26.09.2016 | GBI/MMI

Studentisches Wohnen: Situation verschärft sich

Studenten auf Wohnungssuche: Besonders angespannt ist der Markt laut GBI und Moses Mendelssohn Institutim Süden Deutschlands
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Die Wohnungsnot für Studenten spitzt sich laut einer neuen Studie, die das Moses Mendelssohn Institut (MMI) für GBI realisierte, weiter zu. Im Vergleich zum Herbst 2015 habe sich die Situation in den meisten Universitätsstädten weiter verschlechtert. In 19 Städten ist die Wohnungssuche für Studenten akut kritisch, am schlimmsten in München. Mit Stuttgart (Rang 5) und Freiburg (6) sind zwei weitere süddeutsche Städte stark betroffen.

Die Wohnungsnot für Studenten spitzt sich der neuen Studie zufolge vor allem in Baden-Württemberg immer weiter zu. Neben Stuttgart und Freiburg finden sich unter den ersten zehn Standorten mit dem deutschlandweit engsten Angebot auch Tübingen (Rang 9) und erstmals auch Konstanz (10).

Laut Bulwiengesa hat Nordrhein-Westfalen den größten Investitionsbedarf im Segment Studentisches Wohnen. Während sich die Wohnungslage für Hochschüler in Münster und Bielefeld leicht entspannt hat und in Bochum und Dortmund weitgehend unverändert ist, spitzt sich die Lage der GBI-Studie zufolge zu in Köln, Aachen, Bonn, Düsseldorf, Paderborn, Essen, Siegen-Wittgenstein und im Rhein-Siegkreis.

Im vergangenen Jahr war die Stadt Heidelberg erstmals unter den Top Ten; sie findet sich diesmal auf Platz elf wieder. Mit Karlsruhe (16), gefolgt von Mannheim (18) und Ulm (19) sind damit acht baden-württembergische Uni-Standorte unter den ersten 20 Städten mit besonders kritischer Wohnsituation für Studierende.

Zunahme der Single-Haushalte verschlechtert die Situation für Studierende

Im Südwesten habe sich die Lage vor allem in Stuttgart, Freiburg und Konstanz nachdrücklich verschärft, sagte Stefan Brauckmann vom Moses-Mendelssohn-Institut. Zum einen gebe es generell mehr Single-Haushalte sowie den Trend zum "multilokalen" Wohnen etwa durch Patchworkfamilien. Zum anderen strebten immer mehr Menschen mit wenig Einkommen in kleine und günstige Wohnungen.

In Freiburg etwa sind aktuell rund 33.000 Studenten eingeschrieben; Wohnheimplätze gibt es 3.860. Im Ballungsraum Stuttgart warten der Studie zufolge rund 4.000 Studenten auf einen Wohnheim-Platz (Vorjahr: 3.700). Tübinger Studentenheime bieten knapp 400 Plätze. Warteliste: 1.700.

Preise für WG-Zimmer erhöhten sich um 14 Prozent

Studenten müssen laut Studie zudem auf dem freien Wohnungsmarkt immer tiefer für die Mieten in die Tasche greifen. Die Preise für WG-Zimmer auf dem freien Markt erhöhten sich in den Top-Ten-Städten durchschnittlich um knapp 14 Prozent auf 436 Euro.

Studien zufolge zieht es Studenten dennoch weiter in die Szene-Kieze und Luxus-Apartments boomen.

In folgenden 19 Städten ist die Wohnungssuche für Studenten akut kritisch:

  1. München
  2. Frankfurt am Main
  3. Köln
  4. Hamburg
  5. Stuttgart
  6. Freiburg im Breisgau
  7. Darmstadt
  8. Berlin
  9. Tübingen
  10. Konstanz
  11. Heidelberg
  12. Mainz
  13. Aachen (Städteregion)
  14. Bonn
  15. Düsseldorf
  16. Karlsruhe
  17. Münster
  18. Mannheim
  19. Ulm

Vom MMI untersucht wurden 91 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studenten. Bewertet wurden dabei 23 Faktoren wie WG-Preise, Immobilienangebot oder Erstsemesterzahlen. Für die Studie wurden auch Daten des Immobilienportals WG-gesucht.de genutzt, dem nach eigenen Angaben europaweit größten Vermittlungsportal für WG-Zimmer.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Studentenwohnung, Student

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