Deutsche Hypo

Investmentklima fällt auf Zwei-Jahres-Tief


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Das Deutsche Hypo Immobilienklima gibt im April 2026 erneut nach – während die Erträge als stabil bewertet werden, sinkt der Teilindex Investment deutlich und erreicht den niedrigsten Stand seit knapp zwei Jahren. Strategien der Experten.

Auch im April 2026 sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima – der Index fällt gegenüber dem März um 3,6 Prozent auf 87,9 Punkte. Während das Ertragsklima (Vermietung) nur um 0,1 Prozent auf 95,3 Punkte zurückgeht, sinkt das Investmentklima um 7,4 Prozent auf nun 80,6 Punkte. Zuversichtlich ist eine Einschätzung bei 100 Punkten. 

Im Jahresvergleich legt das Ertragsklima leicht zu, während der Rückgang im Investmentklima ausgeprägter ist und mit dem jüngsten Minus den niedrigsten Stand seit knapp zwei Jahren erreicht. Befragt wurden rund 1.000 Experten.

Wohnklima bleibt Spitzenreiter, verliert aber deutlich

Im aktuellen Deutsche Hypo Immobilienklima-Index ist die Entwicklung in drei Segmenten besonders auffällig: Das Büroklima gibt gegenüber März um 5,8 Prozent nach und erreicht nur noch 69,3 Punkte.

Das Wohnklima bleibt zwar Spitzenreiter, verzeichnet aber ebenfalls einen massiven Rückgang von 5,2 Prozent auf 134,5 Punkte. Das Hotelklima verliert ebenfalls spürbar um sechs Prozent und notiert jetzt bei 97,0 Punkten.

Leichte Zugewinne gibt es im April nur beim Logistikklima, das um 0,2 Prozent auf 103,6 Punkte zulegt, und beim Handelsklima mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 79,4 Punkte.

  Werte und Änderungen der Indizes im Überblick*

März 2026

April 2026

Veränderung (%)

Immobilienklima

91,2

87,9

- 3,6

Investmentklima

87,0

80,6

- 7,4

Ertragsklima

95,4

95,3

- 0,1

Büroklima

73,6

69,3

- 5,8

Handelsklima

79,0

79,4

+ 0,5

Wohnklima

141,9

134,5

- 5,2

Logistikklima

103,4

103,6

+ 0,2

Hotelklima

103,2

97,0

- 6,0

Quelle: Bulwiengesa AG

*es können Rundungsdifferenzen auftreten

Mehr Informationen zum Deutsche Hypo Immobilienklima-Index

Investoren mit klaren Anforderungen an Qualität, Lage und Struktur

"Der rückläufige Indexstand ist weniger Ausdruck einer erneuten Marktverwerfung als vielmehr ein Hinweis auf erhöhte Vorsicht im Markt, geprägt von geopolitischen Unsicherheiten und einer gedämpften konjunkturellen Dynamik", kommentiert Florian Meyer, Leiter Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance Hamburg, die Ergebnisse.

Gleichzeitig zeige sich der deutsche Immobilieninvestmentmarkt nach der Phase deutlicher Anpassungen grundsätzlich stabilisiert. Preise, Renditen und Finanzierungskonditionen haben sich auf einem neuen, realistischeren Niveau eingependelt. Die Marktaktivität konzentriert sich derzeit vor allem auf Einzeldeals und mittlere Volumina, während große Portfoliotransaktionen weiterhin die Ausnahme bleiben.

"Entsprechend agieren Investoren selektiv und mit klaren Anforderungen an Qualität, Lage und Struktur der Immobilien", so Meyer. Internationales Kapital bleibe dabei ein wesentlicher Treiber des Marktgeschehens, während inländische Investoren schrittweise zurückkehren – allerdings mit vorsichtiger Risikoeinschätzung. "Wir sehen, dass Ankaufsentscheidung nochmals zur Disposition gestellt werden und eine abwartende Position eingenommen wird."

Eine Rückkehr zu den Boomjahren ist laut Deutsche Hypo derzeit nicht absehbar – doch den Experten zufolge ist der Markt dafür rationaler, transparenter und besser finanzierbar geworden: "Entscheidend wird sein, dass Investoren und Finanzierer diszipliniert bleiben: Qualität vor Volumen, Cashflow vor Story. Wer diese Grundsätze berücksichtigt, findet auch im aktuellen Umfeld tragfähige Perspektiven."


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