Microliving: Hohe Auslastung und steigende Mieten
Die durchschnittliche All-In-Miete für Wohnungen im Microliving-Segment liegt aktuell bei 616 Euro pro Monat und damit 2,8 Prozent über dem Vorjahreswert – darin enthalten sind Mieten städtischer Wohnungsunternehmen. Bereinigt um diese Bestände ergibt sich für privatwirtschaftlich betriebene Häuser eine mittlere All-In-Miete von 761 Euro pro Monat, das entspricht einem Plus von zirka 50 Euro.
Gestiegen sind im Schnitt auch die Apartmentgrößen und damit die Bewirtschaftungs- und Unterhaltskosten bei den Neuvertragsmieten. Das sind Ergebnisse aus dem jüngsten Marktreport der Initiative Micro-Living und Bulwiengesa, der halbjährlich erscheint.
Mikrowohnen-Nachfrage: Kreis der Zielgruppen
Die Nachfrage nach Mikroapartments bleibe unverändert hoch, ordnet André Adami, Bereichsleiter Residential bei Bulwiengesa, die Entwicklung ein: Eine Auslastung von 96 Prozent zeige, dass flexible, professionell bewirtschaftete Wohnangebote benötigt werden.
Der Vermietungsaufwand variiert je nach Zielgruppe. Während die Vermarktung an inländische oder EU-Studierende überwiegend als kaum herausfordernd eingeschätzt wird, erfordert die Akquise internationaler Studierender einen deutlich höheren Aufwand, da die Vermietung nach Einschätzung der Marktteilnehmer mit einem erhöhten administrativen und operativen Aufwand verbunden ist.
Zum Erhebungsstichtag am 15.4.2026 entfielen 34 Prozent der vermieteten Apartments auf Studierende. Die verbleibenden 66 Prozent verteilen sich auf weitere Nutzergruppen, insbesondere auf Single-Haushalte, Young Professionals und Berufspendler.
Faktoren für den Mietanstieg bei Mikroapartments
Als wesentliche Ursachen der Mietentwicklung werden gestiegene Energie- und Betriebskosten genannt. 80 Prozent der Experten geben die Nebenkosten vollständig an die Mieter bei Neuvermietungen weiter, nur 20 Prozent planen eine teilweise Kostenweitergabe.
Im privatwirtschaftlichen Segment zeigt sich ein Trend zu größeren Apartments mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 27 Quadratmetern.
Gleichzeitig richtet sich ein wachsender Anteil der Angebote an nicht-studentische Zielgruppen, die für qualitativ hochwertige Wohnkonzepte mehr zu zahlen bereit sind. Zudem handelt es sich bei 55 Prozent der analysierten Apartmenthäuser um Neubauobjekte mit umfangreicher Ausstattung und zusätzlichen Serviceangeboten, unter anderem Gemeinschaftsflächen, Fitnessbereiche und digitale Mieter-Apps.
Im Rahmen einer Expertenbefragung unter den Mitgliedern der Initiative Micro-Living werden für den Zeitraum von 2026 bis 2028 jährliche Mietsteigerungen zwischen zwei Prozent und sechs Prozent erwartet. Das Niveau variiert erheblich in Abhängigkeit von Lage- und Ausstattungsqualität. Die monatlichen All-In-Mieten reichen von rund 300 Euro im preisgedämpften Segment bis zu 1.620 Euro in hochwertig ausgestatteten Apartmenthäusern in nachgefragten Wohnlagen der A-Städte.
Microliving: Wo die Nachfrage am höchsten ist
Die durchschnittliche Fluktuationsquote bundesweit beträgt 31 Prozent. In Objekten mit einem Studierendenanteil von mehr als 50 Prozent fällt die Fluktuation etwas geringer aus als in Apartmenthäusern mit überwiegend nicht-studentischen Mietern.
In angespannten Wohnungsmärkten in den A-Städten, liegt die durchschnittliche Fluktuationsquote mit 28 Prozent auf dem niedrigsten Niveau. Die höchsten Werte zeigen sich mit jeweils zirka 45 Prozent in D-Städten und in der Kategorie "Sonstige Städte".
Die Nachfrage nach Mikroapartments bleibt laut Report unverändert hoch, was sich in der mittleren Auslastungsquote von 96 Prozent widerspiegelt. Besonders hohe Belegungsquoten werden an Universitätsstandorten erzielt. So weisen Städte wie Heidelberg oder Freiburg im Breisgau durchschnittliche Auslastungen von rund 98 Prozent auf.
Das Einzelapartment bleibt die bevorzugte Wohnform, sowohl bei studentischen als auch bei nicht-studentischen Zielgruppen. Entsprechend effizient ist die Vermietung bei vergleichsweise geringem Vermarktungsaufwand.
Marktreport der Initiative Micro-Living
Die aktuelle Untersuchung basiert auf Daten von 121 Apartmenthäusern mit rund 27.400 Einheiten und einer Gesamtfläche von etwa 687.350 Quadratmetern und stellt damit ein Marktpanel dar, das aktuelle Entwicklungen und Einschätzungen professioneller Marktteilnehmer abbildet. Mehr als 70 Prozent der erfassten Apartmenthäuser befinden sich in deutschen A-Städten.
Marktreport der Initiative Micro-Living (Download)
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