Überraschendes Comeback der Neubauten
Der Europace Hauspreisindex (EPX) steigt im April 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,42 Prozent und landet bei einem neuen Gesamtwert von 221,58 Punkten (Basisjahr = Indexwert 100). Im Jahresvergleich sind die Preise im Schnitt um 1,91 Prozent gestiegen.
Für Aufmerksamkeit sorgt vor allem der Neubau: Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser steigen im April um 0,99 Prozent – das ist der stärkste monatliche Zuwachs aller Segmente. Der Index klettert auf 243,75 Punkte (Jahresvergleich: plus 2,40 Prozent).
Preise für Bestandshäuser geben nach
Die Preise für Eigentumswohnungen steigen im April-EPX um 0,32 Prozent auf 219,96 Punkte. Im Jahresvergleich errechnet sich ein Plus von 1,73 Prozent. Damit lässt die Dynamik in diesem Segment etwas nach.
Die Preise für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser geben in der aktuellen Auswertung leicht um 0,15 Prozent nach und landen im April bei 201,04 Punkten. Im Jahresvergleich bleibt noch ein Plus von 1,52 Prozent.
"Der Immobilienmarkt meldet sich mit einer deutlichen Dynamik im Neubau", erklärt Europace-Vorstand und Co-CEO Stefan Münter. Die Preisentwicklung hier resultiere unter anderem aus deutlich gestiegenen Bauleistungspreisen: Diese sind innerhalb eines Jahres um 3,3 Prozent gestiegen. Das sei ein Symptom der gegenwärtigen globalen Krisen.
"Zusätzlich sahen wir bereits im März einen deutlich erhöhten Nachfragedruck als Reaktion auf den Zinsanstieg", so Münter.
Entwicklung der EPX-Preisindizes im Detail
Gesamtindex: steigend
Monat | Indexwert | Veränderung / Vormonat | Veränderung / Vorjahresmonat |
April 2026 | 221,58 | + 0,42 Prozent | + 1,91 Prozent |
März 2026 | 220,65 | + 0,28 Prozent | + 1,49 Prozent |
Februar 2026 | 220,03 | - 0,04 Prozent | + 1,54 Prozent |
Januar 2026 | 220,11 | - 0,72 Prozent | + 1,48 Prozent |
Dezember 2025 | 220,71 | - 0,11 Prozent | + 1,90 Prozent |
November 2025 | 220,95 | + 0,24 Prozent | + 2,40 Prozent |
Oktober 2025 | 220,43 | + 0,23 Prozent | + 2,50 Prozent |
September 2025 | 219,91 | + 0,48 Prozent | + 2,65 Prozent |
August 2025 | 218,87 | - 0,09 Prozent | + 2,41 Prozent |
Juli 2025 | 219,20 | + 0,40 Prozent | + 2,63 Prozent |
Juni 2025 | 218,19 | - 0,18 Prozent | + 2,45 Prozent |
Mai 2025 | 218,58 | + 0,53 Prozent | + 2,83 Prozent |
April 2025 | 217,43 | + 0,01 Prozent | + 2,72 Prozent |
Quelle: Europace
Eigentumswohnungen: leicht steigend
Monat | Indexwert | Veränderung / Vormonat | Veränderung / Vorjahresmonat |
April 2026 | 219,96 | + 0,32 Prozent | + 1,73 Prozent |
März 2026 | 219,26 | + 0,61 Prozent | + 1,39 Prozent |
Februar 2026 | 217,94 | + 0,27 Prozent | + 1,07 Prozent |
Januar 2026 | 217,35 | - 0,01 Prozent | + 0,91 Prozent |
Dezember 2025 | 217,37 | - 0,60 Prozent | + 1,50 Prozent |
November 2025 | 218,68 | - 0,24 Prozent | + 2,50 Prozent |
Oktober 2025 | 219,21 | - 0,15 Prozent | + 3,29 Prozent |
September 2025 | 219,55 | + 0,13 Prozent | + 3,19 Prozent |
August 2025 | 219,27 | + 0,03 Prozent | + 3,18 Prozent |
Juli 2025 | 219,20 | + 0,64 Prozent | + 3,24 Prozent |
Juni 2025 | 217,80 | + 0,33 Prozent | + 3,24 Prozent |
Mai 2025 | 217,09 | + 0,40 Prozent | + 3,71 Prozent |
April 2025 | 216,23 | - 0,01 Prozent | + 4,48 Prozent |
Quelle: Europace
Neue Ein- und Zweifamilienhäuser: steigend
Monat | Indexwert | Veränderung / Vormonat | Veränderung / Vorjahresmonat |
April 2026 | 243,75 | + 0,99 Prozent | + 2,40 Prozent |
März 2026 | 241,35 | - 0,01 Prozent | + 1,26 Prozent |
Februar 2026 | 241,37 | - 0,33 Prozent | + 1,50 Prozent |
Januar 2026 | 242,16 | - 0,46 Prozent | + 2,12 Prozent |
