Deutsche Hypo

Immobilienklima: Warten auf den Bürokratieabbau


grüne Wellen

Das Deutsche Hypo Immobilienklima gibt weiter nach. Investment und Erträge werden negativ bewertet, auch im Segment Wohnen – die Akteure warten auf Effekte beim Bürokratieabbau und wirtschaftspolitische Impulse.

Auch im Juni 2026 sinkt das Deutsche Hypo Immobilienklima – der Index fällt gegenüber der Umfrage im Mai um 5,3 Prozent auf 79,4 Punkte und liegt damit 19,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ertragsklima (Vermietung) fällt um 6,7 Prozent auf 84,5 Punkte, das Investmentklima geht um 3,6 Prozent auf 74,4 Punkte zurück. Zuversichtlich ist eine Einschätzung bei 100 Punkten. 

Im Jahresvergleich zeigt sich der Rückgang besonders deutlich beim Investmentklima, das gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,1 Prozent nachgibt. Das Ertragsklima verzeichnet im gleichen Zeitraum ein Minus von 15,4  Prozent. Befragt wurden rund 1.000 Experten.

Wohnen, Büro und Handel verlieren

Im Juni verzeichnen alle Teilsegmente im Deutsche Hypo Immobilienklima Rückgänge – mit Ausnahme des Hotelklimas.

Den stärksten Rückgang weist das Büroklima auf, das um neun Prozent auf 62,6 Punkte fällt. Das Handelsklima sinkt um 6,6  Prozent auf 71,1 Punkte. Auch das Wohnklima verliert: Mit einem Rückgang um 4,8 Prozent gegenüber Mai liegt der Index nun bei 122,1 Punkten.

Das Logistikklima bleibt vergleichsweise stabil und gibt lediglich um 0,9  Prozent auf 90,5 Punkte nach. Das Hotelklima entwickelt sich positiv: Es steigt um 3,2  prozent auf 91,4 Punkte und liegt damit erstmals seit Jahresbeginn wieder über dem Logistikklima.

Werte und Änderungen der Indizes im Überblick*

 Mai 2026Juni 2026Veränderung (%)
Immobilienklima83,879,4- 5,3
Investmentklima77,274,4- 3,6
Ertragsklima90,684,5- 6,7
Personalentwicklung95,590,1- 5,7
Umsatzentwicklung98,992,7- 6,3
Büroklima68,862,6- 9,0
Handelsklima76,171,1- 6,6
Wohnklima128,2122,1- 4,8
Logistikklima91,390,5- 0,9
Hotelklima88,691,4+ 3,2

Quelle: Bulwiengesa AG

*es können Rundungsdifferenzen auftreten

Der Bericht fasst ausschließlich die Ansichten der Panel-Mitglieder zusammen und gibt nicht unbedingt die Meinung der Deutschen Hypo wieder.

Mehr Informationen zum Deutsche Hypo Immobilienklima-Index

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Experte: "Immobilienklima entspricht aktueller Marktlage"

Unternehmen und private Akteure stellen nach Beobachtung von Ingo Albert, Leiter Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance Frankfurt, Investitionsentscheidungen zunehmend zurück, insbesondere im Neubausegment. "Transaktionen finden überwiegend selektiv statt, während ein breiter Aufschwung ausbleibt." Dieses Umfeld spreche dafür, dass sich die Entwicklung zunächst auf niedrigem Niveau stabilisieren wird.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd – ohne eine deutliche konjunkturelle Aufhellung sind laut Albert kurzfristig keine positiven Impulse für den Immobilienmarkt zu erwarten. Die Wachstumsperspektiven hätten sich im Zuge des Nahost-Konflikts abgeschwächt. Mit Blick auf die EZB-Sitzung am 11. Juni hält es der Experte für "sehr wahrscheinlich", dass sich dieser Trend in einer anhaltend restriktiven geldpolitischen Ausrichtung niederschlagen dürfte.

"Gleichzeitig bleiben strukturelle Verbesserungen – etwa in Form von Bürokratieabbau oder wirtschaftspolitischen Impulsen – bislang am Markt kaum erkennbar", so Albert. Die Eintrübung des Immobilienklimas entspreche der aktuellen Marktlage. Insgesamt führe dieses Umfeld zu einem abwartenden Marktverhalten.

 

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