Steigende Angebote und Preise – wo Käufer jetzt profitieren
Die versteigerten Verkehrswerte stiegen laut Fachverlag Argetra im ersten Halbjahr 2026 um 16,5 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Die Anzahl der anberaumten Termine stieg um 8,4 Prozent auf 7.845 Termine.
Für Investoren und Käufer wächst das Angebot – in einem Markt, in dem die Preise wieder steigen. Ausgewertet wurden die Veröffentlichungen von knapp 500 Amtsgerichten.
Ein- und Zweifamilienhäuser am häufigsten zwangsversteigert
Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland hat laut Argetra einen Anteil von rund 21 Prozent am Gesamtmarkt und seit Jahren die Marktführerrolle bei Zwangsversteigerungen. Die Termine im ersten Halbjahr 2026 konzentrieren sich in der Mitte Deutschlands, von West nach Ost.
Blickt man auf Termine pro 100.000 Haushalte, ist die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine in Thüringen (33) mehr als doppelt so hoch wie in Bayern (14). Durchschnittlich waren bundesweit im Halbjahr 19 (im Vorjahr 18) von 100.000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen.
Rund 70 Prozent der zwangsversteigerten Objekte sind Wohnimmobilien mit dem Löwenanteil bei Ein- und Zweifamilienhäusern (50,5 Prozent, nach 49,9 Prozent im ersten Halbjahr 2025), gefolgt von Eigentumswohnungen (20,6 Prozent; nach 19,6 Prozent im ersten Halbjahr 2025). Den Rest von 30 Prozent teilen sich Gewerbegrundstücke, Wohn- und Geschäftshäuser, Grundstücke und sonstige Immobilien.
Zwangsversteigerungen: Ranking der höchsten Verkehrswerte
In Berlin wurden die höchsten Verkehrswerte mit durchschnittlich mehr als 1,6 Millionen Euro pro Immobilie aufgerufen. Das entspricht einem Plus von 86,76 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.
Hamburg (minus 39,28 Prozent) mit einem Durchschnitt bei 640.000 Euro liegt auf Platz zwei hinter Berlin. Sachsen-Anhalt (minus 18,43 Prozent) bildet das Schlusslicht mit Durchschnittswerten von 96.000 Euro. Der Bundesdurchschnitt lag bei 330.852 Euro, nach 307.679 Euro im ersten Halbjahr 2025.
Zwangsversteigerungstermine: Diese Städte führen
Bei den 40 Städten mit den meisten Terminen führt laut dem aktuellen Argetra-Bericht immer noch Berlin trotz eines leichten Minus von 1,06 Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr 2025, gefolgt von Chemnitz (plus 13,86 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum), Leipzig (plus 9,47 Prozent), München (minus 3,13 Prozent), Neuruppin (plus 59,65 Prozent) und Heilbronn (plus 77,55 Prozent).
An den untersuchten 40 Amtsgerichten, die Einzugsgebiete von rund 18 Prozent der Bevölkerung abdecken, werden 30 Prozent aller Zwangsversteigerungen registriert und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt.
Neu in den "Top 40" sind unter anderem Stralsund, Gera, Bingen, Bonn, Neuss und Rastatt. Dafür fielen aus der Liste die Städte Esslingen, Gelsenkirchen, Siegburg, Kassel, Ingolstadt und Würzburg. Bemerkenswert: Von den 40 Städten haben 14 weniger als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Aussicht: Was passiert bis Ende 2026?
"Wir erwarten, dass die Zahl der zwangsversteigerten Immobilienobjekte im laufenden Jahr die Marke von 15.000 durchbricht, was einem Anstieg von etwa 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2025 mit 14.082 Objekten entsprechen würde", schreibt Patrik Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, im Fazit der Studie.
Argetra-Halbjahresbericht 2026
Quelle der Analyse ist die Argetra-Online-Datenbank mit mehr als 780.000 Terminen. Beliefert werden Banken, Portfoliohändler und Servicer. Neu sind die Marktschwankungsanalysen für Zwangsversteigerungsobjekte, da sich die Schwankungswerte vom normalen Markt abgekoppelt haben. In der Datenbank und im Versteigerungskalender werden tagesaktuell die Termine der knapp 500 deutschen Amtsgerichte veröffentlicht.
Argetra-Bericht "Immobilienmarkt: Zwangsversteigerungen in Deutschland"
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