Nachhaltige Fonds werden beliebter bei Investoren

News 23.01.2020 Green Bonds
Green Bonds: Nachhaltige Fonds werden beliebter bei Anlegern

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos haben viele der Bosse angekündigt, künftig "grüner" investieren zu wollen. Umweltfreundliche Anleihen ("Green Bonds") sind im Kommen. Auf Nachhaltigkeit setzt auch der Immobilienfondsspezialist BVT.

Der neue geschlossene Dachfonds "BVT Concentio Energie & Infrastruktur" soll auschließlich in Sachwert- und Unternehmensbeteiligungen in den Bereichen erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastruktur investieren, wie die BVT Unternehmensgruppe mitteilt, darunter etwa Windkraft oder Photovoltaikanlagen.

Die Auswahl soll nach den Prinzipien für verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen (UN Principles for responsible investment; UN PRI) erfolgen. Zudem will das Fondsmanagement auf die 17 Ziele der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung setzen: Das berücksichtigt ökologische und soziale Aspekte sowie Aspekte der Unternehmensführung.

Risiko und Rendite nicht mehr ausschlaggebend für Geldanlagen

Der neue Concentio-Fonds soll vor allem in institutionelle Zielfonds wie Alternative Investmentfonds (AIF) investieren, die für private Anleger normalerweise nicht zugänglich sind, darunter internationale Spezial-AIF. Anleger können sich ab einer Summe von 10.000 Euro beteiligen. Den Vertrieb übernimmt die Baden-Württembergische Equity, eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg.

Nachhaltig zu leben sei für immer mehr Menschen wichtig, Geldanlagen würden nicht mehr ausschließlich nach Risiko und Rendite beurteilt, begründet die BVT Unternehmensgruppe ihr Engagement. Auf diese Bedürfnisse habe man reagiert und einen nachhaltigen Sachwerte-Fonds im Rahmen der Concentio Serie konzipiert.

Die zunehmende Attraktivität und Emissionsaktivität bei Green Bonds führt auch zu signifikantem Wachstum der Green Bond Fonds – sowohl in Bezug auf die Anzahl der Fonds als auch auf das verwaltete Vermögen.

Green Bond Emissionen: Weltweit auf Wachstumskurs

"Grüne" Anleihen werden auch laut einer jüngsten Studie der Scope Analysis GmbH (Berlin) immer beliebter. Weltweit seien etwa im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres Green Bonds mit einem Volumen von 118 Milliarden US-Dollar emittiert. Das entspricht laut Scope im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2018 einem Wachstum von 48 Prozent und das Investoreninteresse sei ungebrochen: Häufig seien Neuemissionen stark überzeichnet. Gemessen am Emissionsvolumen im internationalen Vergleich lag Deutschland im Scope-Rating auf Rang fünf.

Stand Ende Oktober 2019 waren in Deutschland Scope zufolge 29 Green Bond Fonds zum Vertrieb zugelassen; im Oktober 2018 waren es 24. Das aggregierte Fondsvolumen der 29 Fonds lag bei knapp 5,8 Milliarden Euro – ein Zuwachs von rund 150 Prozent im Vergleich zur Vorjahresstudie.

Green Bond Fonds und Nachhaltigkeit

Alle Fonds haben Scope zufolge ESG-Mindeststandards definiert, die ein Emittent erfüllen muss, um investierbar zu sein. Das Spektrum reicht von der Anwendung von Ausschlusskriterien, über positive ökologische Screenings bis zur Impact-Berichterstattung. Unter den Ausschlüssen finden sich kontroverse Sektoren wie die Kohleförderung. Die meisten Asset Manager haben zur Überprüfung der Emittenten eigene Green Bond Richtlinien und ESG-Checks implementiert, schreibt Scope.

Das Wachstum bei den Green Bond Emissionen wird anhalten, ist Scope sicher. Neben grünen Anleihen erwartet Scope auch vermehrt Emissionen von sozialen und nachhaltigen Anleihen.


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