Immobilien sind als Wertanlage noch beliebter als vor der Krise

Immobilien als Kapitalanlage zur privaten Vermögensbildung sind in Deutschland noch beliebter als vor der Coronakrise, wie eine Umfrage von YouGov im Auftrag von Commerz Real zeigt. Seit dem Lockdown wird die Entscheidung für ein Investment häufiger mit Sicherheit begründet.

Mer als die Hälfte (56 Prozent) der Deutschen hält Immobilien für eine "sinnvolle Kapitalanlage" zur privaten Vermögensbildung. Das ist ein Ergebnis der Juni-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Commerz Real. Bei einer vergleichbaren Umfrage im Februar 2020, also vor dem Corona-bedingten Lockdown, waren nur 51 Prozent der zirka 2.000 Befragten dieser Ansicht.

Ob vor oder nach der Krise: Immobilien behaupten ihren Platz als Deutschlands beliebteste Anlagevehikel. Auf Platz zwei bekam Gold in der aktuellen Umfrage eine Zustimmung von 38 Prozent (34 Prozent im Februar), gefolgt von Aktien mit 32 Prozent. Die Wertpapiere haben im Juni gegenüber Februar (35 Prozent) an Beliebtheit eingebüßt – möglicherweise als Reaktion auf die Corona-bedingten zwischenzeitlichen Einbrüche an den internationalen Börsen. Lebensversicherungen zeigen sich in der Beliebtheit relativ stabil mit 18 Prozent Zustimmung im Juni und 16 Prozent im Februar. Mehrfachnennungen waren möglich.

Umfrage: Was sind Ihrer Ansicht nach sinnvolle Kapitalanlagen zur privaten Vermögensbildung?

Grafik: Immobilien als sinnvolle Kapitalanlage

Immobilien punkten in Sachen Wert- und Krisensicherheit

Für 49 Prozent der Deutschen sind Immobilien vor allem eine sichere Wertanlage, heißt es in der Umfrage von Juni. Vor der Coronakrise sagten das noch 45 Prozent der Befragten. Seit dem Lockdown gelten Immobilien in der Bevölkerung offenbar auch als krisenfest: Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Umfrageteilnehmer führt das an. Im Februar hielten nur 30 Prozent der Befragten Immobilien für krisenfest.

Ähnlich viele potenzielle Immobilienkäufer (30 Prozent im Juni, 31 Prozent im Februar) nannten das Motiv: "geeignet zum Vermögensaufbau". Etwa ein Viertel der Befragten sieht Immobilien als "vor Inflation geschützt“ (24 Prozent im Juni, 22 Prozent im Februar). Hier scheint es keinen Corona-Effekt zu geben. Das betrifft auch das Merkmal "Rendite": Eine gute Rendite sehen nur 21 Prozent der privaten Anleger als Vorteil von Immobilien (Februar: 20 Prozent). Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Umfrage: Was sind Ihrer Ansicht nach Vorteile eines Immobilienkaufs oder -baus als Kapitalanlage?

Grafik Vorteile Immobilien als Anlageform

Indirekte Immobilienanlagen als Alternative

Befragt wurden die Umfrageteilnehmer auch nach Hindernissen, die sie beim Immobilienkauf erwarten. Knapp die Hälfte (49 Prozent) nannte das nötige hohe Eigenkapital als Hürde beim Direktkauf. Die Angst vor Verschuldung nannten 37 Prozent, die finanzielle Belastung durch die Abzahlung des Kredits betrachten 34 Prozent der Deutschen als Hindernis.

Wie YouGov und Commerz Real beobachten, sind deshalb auch indirekte Immobilienanlagen – wie offene Immobilienfonds, Aktien von Immobilienunternehmen oder Real Estate Investment Trusts oder auch Crowdinvesting – eine "attraktive Alternative". Das sagten im Juni 41 Prozent der Befragten. Im Februar waren es mit 43 Prozent nahezu ebenso viele. Mit weiterhin 15 Prozent gelten offene Immobilienfonds unter den alternativen Immobilieninvestments als attraktivste Anlageform.


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