IW-Wohnindex

Mieten steigen stark, Kaufpreise bleiben moderat

Die inserierten Wohnungsmieten kletterten bundesweit um vier Prozent, in Köln sogar um 7,9 Prozent, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet. Beim Kauf hingegen: nur 0,8 Prozent mehr – bei einem deutlich gewachsenen Angebot.

Neubau Wohnungen Neubausiedlung

Im zweiten Quartal 2026 haben die Angebotsmieten weiter merklich angezogen, die Kaufpreise stiegen nur noch moderat beziehungsweise stagnierten, zeigt der aktuelle Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

Während immer mehr Kaufobjekte inseriert werden, bleibt das Mietangebot in vielen Städten knapp. Wie sich die Dynamik regional entwickelt.

Wohnen wird teurer: Mehr Dynamik bei den Mieten

Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuern sich laut der aktuellen IW-Analyse gegenüber dem zweiten Quartal 2025 jeweils um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 steigen die inserierten Preise um 0,2 für Häuser und um ein Prozent für Wohnungen.

Die Angebotsmieten steigen weiterhin spürbar. Bundesweit liegen sie jetzt vier Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals und 1,3 Prozent über dem direkten Vorquartal. Wohnen wird damit sowohl im Miet- als auch im Kaufsegment teurer, aber mit deutlich höherer Dynamik auf den Mietmärkten.

Kaufpreise in Großstädten entwickeln sich unterschiedlich

Regional nimmt die Differenzierung der Studie zufolge zu. Bei den Kaufpreisen zeigen sich leichte Rückgänge in den "Top 7"-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart, während die übrigen Großstädte und deren Umland moderate Zuwächse verzeichnen. Die Mieten steigen dagegen in allen Regionstypen, am stärksten in den Großstädten außerhalb der sieben größten Metropolen.

Die Unterschiede zwischen den deutschen Großstädten reichen bei der Entwicklung der Kaufpreise auf Jahressicht von einem Plus von fünf Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München. Bei den Mieten verzeichnet Köln mit 7,9 Prozent den stärksten Anstieg. Auch in Berlin steigen die Angebotsmieten wieder, nachdem sie sich zuvor schwächer entwickelt hatten.

Längerer Vermarktungszeitraum: Kaufangebot steigt deutlich

Das Kaufangebot ist seit der Zinswende deutlich gestiegen: Wir die Ökonomen mitteilen, werden aktuell gegenüber dem ersten Quartal 2022 bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. Das sei vor allem Ausdruck der gesunkenen Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands.

Das Mietangebot wiederum bleibt vielerorts deutlich reduziert. Bundesweit liegt die Zahl der Mietinserate knapp zwölf Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022. Besonders ausgeprägt ist die Verknappung in Großstädten. Nur in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022. Langfristig bleibt es aber hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück.

Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot. 

Zum vollständigen Report: IW-Wohnindex Q2 2026 (PDF)

 

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dpa

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