Deutsche Hypo: Jahresbestwert beim Immobilienklima-Index

Raus aus dem Stimmungsknick sind die Investoren seit Anfang des Sommers und scheinbar nimmt der Lauf im September kein Ende: Der Immobilienklima-Index der Deutschen Hypo knackt erstmals seit März 2020 wieder die 100-Punkte-Marke. Grund für die gute Laune sind vor allem die Erträge.

Die Stimmung der Immobilieninvestoren hellt sich im September so deutlich auf wie noch nie seit Beginn der Coronakrise im Frühjahr 2020, wie die jüngste Umfrage für den Deutsche-Hypo-Index unter rund 1.200 Experten zeigt. Seit Mai dieses Jahres ging es nach einer Ernüchterung im April (77,5 Zählerpunkte) sukkzessive bergauf: Der Wert stieg erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wieder über die 80-Punkte-Marke (84 Zählerpunkte) und erreichte im August schließlich 94,9 Zähler – und jetzt 101,4 Punkte. Diese Marke war zuletzt in der Erhebung von März 2020 geknackt worden.

Die Skala des Immobilienklimas reicht von 0 bis zu 200 Zählerpunkte. Werte unter 100 deuten immer noch auf Unsicherheit beziehungsweise Skepsis an.

Das Büroklima ist wieder auf Höhenflug

Positiv entwickelt hat sich vor allem das Ertragsklima (plus 10,4 Prozent auf 97,5 Punkte) im aktuellen umfragebasierten Index, den Bulwiengesa monatlich im Auftrag der Deutschen Hypo erstellt. Aber auch das Investmentklima hat zugelegt: um plus 3,7 Prozent auf Punkte.

Das Büroklima hat im September ebenfalls zum ersten Mal seit März des vergangenen Jahres wieder die 100-Punkte-Marke geknackt. Die bisher deutlichste Stimmungsaufhellung bei den Büros sahen die Umfrageteilnehmer im März 2021, als sich das Segment gegenüber Februar 2021 (66,8 Punkte) deutlich erholte: Um 13,9 Prozent war der Wert gestiegen und stand bei 76,1 Punkten. Im April ging es wieder runter auf 73,3 Punkte. In der aktuellen Umfrage ist der Sprung dann erneut besonders deutlich erkennbar mit einem Anstieg um 13,4 Prozent auf nun 102,1 Punkte.

Vergleichbar dynamisch hat sich im September von den untersuchten Assetklassen sonst nur das Handelsklima entwickelt mit einem Zuwachs von 13,5 Prozent auf 61 Punkte.

Logistik und Wohnen: Die Verlierer im Spätsommer

Besonders auffällig nach den starken Rückgängen im Laufe der Coronakrise waren schon im Frühsommer die zweistelligen Wachstumsraten beim Hotelklima: Die stiegen im Mai gegenüber April um 46 Prozent auf 40 Zählerpunkte. Im September drehte der Wert weiter in die Höhe: Mit einem Plus von 9,9 Prozent und nach zwei Monaten in Folge unter der 60-Punkte-Marke erreicht das Hotelklima nun 63,9 Zählerpunkten.

Zu den Verlierern im aktuellen Deutschen-Hypo-Index zählen das Logistikklima und das Wohnklima. Beide Assetklassen mussten Rückschläge hinnehmen: Um 1,7 Prozent auf 165,6 Zählerpunkte bei Logistik und ebenfalls um 1,7 Prozent auf aktuell 149 Zählerpunkte beim Wohnen. Trotzdem nehmen diese beiden Assetklassen wie gehabt in der Rangliste die ersten beiden Plätze ein.

"Hoffentlich erleben wir im Winterhalbjahr keine Rückschläge. In Hinblick auf die einzelnen Assetklassen bleibt es weiterhin spannend, wie sich diese unter Berücksichtigung der Pandemieauswirkungen und den Megatrends wie Digitalisierung, demografischer Wandel und Nachhaltigkeit in Zukunft entwickeln werden", kommentierte Frank Schrader, Leiter Deutsche Hypo – Nord/LB Real Estate Finance.

Immobilienfinanzierung: Deutsche Hypo ist jetzt in Nord/LB integriert

Die Deutsche Hypothekenbank, rechtlich selbstständige Immobilienfinanzierungstochter der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), wurde am 1.7.2021 vollständig in den Mutterkonzern integriert. Die Marke "Deutsche Hypo" bleibt vollständig erhalten.

Man wollte Synergieeffekte nutzen und Kosten sparen, teilten die Institute vor der Verschmelzung mit. Die bisherigen Vorstände Andreas Rehfus und Christian Veit haben den Immobilienfinanzierer nach der Fusion verlassen. Die Leitung des Geschäftsbereichs hat Nord/LB-Asienchef Frank Schrader jetzt inne.


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