Microliving: Investment mit Potenzial und hohen Renditen

In Deutschland ist der Markt für Microliving laut JLL noch vergleichsweise schwach ausgeprägt. Die Nachfrage nach den kleinen, möblierten Apartments wachse jedoch kontinuierlich und damit auch die Chancen für Investitionen in solche Konzepte bei Spitzenrenditen von derzeit 7,5 Prozent.

Die Wohnungsknappheit in den Städten bekommen vor allem diejenigen zu spüren, die dort schnell eine Unterkunft benötigen. Dazu gehören Studierende - und davon immer mehr. Im Wintersemester 2018/2019 waren dem Immobiliendienstleister JLL zufolge knapp 2,9 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen und anderen Institutionen höherer Bildung eingeschrieben. Auch die Wohnheime der Studierendenwerke seien überfüllt. Hier sieht JLL steigende Chancen für Investoren, ihr Geld in alternative Konzepte wie Microliving, möblierte Apartments von etwa 18 bis 25 Quadratmetern Größe, oder in private Studierendenheime anzulegen.

Der größte europäische Transaktionsraum ist Großbritannien: Deutlich mehr als 3,5 Milliarden Euro wurden dort nach Zahlen von JLL im Jahr 2018 in Student Housing investiert. Im übrigen Europa erreichte die Summe im vergangenen Jahr rund 1,7 Milliarden Euro. Führend sind die Niederlande mit einem Anteil von 45 Prozent am Investitionsvolumen 2018. Deutschland hatte einen Anteil von 26 Prozent.

Sharing Community, Coworking, Microliving: Auch Lebensgefühl prägt den Markt

JLL geht davon aus, dass die Investitionen in diesen Markt auch in Deutschland deutlich zulegen werden. Es sei dabei nicht nur der Mangel an städtischem Wohnraum, der die Entwicklung treibe, sondern auch das Lebensgefühl: Sharing Community und Coworking - die junge Generation setzt auf das Gemeinschaftsgefühl.

"Die Ansprüche wandeln sich gerade bei den gut ausgebildeten jungen Menschen, vom Wohnraum zum Erfahrungsraum. Das Wohnumfeld soll vor allem Erleben und Begegnung ermöglichen, aber auch Flexibilität." Dr. Konstantin Kortmann, JLL Head of Residential Investment Germany

Reduzierte persönliche Flächen mit Komplettmöblierung und Gemeinschaftsräume für ein soziales Vernetzen, das bediene die Anforderungen einer immer mobileren jungen Bevölkerung. Das Bachelor-Studium in einer Stadt, das Praktikum in einer anderen, und dann der Wechsel an eine weitere Hochschule für den Master: Diese veränderte Lebensrealität müsse der Wohnungsmarkt der Zukunft abbilden können.

Woodie Studentenwohneheim Hamburg
Studierendenhaus "Woodie" in Hamburg: Voll möbliert mit Gemeinschaftsangeboten.

JLL: Hohe Instandhaltungskosten, aber auch Renditen von 7,5 Prozent zu erwarten

Nach Auffassung von JLL ist in dieser Asset Klasse für Inevstoren viel zu erwarten, die Nachfrage jedenfalls dürfte angesichts der weiteren Akademisierung unserer Gesellschaft nicht abreißen. Interessant für Investoren ist dem Immobiliendienstleister zufolge außerdem eine weit überdurchschnittliche Spitzenrendite von derzeit 7,5 Prozent.

"Zu bedenken ist bei dieser Rendite allerdings, dass es sich in der Regel um voll ausgestattete Wohnungen von höherer Qualität handelt. Entsprechend hoch sind die regelmäßig anfallenden Instandhaltungskosten." Tobias Köhler, JLL Team Leader Residential Investment

Laut Unternehmen treiben aber nicht nur Studierende den Markt an. Auch die urbane Arbeitswelt sei stark von Mobilisierung geprägt. An verschiedenen Standorten tätig zu sein, gehöre heute zur Normalität. Kurzfristig Wohnungen zu finden sei auch bei Pendlern gefragt, die eine funktionale Zweitwohnung vor Ort langen Anfahrtswegen vorzögen.

Deutsche Mieten im europäischen Vergleich niedrig, Mietspanne hoch

Preiswert ist Microliving auf gehobenem Niveau nicht, auch nicht im Segment Student Housing. Die Mietspanne ist allerdings vergleichsweise groß, entsprechend der Vielfalt der Konzepte: Zwischen 41 und 225 Euro wöchentlich zahlen laut JLL Bewohner von Wohnimmobilien für Studenten. Damit bewegt sich die Bundesrepublik am unteren Ende der europäischen Skala, selbst hinter dem sonst bei den Lebenshaltungskosten deutlich günstigeren Italien. Ungeschlagen an der Spitze: Großbritannien mit einer Spanne von 110 bis 650 Euro.


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Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Investment