Ferienimmobilien als Kapitalanlage: Die Trends
In vielen Ferienregionen steht der großen Nachfrage weiter ein begrenztes Angebot gegenüber, was zu stabilen oder steigenden Preisen führt – insbesondere in Premiumlagen wie auf Sylt oder an den Bayerischen Seen, wo weiterhin Spitzenpreise erzielt werden.
Von den Küsten der Nord- und Ostsee, über die Mecklenburgische Seenplatte, Schwarzwald und Bodensee bis zu den Alpen: Engel & Völkers hat in einem Marktbericht die Preis-, Trend- und Lageentwicklung der 42 wichtigsten Ferienorte Deutschlands untersucht.
Investitionen in Ferienimmobilien: Coolcation im Trend
"Die Nachfrage zieht insbesondere in den Top-Destinationen wieder spürbar an", erklärt Till-Fabian Zalewski, CEO von Engel & Völkers für Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH-Region). "Ferienhäuser und -wohnungen erweisen sich als wertbeständige Investitionen, die eine emotionale Rendite mit langfristiger Sicherheit verbinden." Die aktuelle Entwicklung zeige außerdem die Resilienz des Markts gegenüber gesamtwirtschaftlichen Schwankungen.
Die Übernachtungszahlen in Deutschland haben den Maklern zufolge im Jahr 2025 einen neuen Rekordwert erreicht. Vom aktuellen Trend der Coolcation, bei dem Urlauber nach kühleren Urlaubszielen suchen, profitieren demnach Eigentümer von Ferienimmobilien an den deutschen Küsten und Alpenregionen. Dort sind Ferienhäuser und -wohnungen besonders begehrt – zur Eigennutzung und zur Vermietung.
Der hohen Nachfrage steht ein stark limitiertes Angebot gegenüber, sodass die durchschnittlichen Angebotspreise für Ferienwohnungen an einigen Standorten in den Bayerischen Alpen im vergangenen Jahr nach Beobachtung von Engel & Völkers um rund zehn Prozent gestiegen sind.
Ferienorte für Investments: Die preislichen Hotspots
Die höchsten Preise für Ferienhäuser werden dem Bericht zufolge an den bayerischen Seen und auf der nordfriesischen Insel Sylt erzielt. Diese Regionen sind durch eine exklusive Lage und begrenzte Verfügbarkeit charakterisiert, was zu einem Preisniveau deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt führt.
Auf Sylt registriert Engel & Völkers Spitzenpreise von bis zu 29 Millionen Euro für Ausnahmeobjekte in Toplagen. Am Starnberger See erreichen außergewöhnliche Liebhaberobjekte Preise von bis zu 35 Millionen Euro, während die Preise für exklusive Ferienhäuser am benachbarten Tegernsee bei bis zu 25 Millionen Euro liegen. In Konstanz am Bodensee werden für erstklassige Objekte in Bestlage Preise von bis zu elf Millionen Euro sowie in der Region rund um Überlingen und Meersburg von bis zu zehn Millionen Euro aufgerufen.
Auch bei Ferienwohnungen bleiben die Nordseeküste und die bayerischen Seen die exklusivsten Regionen in Deutschland. Die ostfriesische Insel Norderney stellt mit Preisen von bis zu 25.000 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen in sehr guter Lage den exklusivsten Standort dar, gefolgt von Sylt mit Spitzenpreisen von bis zu 22.000 Euro pro Quadratmeter. In den Bayerischen Alpen werden die höchsten Preise am Tegernsee erzielt (bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter), gefolgt vom Starnberger See (bis zu 18.000 Euro pro Quadratmeter) und Konstanz (bis zu 16.000 Euro pro Quadratmeter).
Ferienwohnungsmarkt und restriktive Gesetzgebung
Bei der Wertentwicklung hat sich das Thema Energieeffizienz und Sanierung in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Entscheidungskriterium entwickelt, schreiben die Makler. "Käufer sind für die energetische Substanz hochgradig sensibilisiert und fordern Transparenz über künftige Betriebskosten und Wertentwicklungsaussichten", so Zalewski.
Die Folge: Der Markt differenziert sich verstärkt in Ready-to-use-Investments und Revitalisierungsprojekte. Außerdem legen Käufer und Urlauber hohen Wert auf eine erstklassige Ausstattung der Immobilie mit hochwertigen Materialien, modernster Technologie und durchdachtem regionalen Design.
Die Dynamik des Marktes wird in immer mehr Regionen von einer verstärkt restriktiven Gesetzgebung beeinflusst. Zweckentfremdungsverbote, die Begrenzung von Zweitwohnsitzen oder strengere Bebauungspläne limitieren aus Maklersicht das Angebot an Neubauprojekten und machen die rechtliche Absicherung beim Kauf essenziell. "Der Wert von Immobilien in Toplagen, die unbeschränkt genutzt oder vermietet werden dürfen, steigt deutlich", sagt der DACH-CEO von Engel & Völkers.
Ferienimmobilien: Preisentwicklung 2026
Engel & Völkers erwartet für den weiteren Jahresverlauf eine fortgesetzte Marktstabilisierung auf hohem Niveau. Während das Premiumsegment in den Toplagen wegen des Angebotsmangels weitere moderate Preissprünge vollziehen wird, konsolidieren sich die Preise in guten und mittleren Lagen weitestgehend.
"Für 2026 erwarten wir eine Fortsetzung des stabilen Trends, wobei die Nachfrage insbesondere in den Top-Destinationen wieder spürbar anzieht und das knappe Angebot weiterhin übersteigen wird", prognostiziert Zalewski. Vor dem Hintergrund der vielerorts komplexer werdenden Regulierung sollten sich Kaufinteressenten von Ferienimmobilien vor Ort beraten lassen.
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