Sanieren & Bauen im Bestand bringen PropTechs Geld
Mit 1.472 wirtschaftsaktiven PropTechs – ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr – hat der deutsche Markt 2025 ein neues Allzeithoch erreicht. Das Wachstum setzt sich fort, verliert jedoch die frühere Dynamik. Das sind Ergebnisse aus dem jüngsten Blackprint PropTech Report.
Mit 188 Neugründungen liegen die Zahlen unter dem Wert von 2024. Diese PropTechs konzentrieren sich auf Wertschöpfungsstufen mit hohem operativem und regulatorischem Handlungsdruck, darunter die Bereiche Planen & BIM, Neubau & Material sowie Sanieren & Bauen im Bestand. Energieeffizienz bleibt wichtig, hat jetzt aber weniger Dominanz.
Gesunde Selektion, nicht Markteinbruch
Laut Blackprint-Report sind im vergangenen Jahr 41 PropTechs neu in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Insgesamt sind 103 Unternehmen als schwebend gemeldet. Mit 24 endgültigen Marktaustritten (Passivmeldungen) erreicht die Marktbereinigung einen neuen Höchststand. Betroffen sind vor allem Segmente mit hoher Fragmentierung, geringer Differenzierung oder projektabhängigen Erlösmodellen.
Den Studienautoren zufolge handelt es sich um gesunde Selektion, nicht um einen Markteinbruch. Ältere Gründungsjahrgänge weisen dabei höhere Ausfallquoten auf, da sie über einen längeren Zeitraum Marktrisiken ausgesetzt waren, heißt es. Bei Jahrgängen mit längerer Marktpräsenz (mehr als fünf Jahre) bewegen sich die aktuellen Ausfallquoten überwiegend im Bereich von rund 20 Prozent bis 30 Prozent.
Venture Capital bleibt unter den Hochphasen
Fremdkapital war im vergangenen Jahr laut Blackprint mit einem Volumen von Mit 1.055 Millionen Euro stärkster Finanzierungstreiber im deutschen PropTech-Markt. Das Venture Capital Volumen lag 2025 bei 846 Millionen Euro – satte 17 Prozent weniger als 2024 – und damit deutlich unter der Hochphasen im Jahr 2023. Debt Funding etabliert sich als neue Realität.
Insbesondere energie-, infrastruktur- und assetnahe Geschäftsmodelle skalieren eher über projekt- und cashflowbasierte Finanzierungen. Der PropTech-Markt entwickelt sich damit weg vom reinen Venture-Capital-Spiel hin zu einem integralen Bestandteil realer Infrastruktur- und Bestandsfinanzierung.
"PropTech entwickelt sich vom Innovationsversprechen zur funktionalen Infrastruktur der Bau- und Immobilienbranche – Kapital fließt dorthin, wo reale Probleme im Bestand, bei Energie, Kosten und Betrieb gelöst werden", ordnet Malte Westphal, Head of Scouting & Markets, Experte für Daten und Auswertungen sowie das zugehörige PropTech Matchmaking bei Blackprint, die Ergebnisse ein.
Wohin fließt das Kapital am PropTech-Markt?
Die Kapitalallokation bleibt laut Blackprint-Report stark fokussiert. Energieeffizienz vereint weiterhin den größten Anteil des investierten Volumens. Deutlich zugelegt haben die Segmente Sanieren & Bauen im Bestand, Material, Projektentwicklung und smarte Gebäudetechnik. Dagegen bleiben software- und managementnahe Bereiche wie Finanzieren, Bewerten & Investieren oder Asset Management weitgehend unterfinanziert.
Mit 352 aktiven Investoren ist die Zahl der Kapitalgeber im Jahr 2025 erneut gestiegen. Gleichzeitig werden die Tickets kleiner und die Runden syndizierter. Business Angels gewinnen an Bedeutung, Venture Capital agiert selektiver. Das Risiko verteilt sich auf mehr Schultern – das führen die Experten auf eine erhöhte Kapitaldisziplin, noch geringe Exits und den europäischen Fundraisingrückgang beim Wagniskapital zurück.
"Nicht mehr Breite entscheidet, sondern Substanz. Kapital, Nachfrage und Aufmerksamkeit konzentrieren sich auf Lösungen, die sich wirtschaftlich tragen, integrieren lassen und reale Transformations- und Perfomanceprobleme adressieren", so Sarah Schlesinger, Managing Partner & Leiterin des Blackprint Instituts. "PropTech wird von der Spielwiese zunehmend zur Infrastruktur für die Bau- und Immobilienwirtschaft."
Blackprint PropTech-Report: Methodik
Der Report der auf Digitalisierung im Bau- und Immobiliensektor spezialisierten Backprintpartners GmbH (Blackprint) dokumentiert und analysiert die Entwicklung von PropTech Startups mit Hauptsitz in Deutschland. Die Ergebnisse basieren auf Datenerhebungen aus primären und sekundären Quellen sowie der Blackprint-Datenbank.
Blackprint PropTech Report 2025 (Registrierung)
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