Neue Regeln für Immobilienfonds
Mit den Vorgaben der europäischen Richtlinie AIFM II (Richtlinie (EU) 2024/927), die formal seit April 2026 gelten und am 16. April mit dem Fondsrisikobegrenzungsgesetz (FRiG) in nationales Recht umgesetzt werden müssen, kommen neue Regeln zum Liquiditätsmanagement auf deutsche offene Immobilien-Publikumsfonds und offene Spezialfonds zu.
Darauf weist das Beratungsunternehmen Ypsilon Group hin
Liquiditätsmanagement: Das ist neu für Immobilienfonds
Fondsmanager (AIFM) müssen künftig für jeden offenen alternativen Investmentfonds (AIF) mindestens zwei Liquiditätsinstrumente auswählen. Neu ist der Grad an Formalisierung: Es gibt eine Pflicht zur Implementierung von Liquiditätsmanagement-Tools und zur Aufstellung eines Liquiditätsmanagementplans.
"Die Neuerungen haben vor allem Auswirkungen auf die offenen Immobilien-Publikumsfonds, aber auch auf die Spezialfonds", sagt Ulrich Creydt, Geschäftsführer bei der Ypsilon GmbH Steuerberatungsgesellschaft. "Grundsätzlich sind die deutschen Fonds gut vorbereitet, da es vor allem für die Publikumsfonds bereits umfassende nationale Regeln im Kapitalanlagegesetzbuch gibt. Dazu zählen etwa Mindesthaltefristen, Kündigungsfristen und Mindestliquiditätsquoten."
Es gibt auch Tools, die bislang bei Immobilienfonds eher unüblich waren, wie das sogenannte Dual Pricing, das zwei Preise anstatt eines Net Asset Value vorsieht. "Es gibt dann beispielsweise einen Rücknahmepreis, der niedriger ist und einen Ausgabepreis, der höher ist. Je nach Situation – etwa bei hohen Rückgaben oder hohen Zuflüsse – können die Preise angepasst werden", so Creydt.
Level-2-Verordnung: Regelung ab 2027
Wie häufig bei EU-Richtlinien gibt es ein mehrstufiges Inkrafttreten. Grundsätzlich angewendet werden müssen die Regeln ab 16.4.2026. Aber wie schon bei früheren Regulierungen gibt es technische Standards, die über eine Level-2-Verordnung erst ein Jahr später – nämlich 2027 angewendet werden müssen.
"In den Standards wird dann geregelt, welche Parameter in den Liquiditätsmanagement-Tools zulässig sind und wie diese kalibriert werden müssen", erklärt Creydt. "Vereinfacht kann man sagen, 2026 startet das neue Regime, aber nach einer 12-monatigen Übergangsfrist wird es zum 16.4.2027 über die technischen Standards scharf gestellt."
Die Europäische Union will mit den Regeln die Gefahr von großen Rückgabewellen in kurzer Zeit (Fund Runs) eindämmen.
Das könnte Sie auch interessieren:
Erhöhtes Risiko bei kleineren Immobilienfonds
-
Wo ein Wohninvestment jetzt gute Erträge bringt
44
-
Immobilienkredite und Entwicklung der Bauzinsen
421
-
Investitionen in Eigentumswohnungen lohnen sich langfristig
351
-
Kaufpreise und Mieten ziehen 2026 an
24
-
Basel III: Schärfere Regeln für Immobilienbanken ab 2025
15
-
Bauzinsen steuern auf Vier-Prozent-Marke zu
14
-
Kosten für Büroausbau steigen kaum noch
12
-
Wohninvestments gehen immer: Hier stimmt die Mietrendite
10
-
Erhöhtes Risiko bei kleineren Immobilienfonds
9
-
NRW schafft Baugenehmigung für militärische Anlagen ab
9
-
Ertrag statt Preis zählt: Trends bei Wohninvestments
24.04.2026
-
Immobilienkredite und Entwicklung der Bauzinsen
23.04.20261
-
Neue Regeln für Immobilienfonds
17.04.2026
-
Investmentklima fällt auf Zwei-Jahres-Tief
15.04.2026
-
Irankrieg beeinflusst deutsche Immobilienfinanzierer
14.04.20261
-
Kosten für Büroausbau steigen kaum noch
30.03.2026
-
Wie der Nahostkonflikt auf Immobilienfinanzierungen wirkt
24.03.2026
-
EU-Taxonomie: Regeln für "grünen" Gebäudebestand
19.03.2026
-
Wo die Renditechance beim Wohnungskauf hoch ist
17.03.2026
-
Von Euphemismen und sicheren Häfen
13.03.2026