Dezember 2025 | 243,27 | + 0,42 Prozent | + 2,68 Prozent |
November 2025 | 242,25 | + 0,79 Prozent | + 2,51 Prozent |
Oktober 2025 | 240,35 | + 0,64 Prozent | + 2,07 Prozent |
September 2025 | 238,83 | + 0,63 Prozent | + 2,25 Prozent |
August 2025 | 237,34 | - 0,49 Prozent | + 1,74 Prozent |
Juli 2025 | 238,50 | + 0,06 Prozent | + 1,81 Prozent |
Juni 2025 | 238,36 | - 0,43 Prozent | + 1,62 Prozent |
Mai 2025 | 239,39 | + 0,57 Prozent | + 1,93 Prozent |
April 2025 | 238,35 | - 0,13 Prozent | + 1,17 Prozent |
Quelle: Europace
Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser: leicht fallend
Monat | Indexwert | Veränderung / Vormonat | Veränderung / Vorjahresmonat |
April 2026 | 201,04 | - 0,15 Prozent | + 1,52 Prozent |
März 2026 | 201,35 | + 0,29 Prozent | + 1,89 Prozent |
Februar 2026 | 200,77 | - 0,02 Prozent | + 1,80 Prozent |
Januar 2026 | 200,82 | - 0,33 Prozent | + 1,35 Prozent |
Dezember 2025 | 201,48 | - 0,22 Prozent | + 1,40 Prozent |
November 2025 | 201,93 | + 0,10 Prozent | + 2,16 Prozent |
Oktober 2025 | 201,73 | + 0,18 Prozent | + 2,18 Prozent |
September 2025 | 201,36 | + 0,69 Prozent | + 2,54 Prozent |
August 2025 | 199,99 | + 0,26 Prozent | + 2,36 Prozent |
Juli 2025 | 199,47 | + 0,53 Prozent | + 0,53 Prozent |
Juni 2025 | 198,41 | - 0,43 Prozent | + 2,60 Prozent |
Mai 2025 | 199,27 | + 0,63 Prozent | + 2,96 Prozent |
April 2025 | 198,03 | + 0,21 Prozent | + 2,73 Prozent |
Quelle: Europace
Value-Daten: Resilienz des deutschen Immobilienmarkts
Die aktuelle Marktanalyse der Value AG, die den EPX begleitet, zeigt für April 2026 eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der deutschen Immobilienmärkte. Die angebotenen Preise verzeichnen einen leichten Zuwachs: Bei Wohnungen ist es ein Plus von 0,19 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind es 0,14 Prozent. Die Transaktionspreise im EPX werden durch diese stabilen Daten gestützt.
Die geforderten Mieten zogen im April erneut an und liegen im Vergleich zum Vormonat mit 0,21 Prozent im Plus. "Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen sehen wir keine nennenswerten Preisreaktionen; der Markt zeigt sich gegenüber externen Impulsen zunehmend resilient", kommentiert Sebastian Hein, Director bei der Value AG, die Zahlen.
Die Value AG liefert eigene Auswertungen der Angebotsmärkte. Die Value Data Insights mit detaillierten Regionalauswertungen zu den Preisentwicklungen am Wohnungsmarkt erscheinen weiterhin quartalsmäßig.
Europace EPX Hedonic Datenbasis
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Bernd Michalski
Sat Mar 07 14:41:58 UTC 2026 Sat Mar 07 14:41:58 UTC 2026
mdr am 24.2.2026
TROTZ WOHNUNGSNOT
Bund lässt eigene Immobilien seit Jahren leer stehen
„Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, besonders in Großstädten. Auch der Bund tritt als Vermieter auf und besitzt rund 38.000 Wohnungen. Doch statt mit gutem Beispiel voranzugehen, passiert das Gegenteil: Ausgerechnet der Staat zeigt, wie schlecht man mit dringend benötigtem Wohnraum umgehen kann. 13 Prozent der Wohnungen im Bundesbesitz stehen leer.
Stand Juli 2025 wurden 38.341 Wohnungen vom Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, auch Bundesimmobilien oder BImA genannt, verwaltet. Davon stehen 3.725, also fast jede zehnte Wohnung leer. Hinzu kommen 1.127 nicht "marktaktive" Wohnungen. Das heißt: Sie sind entweder stark sanierungsbedürftig oder sollen verkauft werden. Das macht zusammen 4.852 leere bundeseigene Wohnungen. Das ist eine Quote von 12,65 Prozent.“
Gesamter Artikel:
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/mietwohnung-immobilien-bund-100.html?xing_share=news