Bafög: Großteil des Studenten-Budgets geht für Miete drauf

Studenten geben einen großen Anteil des Budgets fürs Wohnen aus. Als finanzielle Stütze soll die Bafög-Förderung dienen – die reicht aber in vielen Städten nicht aus, wie eine Studie zeigt. In München etwa macht die Miete für eine Studentenwohnung 91 Prozent des Höchstsatzes aus.

Das Wohnen ist für viele Studenten ein großer Kostenfaktor – in 38 Hochschulstädten ist die Kaltmiete höher als die Bafög-Wohnpauschale von 325 Euro und "frisst" damit einen großen Anteil des Gesamtzuschusses von 861 Euro regelrecht auf, wie es in einer aktuellen Studie von Immowelt heißt. Untersucht wurde das Verhältnis der Angebotsmieten von Studentenwohnungen – ein bis zwei Zimmer, 40 Quadratmeter – zum Bafög-Höchstsatz in 68 deutschen Städten. In elf Städten geht mehr als die Hälfte des kompletten Bafög-Zuschusses für die Miete drauf.

In München, der teuersten Stadt, kostet eine 40 Quadratmeter große Wohnung laut Immowelt im Median 780 Euro. Das macht 91 Prozent des Bafög-Höchstsatzes aus.

Teure Mieten in den Metropolen: Konkurrenz bei kleinen Wohnungen ist hoch

Auch in anderen Großstädten sind der Analyse zufolge die Mieten nur mit dem Bafög kaum zu finanzieren. In Frankfurt am Main (520 Euro) und Berlin (500 Euro) müssen für eine typische Studentenwohnung – ohne Nebenkosten – 60 beziehungsweise 58 Prozent der Förderung für die Miete abgegeben werden. In Köln wird bei einer Kaltmiete von 490 Euro ein Anteil von 57 Prozent fällig. Dahinter folgt Hamburg, wo eine Studentenwohnung im Median 470 Euro kostet, was ebenfalls mehr als die Hälfte (55 Prozent) des Bafög-Zuschusses ausmacht.

Die Konkurrenz um die kleinen Wohnungen ist hoch: Sie sind nicht nur bei Studierenden, sondern auch bei Berufspendlern beliebt. Zwar hat nach Bobachtung von Immowelt die Nachfrage von Pendlern zu Homeoffice-Zeiten während der Pandemie etwas nachgelassen, die Nachfrage am Mietmarkt durch Studenten bei wiederkehrenden Präsenzveranstaltungen an Universitäten und Hochschulen dürfte dafür wieder zunehmen.

Studentisches Wohnen: Im Süden teuer, im Osten günstig

Allgemein belastet das Wohnen in den süddeutschen Städten das studentische Budget stark: In Stuttgart verschlingt die Kaltmiete laut Immowelt 63 Prozent des Bafögs (540 Euro). In Baden-Württemberg gehören auch kleinere Städte mit renommierten Universitäten zu den teuren Pflastern. Sowohl in Konstanz (480 Euro, 56 Prozent) als auch in Freiburg im Breisgau (450 Euro, 52 Prozent) zehrt die Kaltmiete mehr als die Hälfte des Zuschusses auf. Auch Studierende im bayrischen Ingolstadt (52 Prozent), in Erlangen (46 Prozent) und Rosenheim (45 Prozent) müssen einen erheblichen Anteil der Förderung für die Kaltmiete aufwenden.

Anders sieht es im Osten Deutschlands aus. Außer in Berlin (500 Euro) und Potsdam (380 Euro) liegt die mittlere Kaltmiete vielerorts unterhalb der Wohnpauschale. Und selbst in beliebten Unistädten wie Halle (230 Euro), Dresden und Leipzig (jeweils 270 Euro) ist das Wohnen vergleichsweise günstig. Vom Bafög-Zuschuss gehen dort nur 27 bis 31 Prozent an den Vermieter. In Chemnitz ermittelte Immowelt die niedrigsten Angebotsmieten aller untersuchten Städte: Eine Studentenwohnung kostet im Median 190 Euro (22 Prozent). Auch in Cottbus, Rostock (je 24 Prozent) und Magdeburg (26 Prozent) geht nur ein kleiner Teil vom Bafög für die Miete drauf.


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