German Real Estate Index (GREIX)

Wohnimmobilien: Preisanstieg verliert deutlich an Schwung

Wohnimmobilien in Deutschland verteuern sich kaum noch – in manchen Städten fallen die Preise sogar, etwa in Stuttgart und Frankfurt am Main. Mehrfamilienhäuser werden günstiger gehandelt. Das zeigt der aktuelle German Real Estate Index (GREIX).    

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Die Preise für Eigentumswohnungen sind im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal nominal um 0,3 Prozent und für Einfamilienhäuser um 1,8 Prozent gestiegen – für Mehrfamilienhäuser gingen die Preise um 0,9 Prozent zurück. Im Jahresvergleich lagen Eigentumswohnungen mit 0,4 Prozent und Einfamilienhäuser mit 1,9 Prozent im Plus, Mehrfamilienhäuser mit 3,5 Prozent im Minus.

Das sind Ergebnisse aus dem jüngsten Update des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für den GREIX-Kaufpreisindex.

Verkäufer erzielen nur noch nominal höhere Preise

Inflationsbereinigt (real) gaben Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich um 0,9 Prozent und Mehrfamilienhäuser um zwei Prozent nach, während Einfamilienhäuser mit plus 0,6 Prozent zulegten.

Im Jahresvergleich haben laut Auswertung alle drei Marktsegmente an Wert verloren: Eigentumswohnungen real um 2,1 Prozent, Einfamilienhäuser um 0,7 Prozent und Mehrfamilienhäuser um 5,9 Prozent. Gemessen in aktueller Kaufkraft sind Wohnimmobilien damit heute weniger wert als im zweiten Quartal 2025. Verkäufer erzielen also nominal höhere Preise, können sich von diesem Betrag aber weniger leisten.

"Dazu passt, dass Angebotspreise in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst werden, was in der Vergangenheit ein zuverlässiger Indikator für eine nachlassende Preisdynamik war“, sagt Jonas Zdrzalek, Projektleiter GREIX am IfW.

Uneinheitliche Preisentwicklung in den Städten

Für fünf der acht (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Leipzig und Stuttgart) größten deutschen Städte liegen im GREIX für das zweite Quartal 2026 aktuelle Werte vor.

Bei Eigentumswohnungen steigen die Immobilienpreise gegenüber dem Vorquartal in Düsseldorf (plus 1,2 Prozent) und Köln (plus 0,1 Prozent), Leipzig blieb mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu unverändert. Rückgänge verzeichneten Frankfurt am Main (minus 0,6 Prozent) und Stuttgart (minus 1,6 Prozent). Für Berlin, Hamburg und München fehlen noch Daten.

Außerhalb der acht Metropolen ist ebenfalls kein einheitlicher Trend erkennbar. So stiegen etwa in Bonn die Preise für Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorquartal um 2,8 Prozent, in Münster um 2,1 Prozent und in Dortmund um 1,9 Prozent. In Bochum lagen sie 0,5 Prozent unter dem Vorquartalswert.

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Eigentumswohnungen werden häufiger verkauft

Die Zahl der Transaktionen steigt dem Institut zufolge seit mehreren Quartalen. Im zu diesem Thema betrachteten ersten Quartal 2026 wechselten 9,3 Prozent mehr Wohnungen den Eigentümer als ein Jahr zuvor. Auch das Transaktionsvolumen (Summe aller Käufe in Euro) lag mit 12,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Bei Ein- und Mehrfamilienhäusern blieb es demnach hingegen bei einer weitgehend unveränderten Marktaktivität, hier lagen Verkaufszahlen und Volumen jeweils leicht unter dem Vorjahr.

Die noch vorläufige Zahl der Transaktionen für das zweite Quartal 2026 spricht laut IfW dafür, dass sich der Zuwachs bei Eigentumswohnungen fortsetzt, allerdings in merklich langsamerem Tempo als in den Quartalen zuvor. Da die Erfassung einzelner Kaufverträge zeitverzögert erfolgt, lässt sich die Veränderungsrate noch nicht abschließend bestimmen.

Frühindikator: Preisanpassungen in Inseraten 

Ergänzend zu den Transaktionsdaten wertet der GREIX Liquiditätskennzahlen der Value-Marktdatenbank aus. Eine der Kennzahlen ist die relative Höhe der Preisanpassung eines Inserats. Wie stark Anbieter im Lauf einer Vermarktung von ihrer ursprünglichen Preisvorstellung abrücken, deutet auf die Entwicklung kommender Quartale hin.

Über 45 Quartale von 2015 bis 2026 zeigt sich: Wenn die Preisnachlässe in Inseraten im Vergleich zum Vorjahr zunehmen, fällt das jährliche Preiswachstum im darauffolgenden Quartal meist schwächer aus. Umgekehrt bessert sich die Preisdynamik häufig, sobald die Nachlässe wieder abflauen. Gerade bei Wendepunkten in der Preisentwicklung konnte man in der Vergangenheit dieses Muster erkennen.

GREIX für mehr Transparenz am Wohnungsmarkt

Der German Real Estate Index (GREIX) ist ein Immobilienpreisindex für Deutschland auf Basis der Kaufpreissammlung der lokalen Gutachterausschüsse, die notariell beglaubigte Verkaufspreise enthält. Er bildet die Preisentwicklung einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab und basiert auf mehr als zwei Millionen Transaktionsdaten. So können langfristige Trends der Immobilienmärkte analysiert und aktuelle Entwicklungen im historischen Kontext eingeordnet werden.

Die Preisentwicklungen werden auf Basis der Indexwerte nach wissenschaftlichen Standards berechnet. Mittels statistischer Verfahren (hedonische Methode) können Verzerrungen eliminiert werden, die bei durchschnittlichen Quadratmeterpreisen auftreten. Ziel ist es, die Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu erhöhen. Alle Daten sind frei zugänglich.

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GREIX Kaufpreisindex Q2 2026: Preisdynamik lässt nach – Immobilien im Jahresvergleich real günstiger (Download)

 

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt , Immobilienpreis
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