Preisanstieg bei Wohnimmobilien verlangsamt sich
Die Preise für Eigentumswohnungen in den deutschen Städten sind im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum dritten Quartal 2025 um 0,3 Prozent und inflationsbereinigt – also gemessen in aktueller Kaufkraft – um 0,6 Prozent gesunken. Bei den Einfamilienhäusern stiegen die Preise zum Jahresende um 0,8 Prozent (inflationsbereinigt 0,4 Prozent).
Mehrfamilienhäuser wurden dagegen mit einem Preisanstieg um vier Prozent (inflationsbereinigt 3,7 Prozent) deutlich teurer gehandelt. Aufgrund der geringen Zahl an Verkäufen ist diese Entwicklung aber weniger aussagekräftig.
Das sind Ergebnisse aus dem aktuellen German Real Estate Index (GREIX) des Exzellenzclusters Econtribute der Universitäten Bonn und Köln und dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), der auf Daten der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte basiert.
Käufer arrangieren sich mit Immobilienpreisen
Im Jahresvergleich (gegenüber dem vierten Quartal 2024) haben die Preise für Eigentumswohnungen um 1,5 Prozent und die Preise für Einfamilienhäuser um 1,6 Prozent zugelegt. Damit lagen die Preise zwar das sechste Quartal in Folge über dem jeweiligen Vorjahresniveau, jedoch bleiben die Zuwächse unter der allgemeinen Teuerung von zirka 2,2 Prozent – inflationsbereinigt sind die Preise in beiden Segmenten leicht gesunken.
Mehrfamilienhäuser verzeichneten im Jahresvergleich ein klares Plus von 4,8 Prozent (inflationsbereinigt 2,6 Prozent).
"Die Preisentwicklung verliert an Dynamik. Die Wachstumsrate flacht ab, das heißt, die Preise steigen weiterhin, jedoch weniger stark", erklärte Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am Kiel Institut für Weltwirtschaft. "Gleichzeitig nimmt die Marktaktivität zwar zu, allerdings in geringerem Tempo." Im Vergleich zum Vorjahr wurden 4,1 Prozent mehr Eigentumswohnungen, 1,9 Prozent mehr Einfamilienhäuser und 8,9 Prozent mehr Mehrfamilienhäuser verkauft.
Großstadtvergleich: Düsseldorf führt Preisdynamik an
In den acht größten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart verlief die Entwicklung der Immobilienpreise im vierten Quartal 2025 weiter uneinheitlich.
Gegenüber dem GREIX aus dem dritten Quartal 2025 stiegen die Preise in Leipzig im vierten Quartal 2025 noch einmal kräftig um 2,9 Prozent. Auch in Stuttgart legten sie mit 1,4 Prozent deutlich zu. In Frankfurt am Main erhöhten sich die Preise hingegen nur moderat um 0,6 Prozent, und in Berlin gingen die Preise um 1,5 Prozent zurück. Für Dresden, Hamburg und München liegen für das vierte Quartal 2025 noch keine Daten vor.
"Die regionalen Unterschiede bleiben im vierten Quartal 2025 ausgeprägt", so Zdrzalek. "Während einige Städte weiter Aufholbewegungen zeigen, treten andere Märkte zum Jahresende auf der Stelle oder verzeichnen Rückgänge."
GREIX für mehr Transparenz am Wohnungsmarkt
Der German Real Estate Index (GREIX) ist ein Immobilienpreisindex für Deutschland auf Basis der Kaufpreissammlung der lokalen Gutachterausschüsse, die notariell beglaubigte Verkaufspreise enthält. Er bildet die Preisentwicklung einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab und basiert auf mehr als zwei Millionen Transaktionsdaten. So können langfristige Trends der Immobilienmärkte analysiert und aktuelle Entwicklungen im historischen Kontext eingeordnet werden.
Die Preisentwicklungen werden auf Basis der Indexwerte nach wissenschaftlichen Standards berechnet. Mittels statistischer Verfahren (hedonische Methode) können Verzerrungen eliminiert werden, die bei durchschnittlichen Quadratmeterpreisen auftreten. Ziel ist es, die Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu erhöhen. Alle Daten sind frei zugänglich.
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