einschätzung bei 100 Punkten.

Mit einem Plus von 10,2 Prozent auf 82 Punkte fällt der Zuwachs beim Investmentklima stärker aus als beim Ertragsklima (Vermietung), das um 7,8 Prozent auf 91,1 Punkte steigt. Auch im Jahresvergleich hat sich die Entwicklung aufgehellt. Gegenüber Juli 2025 beträgt der Rückgang beim Investmentklima 9,4 Prozent, beim Ertragsklima 9,6 Prozent. 

Wohnen, Büro und Handel verlieren

Im Juli verzeichnen alle Teilsegmente im Deutsche Hypo Immobilienklima deutliche Anstiege gegenüber dem Vormonat. Den stärksten Zuwachs weist das Logistikklima auf, das um 13,6 Prozent auf 102,8 Punkte steigt. 

Das Handelsklima verbessert sich um 8,7 Prozent auf 77,3 Punkte. Das Wohnklima steigt um 7,9 Prozent auf 131,7 Punkte. Das Büroklima legt um 8,9 Prozent auf 68,2 Punkte zu. Das Hotelklima erreicht nach einem Plus von 7,8 Prozent einen Wert von 98,5 Punkten. 

Werte und Änderungen der Indizes im Überblick*

 Juni 2026Juli 2026Veränderung (%)*
Immobilienklima79,486,6+ 9,1
Investmentklima74,482,0+ 10,2
Ertragsklima84,591,1+ 7,8
Personalentwicklung90,184,5- 6,2
Umsatzentwicklung92,790,7- 2,2
Büroklima62,668,2+ 8,9
Handelsklima71,177,3+ 8,7
Wohnklima122,1131,7+ 7,9
Logistikklima90,5102,8+ 13,6
Hotelklima91,498,5+ 7,8

Quelle: Bulwiengesa AG

*es können Rundungsdifferenzen auftreten

Der Bericht fasst ausschließlich die Ansichten der Panel-Mitglieder zusammen und gibt nicht unbedingt die Meinung der Deutschen Hypo wieder.

Mehr Informationen zum Deutsche Hypo Immobilienklima-Index

Keine News verpassen mit dem Newsletter Immobilienwirtschaft

Alle News für die Immobilienwirtschaft – dienstags direkt ins E-Mail-Postfach

Jetzt zum Newsletter Immobilienwirtschaft anmelden

Wachsende Hoffnung am Immobilienmarkt

"Grundsätzlich passt diese Entwicklung zu den Tendenzen, die aus den Analysen der großen Maklerhäuser hervorgehen", kommentiert Ingo Martin, Leiter Origination Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance, die aktuellen Ergebnisse.

Die beobachten laut Martin seit Jahresbeginn eine schrittweise Stabilisierung des Investmentmarktes, eine Annäherung der Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern sowie eine steigende Transaktionsbereitschaft. Gleichzeitig bleibe die Marktliquidität begrenzt, und die Erholung verlaufe deutlich langsamer als in früheren Marktzyklen. Einige Rahmenbedingungen haben sich dem Experten zufolge zuletzt nicht verbessert: Die Renditen an den Kapitalmärkten und die kurzfristigen Zinsen sind tendenziell gestiegen. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken bestehen, und die wirtschaftliche Dynamik fragil.

"Insbesondere die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten verdeutlichen, wie schnell Hoffnungen auf sinkende Energiepreise und eine Normalisierung der globalen Handelsströme wieder infrage gestellt werden können", so Martin. Insgesamt deute das Juli-Ergebnis auf eine wachsende Hoffnung der Marktteilnehmer hin, die Talsohle könnte durchschritten sein. Für eine echte Entwarnung sei aber noch zu früh.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Diese Wohnimmobilien stehen auf Kauf bei Investoren

Immobilienpreise: Stabile Lage schafft Planungssicherheit

Wohnen bietet Buy-and-Hold-Investoren attraktive Renditen


0 Kommentare
Sie haben noch keinen Text eingegeben.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion