Von IVD Junioren zu IVD Reals: Mehr als ein neuer Name
Frau Kuhnert, sind die IVD Real Estate Potentials (Reals) Ihr Baby?
Jeannette Kuhnert: Ja und nein. Ich möchte meinen Vorgängerinnen und Vorgängern nicht Unrecht tun. Die Gruppierung der IVD-Junioren gab es ja schon vorher. Es gab also auch lange ein bestehendes Netzwerk, das aber durch Corona extrem gelitten hat. Und dann sind wir vom Verband einfach nicht mehr so richtig in den Tritt gekommen, es wieder aufzubauen. Das haben wir auf Bundesebene erkannt. Ich wurde dann angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, im Präsidium mitzuarbeiten aus einer Perspektive heraus, die nicht so verbandsgeprägt ist.
Seit wann sind Sie selbst IVD-Mitglied?
Seit 2014. Aber ehrlich gesagt, ich habe da nicht so viel gemacht, habe in Hamburg einen Stammtisch organisiert und das war’s. Ich habe dann fürs Präsidium kandidiert und bin auch gewählt worden.
IVD-Nachwuchsnetzwerk: Von Corona gehemmt, jetzt wiederbelebt
Und Sie haben sich auf das Netzwerk fokussiert …
Mein Ziel war tatsächlich, ihm wieder neues Leben einzuhauchen. Immerhin habe ich von ihm früher selber profitiert. Mein damaliger Chef, Geschäftsführer Axel Wittlinger, unterstützte mich dabei. Jetzt wollen wir es aufleben lassen mit neuem Branding und einer gezielten Marketingstrategie, mit zielgerichteten Themen, die sich auf die Zielgruppe der Auszubildenden, Studierenden und jungen Berufseinsteiger konzentrieren. Letztendlich ist es dann schon mein Baby geworden durch diese Namensänderung in "IVD Reals".
Wie sehen Ihre Marketingaktivitäten aus?
Inzwischen haben wir unsere eigene Homepage und starten mit Social Media durch. Immerhin haben wir den Kanal des Bundesverbands schon einmal im Monat für die Reals gekapert. Im Moment haben wir noch nicht genug Reichweite für einen eigenen Kanal, aber das wird kommen.
Nur LinkedIn?
Nein, auch Facebook und Instagram. Hier justieren wir und arbeiten uns langsam voran. Der Bundesverband ist dabei super agil. Aber man darf nicht vergessen: Wir haben 6.000 Mitgliedsunternehmen mit etwa 80.000 Mitarbeitenden, also einen sehr großen Organisationsapparat. Und sind halt kein Speedboot, wenn es um die Umsetzung solcher Dinge geht.
Bis zu welchem Alter darf man denn Mitglied sein?
Es gibt keine fixe Altersgrenze. Wir haben einmal die kostenfreie Mitgliedschaft Reals light und dann die Mitgliedschaft mit Stimmrecht und einem erweiterten Zugang. Diese vergünstigten Mitgliedschaften, zwischen null und zehn Euro pro Monat, hat man nur während der Ausbildung bzw. im Studium.
IVD Reals: Social Media, Mitgliedschaft & Vorteile für junge Immobilienprofis
Was sind die Vorteile dieses Netzwerks, warum sollte man unbedingt eintreten?
Jedes Netzwerk zielt darauf ab, dass man sich weiterbildet und über die Vernetzung einen Wettbewerbsvorteil hat. Hier ist man unter Gleichgesinnten. Oft ist es auch so, dass jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen nur schwer an Fachinformationen im Bereich Makler, Verwalter, Sachverständige kommen, weil sie in einem Betrieb nicht so sehr auf dem Schirm sind. Deshalb ist es immer gut, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.
Wer kann denn bei den Veranstaltungen, die die Reals organisieren, mitmachen?
Im Prinzip jeder, der sich dafür interessiert. Da gibt es keine offizielle Altersgrenze. Wobei die sich von selbst ergeben wird. Wenn wir eine Veranstaltung für die Reals machen, etwa einen Stammtisch, da sitzen dann 25 Anfang 20-Jährige. Das ist vielleicht nicht so interessant für einen 50-Jährigen.
Finanzierungsthemen werden bei den Reals nicht gespielt?
Weniger. Wenn sich jemand besonders für diesen Bereich interessiert, könnte es in einem anderen Netzwerk interessanter sein. Es ist aber immer wichtig, auch über den beruflichen Tellerrand hinauszublicken: Welche unterschiedlichen Berufsgruppen gibt es, mit denen ich als Makler zu tun haben könnte? Wie tickt ein Asset Manager, wenn ich einen Vertrag verhandele? etc. Wir wollen eine Schnittstelle zur großen weiten Immobilienwelt sein.
Können nur Mitglieder des IVD teilnehmen?
Mit der Mitgliedschaft bei den Reals wird man automatisch IVD-Mitglied. Auch wenn das Unternehmen, für das ich als junger Mensch arbeite, vielleicht kein IVD-Mitglied ist.
Teilnahme, Struktur und Bedeutung der Reals für junge Immobilienfachkräfte
In welche Strukturen sind die Reals eingebettet?
Sie sind Teil der sechs Regionalverbände, die es gibt. Dort wird etwa sondiert, wo es eine Partnerveranstaltung geben kann, etwa mit unserer Partner-Hochschule, der DIA, oder unserer verbandseigenen Akademie, der EIA. Allerdings sind die Verbände unterschiedlich aktiv. Der Regionalverband Nord hat mittlerweile um die 120 Reals-Mitglieder. Bei dem letzten Stammtisch waren 35 Teilnehmer live dabei. Und noch haben wir nicht in jedem Regionalverband überhaupt genug Reals-Mitglieder, um eine Veranstaltung sinnvoll organisieren zu können.
Reicht das bisherige Veranstaltungsportfolio des IVD nicht aus?
Die Hemmschwelle, zu einer bestehenden Veranstaltung zu gehen, ist ziemlich groß, weil sich dort natürlich Geschäftsführer von Unternehmen tummeln, mit denen man nicht wirklich weiß, worüber man sprechen kann. Unsere Aufgabe ist es, hier Formate zu schaffen, die die jungen Menschen abholen und bei denen sie trotzdem mit der Immobilienwirtschaft in Kontakt kommen.
Gibt es Kontakte zu anderen Netzwerken?
Ja durchaus, etwa zu FRETI. Weitere Kooperationen sind in Planung.
Inwieweit sind die Reals wichtig für den IVD?
Interessieren sich junge Leute noch für Verbandsarbeit? Vielleicht habe ich den Vorteil, dass ich das als jüngere Frau selber vorlebe. Und so etwas motiviert andere, glaube ich. Aber eines ist auch klar: Wenn wir uns jetzt als Verband nicht darum kümmern, ihn auch für jüngere Mitglieder attraktiv zu machen, wird sich das Thema Mitgliedschaft in einigen Jahren von selbst erledigen.
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