Prognose: Wohnimmobilien bleiben als Kapitalanlage beliebt

Immobilien als Kapitalanlage bleiben auch im neuen Jahr im Trend: Insbesondere Eigentumswohnungen zur Vermietung haben Investoren im Blick – trotz steigender Preise und einer gedämpften Mietentwicklung. Das ist ein Ergebnis aus dem Marktausblick 2022 des Immobilienverbands IVD.

Für seinen Marktausblick 2022 hat der Immobilienverband IVD Die Immobilienunternehmer die steigende Nachfrage nach vermieteten Eigentumswohnungen als Kapitalanlage als einen wesentlichen Trend ausgemacht. Wohnimmobilien gelten vor dem Hintergrund der aktuell hohen Inflationsrate und dem niedrigen Zinsniveau auch im kommenden Jahr als krisenresiliente Investition. Daran ändern laut IVD-Präsident Jürgen Michael Schick auch die steigenden Preise in den Großstädten und die nachlassende Mietendynamik durch verstärkten Neubau nichts.

Mieten stabilisieren sich

"Wir erleben gerade eine Stabilisierung der Neubaumieten, die sich im kommenden Jahr fortsetzen wird", prognostiziert Schick. Bei der Mietentwicklung erwartet der IVD infolge des verstärkten Neubaus einen gemäßigten Verlauf, der sich unterhalb der Inflationsrate bewegen wird. In manchen Städten bleiben demnach die Bestands- und Neubaumieten auch statisch, mancherorts sinken sie sogar. "Insbesondere im gehobenen Neubausegment in den Mittelstädten wird es weiter auch stärkere Preisrückgänge bei Neuvertragsmieten geben", so Schick.

Wertentwicklung von Eigentumswohnungen steigt

Für die Wertentwicklung von Eigentumswohnungen in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern rechnet der Verband mit einem Plus zwischen vier und sieben Prozent, im bundesweiten Durchschnitt mit einem Anstieg um fünf Prozent. Laut IVD-Präsident Schick sorgt der Wunsch nach einer sicheren Kapitalanlage auch im kommenden Jahr dafür, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiter zunehmen wird.

Zuzug in die Metropolen pendelt sich ein

Nachdem die Wohnungsmärkte in den Metropolregionen jahrelang dynamisch steigende Zuzüge zu verkraften hatten, sei nun eine Trendwende eingeleitet. Vergleicht man die Einwohnerentwicklung der Top-7-Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart im vergangenen Jahr mit der Lage vor Beginn der Pandemie, weist laut IVD nur Hamburg keinen negativen Wanderungssaldo auf. Etwa in Berlin hat sich der Saldo von 23.231 Zuzügen im Jahr 2019 auf minus 1.958 im Jahr 2020 entwickelt, in München von plus 8.602 auf minus 2.870 und in Frankfurt von plus 6.731 auf minus 2.319.

Büromieten geben 2022 nur leicht nach

Während sich Vermieter von Ladenflächen in den 1-A-Lagen der Großstädte zunehmend mit der Nachfrage nach kleineren Verkaufsflächen konfrontiert sehen, entsprechende Konzepte anbieten müssen und sich in den Nebenlagen der kleineren Groß- sowie in den Mittel- und Kleinstädten die Leerstands-Problematik weiter verfestigen wird, haben nach Beobachtung des IVD die Büromärkte die Coronajahre 2020 und 2021 relativ unbeschadet überstanden. Der IVD prognostiziert trotz des weiterhin herausfordernden Umfeldes ein vergleichsweise nur leichtes Nachgeben der Büromieten in Höhe von maximal drei bis vier Prozent.

IVD-Trends im Überblick:

  • Der Zuzug in die Metropolen pendelt sich auf niedrigem Niveau ein. Das negative Wanderungssaldo, das sich durch die coronabedingt rückläufige Zuwanderung aus Europa und die abgenommene Binnenwanderung verfestigt hat, wird sich 2022 nicht erholen.
  • Dafür verantwortlich ist unter anderem, dass immer mehr Menschen aus der Großstadt in kleinstädtische Strukturen und ländliche Regionen ziehen. Ein Grund dafür: Die gute Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Klein- und Mittelstädten und Homeoffice.
  • Da die Inflationsraten voraussichtlich hoch bleiben und die Zinsen nur leicht anziehen werden, wenn überhaupt, wird die Nachfrage nach Immobilien als Kapitalanlage im kommenden Jahr weiter steigen.
  • Es ist für das kommende Jahr mehr Neubau von Wohnungen geplant, das wird die Mietentwicklung dämpfen.
  • Büromieten zeigen sich robust, während der Einzelhandel auch 2022 mit Leerstand und sinkenden Mieten konfrontiert sein wird.

Immobilien als Kapitalanlage: Beliebter als vor der Coronakrise

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Deutschen hält Immobilien für eine "sinnvolle Kapitalanlage" zur privaten Vermögensbildung, wie auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Commerz Real im Sommer 2020 zeigte. Auf Platz zwei bekam Gold als Wertanlage eine Zustimmung von 38 Prozent, gefolgt von Aktien mit 32 Prozent. 49 Prozent der Umfrageteilnehmer bewerteten Immobilien vor allem als sichere Wertanlage und seit dem ersten harten Lockdown im Frühjahr 2020 offenbar auch als krisenfest: Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Umfrageteilnehmer führte das an.


Das könnte Sie auch interessieren:

Preise für neue Häuser klettern immer weiter

Wohnungsmarkt verliert an Dynamik, nicht an Investoren

Platzt die Immobilienblase? – EZB sieht Anzeichen für Stress

"Big 8"-Wohnungsmärkte: Gesättigte Mieten, boomende Preise

Schlagworte zum Thema:  Immobilien, Investment