Energieeffizienz zahlt sich aus für Verkäufer
Während eine schlechte Energiebilanz deutliche Preisabschläge nach sich zieht, erzielen besonders effiziente Gebäude deutlich höhere Preise. Wohnungen mit der besten Energieeffizienzklasse A+ kosten im bundesweiten Durchschnitt rund 20 Prozent mehr als vergleichbare Objekte mit mittlerem Energiestandard der Klasse D.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Immowelt. Untersucht wurden die Angebotspreise von Häusern und Wohnungen, die im Jahr 2025 auf dem Portal inseriert waren. Die Effizienzklasse D wurde dabei als Vergleichsstandrad herangezogen, da er aktuell in Deutschland bei angebotenen Wohnimmobilien am weitesten verbreitet ist.
In der Berechnung wurde der Einfluss des Energiestandards auf den Angebotspreis bestimmt, während Faktoren wie Lage, Größe oder Ausstattung ausgeklammert worden sind, um den Energieeffekt sichtbarer zu machen.
Preisabschlag von bis zu 17 Prozent für ineffziente Häuser
"Käufer achten stärker als früher auf laufende Energiekosten und mögliche Sanierungsaufwände", beobachtet Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka. Effiziente Gebäude erzielen demnach deutliche Preisaufschläge, während Immobilien mit schwacher Energiebilanz häufig nur über niedrigere Einstiegspreise Käufer finden.
Besonders deutlich wirkt sich laut der Analyse eine schlechte Energieeffizienzklasse auf die Angebotspreise von Häusern aus. Eigenheime mit der niedrigsten Energieeffizienzklasse H werden durchschnittlich rund 17 Prozent günstiger angeboten als vergleichbare Häuser mit dem mittleren Standard der Klasse D. Auch Häuser mit den Klassen G und F weisen massive Preisabschläge auf.
Je weiter ein Haus energetisch vom mittleren Standard abweicht, desto stärker schlägt sich das der Auswertung zufolge im Angebotspreis nieder. Am oberen Ende der Skala kommt es zu starken Aufschlägen: So kosten Häuser mit der Energieeffizienzklasse A+ im bundesweiten Durchschnitt rund 15 Prozent mehr als Eigenheime mit mittlerem Standard. Auch Häuser mit den Klassen A und B erzielen noch merkliche Preisaufschläge.
Wohnungen: Bis zu 20 Prozent Preisplus für beste Energiebilanz
Bei Eigentumswohnungen wirkt sich die Energieeffizienz ebenfalls sprürbar auf den Angebotspreis aus, allerdings fallen die Abschläge bei ineffizienten Objekten etwas geringer aus als bei Häusern, teilt Immowelt mit. Wohnungen mit der schlechtesten Energieeffizienzklasse H werden im Mittel rund neun Prozent günstiger angeboten als vergleichbare Apartments mit der Klasse D.
Ein Grund dafür könnte den Maklern zufolge sein, dass Wohnungseigentümer energetische Sanierungskosten in der Regel innerhalb der Eigentümergemeinschaft tragen, wodurch die finanzielle Belastung für einzelne Käufer geringer ausfällt als bei Häusern.
Trotzdem kosten Apartments mit der Energieklasse A+ durchschnittlich rund 20 Prozent mehr als vergleichbare Objekte mit mittlerem Energiestandard. Auch Wohnungen der Klassen A und B werden auf der Plattform spürbar teurer angeboten.
Preise für effiziente Immobilien entwickeln sich stabiler
Die wachsende Bedeutung der Energieeffizienz zeigt sich auch bei der Preisentwicklung seit dem Zinsanstieg und der Energiekrise im Jahr 2022.
Wohnimmobilien mit hoher Energieeffizienz verzeichneten infolge der gestiegenen Zinsen zwar zunächst gemeinsam mit dem restlichen Markt sinkende Angebotspreise, so Immowelt, erholten sich anschließend aber deutlich schneller.
Ineffiziente Gebäude gerieten demnach während der Marktphase nach dem Zinsanstieg 2022 stärker unter Druck. Neben gestiegenen Finanzierungskosten spielten auch höhere Energiepreise sowie die Debatte um strengere energetische Vorgaben eine Rolle. Entsprechend mussten Verkäufer häufig größere Preisabschläge akzeptieren.
Gleichzeitig bleiben solche Immobilien für viele Käufer ein möglicher Einstieg in den Markt. Der niedrigere Kaufpreis kann es ermöglichen, eine Immobilie zu erwerben und notwendige energetische Sanierungen erst zu einem späteren Zeitpunkt umzusetzen.
Immowelt Price Map interaktiv: Angebotspreise in unterschiedlichen Regionen
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