Trend Singlehaushalt: 2040 lebt jeder vierte Deutsche allein

2018 lebte jeder fünfte Deutsche für sich alleine, 2040 wird es bereits jeder vierte sein, prognostiziert das Statistische Bundesamt. Die Zahl der Haushalte mit drei oder vier Personen wird demnach in den nächsten Jahren weiterhin kontinuierlich abnehmen.

Damit setzt sich der Trend zum Singlehaushalt der vergangenen Jahre weiter fort: Zwischen 1991 und 2018 ist die Zahl der Einpersonenhaushalte in Deutschland den Statistikern zufolge bereits um 46 Prozent auf 17,3 Millionen Haushalte gestiegen – bis 2040 werden es 19,3 Millionen Single-Haushalte sein – dann werden 24 Prozent aller in Privathaushalten lebenden Menschen alleine wohnen. Im Jahr 2018 waren es 21 Prozent.

Die Gesamtzahl der Privathaushalte (Gemeinschaft von Personen, die zusammen wohnen und wirtschaften) wird nach den Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes bis 2040 auf 42,6 Millionen zunehmen. 41,4 Millionen waren es im Jahr 2018. Das wäre ein Plus von drei Prozent. Zugleich dürfte jedoch die Zahl der Menschen in diesen Wohnungen um rund ein Prozent von 82,5 Millionen auf 81,7 Millionen sinken, schreiben die Statistiker. Die durchschnittliche Zahl der Personen pro Haushalt wird bis 2040 auf 1,9 Personen abnehmen – zwischen 1991 und 2018 ist der Wert bereits von 2,3 auf zwei Personen gesunken. 

Haushalte mit drei und vier Personen werden kontinuierlich weniger

Zwar hat bundesweit die Zahl der Eheschließungen und Geburten in den vergangenen Jahren wieder zugenommen und wird wohl den stark rückläufigen Trend bei Haushalten mit drei und vier Personen noch etwas abbremsen – trotzdem werden nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes wegen der demografischen Entwicklung künftig weniger Menschen in Haushalten mit mehr als zwei Personen leben als heute noch.

So wird die Zahl der Zweipersonenhaushalte in der Statistik von 14 Millionen (2018) voraussichtlich noch bis 2028 leicht um 270.000 steigen und anschließend bis 2040 wieder auf zirka 14,1 Millionen zurückgehen. Die Zahl der Haushalte mit drei Personen wird kontinuierlich abnehmen und 2040 mit 4,4 Millionen um elf Prozent niedriger liegen als 2018. Die Zahl der Haushalte mit vier oder mehr Personen wird bis 2040 um sieben Prozent auf 4,8 Millionen sinken. 

Zahl der Einzelhaushalte steigt in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen am deutlichsten

Deutlich mehr Einzelhaushalte erwartet das Statistische Bundesamt bis 2040 in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen: In diesen Bundesländern werde die Zahl der Alleinlebenden um jeweils rund 16 Prozent steigen – auf 3.115 Singlehaushalte in Bayern, 2.423 in Baden-Württemberg und 1.496 in Hessen. Einzig und allein in Bremen wird die Zahl der Singlehaushalte leicht sinken, so die Prognose: Von 183 (2018) auf 179 Singlehaushalte im Jahr 2040.

Die Gesamtzahl der Privathaushalte wird bis 2040 voraussichtlich am stärksten in Baden-Württemberg und Bayern zunehmen (jeweils um sieben Prozent) auf 5.671 beziehungsweise 6.909. Die regionalen Unterschiede zwischen den Bundesländern in der Entwicklung der Privathaushalte erklären die Statistiker mit den demografischen Strukturen und der erwarteten künftigen Bevölkerungsentwicklung in den jeweiligen Bundesländern.

Ein besonders starker Rückgang der Haushaltezahl insgesamt ist der Prognose zufolge bis 2040 gegenüber 2018 in Sachsen-Anhalt (minus neun Prozent) und Thüringen (minus acht Prozent) zu erwarten. 


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