Statistisches Bundesamt

Wohnungsbau: Aufträge steigen – Aufschwung bleibt fragil

Die Aufträge im Wohnungsbau haben nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts im Juni nominal um 14,3 Prozent zugelegt – nach einem Einbruch im Mai. Private Bauherren und Investoren sehen aber noch keine echte Bauwende.

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Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt um sechs Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Auch im Wohnungsbau gibt es positive Signale.

Die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten haben dabei beim Umsatz und beim Auftragseingang deutlich im Plus abgeschlossen – nach einem sehr volatilen Jahresverlauf. 

Bauhauptgewerbe: Auftragslage stabilisiert sich

Der Auftragseingang im Hochbau legte im Juni um 8,5 Prozent zu und im Tiefbau um vier Prozent. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich (April bis Juni 2026) war der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang (Hochbau: plus 1,5 Prozent; Tiefbau: plus 9,3 Prozent) um 5,7 Prozent höher als von Januar bis März 2026. 

Der Branchenumsatz wuchs im Juni 2026 real um 6,6 Prozent (nominal plus 11,5 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Auftragseingang stieg real um sechs Prozent (nominal plus 20,8 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten nahm im Juni 2026 gegenüber Juni 2025 um 1,5 Prozent auf rund 545.000 Personen zu.

"Der Juni war ein guter Monat für die Bauwirtschaft", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). "Aber nach einem schwankenden ersten Halbjahr wäre es verfrüht, jetzt schon von einer Bauwende zu sprechen."

Wohnungsbau: Planungssicherheit fehlt noch

Im Wohnungsbau lag der Umsatz im Juni nominal um 8,9 Prozent und der Auftragseingang nominal um 14,3 Prozent über dem Vorjahr – nach einem schwachen Mai, in dem der Auftragseingang eingebrochen war.

Kumuliert bis Juni bleibt der Umsatz mit minus 0,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Für das erste Halbjahr bedeutet das ein Umsatzplus von nominal 2,8 Prozent. Der Auftragseingang lag 5,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Das Ifo-Institut meldete zuletzt wieder mehr stornierte Bauvorhaben. "Was privaten Bauherren und Investoren fehlt, ist Planbarkeit", so Pakleppa, "bei der Förderung ebenso wie bei den Baukosten."

Infrastruktur-Sondervermögen noch kein Impuls

Getragen wird das Auftragsplus im Juni 2026 vor allem vom Tiefbau, dort legte der Auftragseingang nominal um 27,1 Prozent zu. Aber auch im Hochbau gab es ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im öffentlichen Bau stiegen die Aufträge um 15,7 Prozent, im Straßenbau um 22,1 Prozent. Ein Teil davon dürfte auf mehrere Großprojekte zurückgehen. Eine breite Investitionswende im öffentlichen Bau ist trotz des Anstiegs noch nicht zu erkennen.

Auch die Betriebe sehen bisher kein kräftiges Plus in den Auftragsbüchern. Die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen sind bislang kaum in der Fläche angekommen. Deshalb ist es laut ZDB entscheidend, dass die Vergaben nicht wieder abreißen und die Kommunen ausschreiben können.

 

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