Energieeffizienz in Gebäuden: KfW-Förderung gut genutzt

Anfang des Jahres hat die staatliche Förderbank KfW die Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren erhöht. Seitdem haben sich die Zugriffe auf die Programme "sehr positiv entwickelt", meldet die Bundesregierung. Auch die Anreize zum Austausch von Heizungen kommen gut an.

Nicht nur die Zugriffe auf die KfW-geführten Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren steigen seit Jahresbeginnauch die Marktanreizmaßnahmen für erneuerbare Energien des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden gut angenommen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor. Hinweise für einen substanziellen Einfluss der Coronakrise auf die Inanspruchnahme der Förderung gibt es demnach nicht.

Im Ergebnis konnte alleine durch den Austausch von Heizungsanlagen von Januar bis April dieses Jahres eine CO2-Einsparung von knapp 273.000 Tonnen erreicht werden durch Sanierungsmaßnahmen seien weitere 148.500 Tonnen Einsparung möglich geworden, heißt es in dem Schreiben. Die Grünen wollten wissen, wie viel CO2 mit den Maßnahmen bislang eingespart werden konnte.

KfW-Kreditprogramme

In den KfW-Kreditprogrammen, die Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung fördern, gibt es für die Sanierung von Wohnimmobilien einen um 12,5 Prozentpunkte höheren Tilgungszuschuss als bisher (Programme 151, 152) - bis zu 48.000 Euro. Bis zu 120.000 Euro gibt es für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus; 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen. Die Programme fördern auch den Kauf von saniertem Wohnraum. Als Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung wurden vor allem der Austauch von Fenstern und Türen gefördert, gefolgt vom Dämm-Maßnahmen.

Beim Neubau von Wohngebäuden liegt der Tilgungszuschuss um zehn Prozentpunkte höher (Programm 153). Die wohnwirtschaftliche Kreditförderung aus diesen Programmen wurden laut Bundesregierung fast ausschließlich von großen Wohnungsunternehmen beantragt. Die Zahl der Kreditanträge stieg zwischen Januar und April 2020 von 3.242 Förderanträgen auf 13.756 Anträge. Die zugesagten Kredite lagen in Summe bei rund zehn Milliarden Euro.

Dazu gezählt hat die Regierung hier aber auch die Programme 217, 218 und 219 (kommunal), 220 sowie 276, 277, 278 (gewerblich) zur Förderung energieeffizienter Nichtwohngebäude. Für das Sanieren dieser Gebäude gibt es nicht ganz so viel Geld: Der Tilgungszuschuss wurde im Januar 2020 um zehn Prozentpunkte angehoben.

Zuschüsse für Privateigentümer

Wer als Privateigentümer Wohnimmobilien saniert, erhält von der KfW-Förderbank einen um zehn Prozentpunkte höheren Investitionszuschuss als bisher (Programm 430). Geld gibt es auch für die Planung und Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz (Programm 431). Übernommen werden 50 Prozent der Kosten und bis zu 40.000 Euro. Das Programm 431 kann zusammen nur mit den Förderprodukten 151, 152 , 430 oder 153 genutzt werden. Der Förderhöchstbetrag für neue und sanierte Wohngebäude (Programme 151, 153, 430) wurde von 100.000 Euro auf 120.000 Euro nach oben gesetzt

Die Bundesregierung hat die Programme 430 und 431 zusammen begutachtet und kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der Anträge zwischen Januar und April von 6.750 auf 15.922 gestiegen ist. Die Summe der Fördergelder liegt bei 377 Millionen Euro. Die Erneuerung von Fenstern und Türen lag auch im privaten Bereich an erster Stelle.

Förderzusagen für Heizsysteme

Für die KfW-geführten Programme Erneuerbare Energien "Premium" (271, 281) und Erneuerbare Energien "Premium" – Tiefengeothermie (272, 282), zeigt sich folgende Entwicklung: Im Januar wurden noch 60 Anträge gestellt, im April waren es bereits 132. Das zugesagte Kreditvolumen lag insgesamt bei 49 Millionen Euro.

Die Zahl der bisher (Stand 15.5.2020) bewilligten Förderanträge für Heizsysteme lag nach Angaben der Bundesregierung insgesamt bei 50.104 das macht eine jährliche CO2-Einsparung von 272.801 Tonnen aus. Davon wurden zwischen Januar und Mitte Mai 9.074 Anträge für Solaranlagen, 22.179 für Biomasseanlagen und 18.851 für Wärmepumpenanlagen bewilligt.

Wohneigentümer können seit Jahresbeginn beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Austauschprämie für Ölheizungen beantragen. Hiervon verspricht sich die Bundesregierung weitere positive Effekte hinsichtlich der Vermeidung von CO2-Emissionen. Die Prämie soll besondere Anreize setzen für den Ersatz von Ölheizungen durch erneuerbare Wärmeerzeuger. 

Energieberatung: Effekt der steuerlichen Absetzbarkeit

Seit Jahresbeginn können Selbstnutzer energetische Gebäudesanierungsmaßnahmen und die Kosten für Energieberater außerdem von der Steuer absetzen. Hier stieg die Zahl der Anträge beim BAFA für den Bereich Wohngebäude im Vergleichszeitraum Januar bis April zwischen 2019 und 2020 deutlich von 3.602 auf 7.644. Auch bei den Verbraucherzentralen wurden mehr Anträge eingereicht.

Bei der "Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)", kurz EBW, liegen die Netto-Endenergieeinsparungen laut Regierung pro Beratungsfall im Durchschnitt bei 7.516 kWh bei Ein- und Zweifamilienhäusern und bei 10.717 kWh bei Mehrfamilienhäusern (8.027 kWh pro Beratungsfall im gewichteten Mittel). Mit der Energieberatung der Verbraucherzentralen werden bei 100.000 Beratungen pro Jahr insgesamt rund 207 Millionen Euro mehr in energetische Sanierungen, Heizungsoptimierungen sowie Energie- und Stromsparmaßnahmen investiert als vor der Beratung geplant, heißt es in dem Schreiben – vor allem bei der Heizungserneuerung und der Wärmedämmung. Dadurch ergeben sich Endenergieeinsparungen in Höhe von rund 3.150 GWh und CO2-Einsparungen von 1,2 Millionen Tonnen über die Lebensdauer der Maßnahmen.

BEG: 2021 sollen die Förderprogramme gebündelt werden

Damit die Förderanträge künftig schneller bearbeitet werden können, hat die Bundesregierung etwa dem BAFA im Haushalt 2020 zusätzliche Stellen genehmigt. Im März 2020 wurden 31 Stellen neu besetzt, 19 Stellen sind noch unbesetzt (Stand 24.6.2020). Elf Stellen sollen demnach zum 1. Juli besetzt werden.

Die Förderprogramme sollen regelmäßig evaluiert werden. Mit der für Februar 2021 geplanten neuen "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) sollen die verschiedenen Förderprogramme nutzerfreundlich gebündelt werden. Geplant sind zudem weitere Anreize für nachhaltige Neubauten und Sanierungen. Die Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung soll im Zuge dessen an die technischen Voraussetzungen der neuen BEG angepasst werden.


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