ZIA-IW-Stimmungsindex

Erholung der Immobilienwirtschaft auf wackligen Beinen


ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Ausblick auf 2026

Das Hoch nach dem Antritt der neuen Bundesregierung ist verflogen. Die Erholung der Immobilienbranche nach der Krise ist fragil, wie die aktuelle Umfrage von ZIA und IW zeigt. Wie es um die Aussichten auf 2026 bestellt ist. 

Im ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) für das vierte Quartal 2025 haben die befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage mit 12,9 Punkten schlechter (minus 9,1 Punkte) eingeschätzt als im Vorquartal – auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate geben nach: um 4,7 Punkte auf nun 20,1 Punkte.

Das Immobilienklima insgesamt erreicht nur noch einen Wert von 16,4 Punkten (minus 6,9 Punkte) und liegt damit deutlich unter dem Wert von 25,2 Punkten in diesem Sommer, als der höchste Stand seit der Zinswende 2022 erreicht worden ist.

Immobilienexperten: Einschätzung der Assetklassen

Das Sommerhoch nach dem Antritt der neuen Bundesregierung ist damit verflogen.

ZIA-IW-Index-Ergebnisse der abgefragten Assetklassen im Überblick:

  • Im Bürosegment bleibt die Lage nach dem Zwischenhoch im Sommer schwach (plus fünf Punkte auf 16,9 Punkte). Die Erwartungen sinken um 7,4 Punkte auf 20 Punkte. Das Klima erreicht 18,5 Punkte (minus ein Punkt). Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig und die Aussichten hinsichtlich der Büroflächennachfrage pessimistisch. Die Preiserwartungen drehen zum Jahresende wieder ins Negative. Die Nachfrage im Mietsegment bleibt aber stabil und die Transaktionen und Umsätze nehmen zu. Bemerkenswert ist, dass nun eine große Mehrheit der befragten Unternehmen 2026 die Bestände verkleinern will.
  • Bei den Wohnimmobilien wird die ungünstigste Geschäftslage seit nahezu zwei Jahren gemessen: Der Index fällt nun deutlich um 14,3 Punkte auf 17,1 Punkte. Auch die Erwartungen sind schwächer, sodass sich das Klima deutlich um 7,6 Punkte auf 16,7 Punkte verschlechtert. Bei den Mieten und Preisen bleiben die Erwartungen positiv. Der Transaktionsmarkt belebt sich zunehmend. In vielen Regionen ist der Bedarf weiter hoch und wird nicht mit ausreichend Angebot gedeckt. Die angekündigten Reformen der Bundesregierung zur Stärkung des Wohnungsbaus können die Aussichten nicht verbessern.
  • Das Segment Projektentwicklung leidet weiter unter der schwachen Nachfrage und den hohen Kosten. Ein besseres Lagebild steht schwachen Erwartungen für 2026 gegenüber. Entsprechend bleibt das Klima auf niedrigem Niveau und steigt nur geringfügig um 0,8 Punkte auf 11,3 Punkte. Insgesamt ist zu erkennen, dass sich die Immobiliennachfrage nach und nach wiederbelebt, allerdings auf einem überschaubaren Niveau. Die Branche setzt daher auf weitergehende Reformen, um die Rahmenbedingungen für das Bauen nachhaltig zu verbessern.

"Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, wie entscheidend ein konsequenter Reformkurs ist. Der Gebäudetyp E muss schnell kommen – und zwar als klar definierter, kostenoptimierter Basisstandard ausgestaltet und nicht als kompliziertes Sondermodell mit zusätzlichen Haftungsrisiken", erklärt ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. Bezahlbares Bauen auf dem Basisstandard müsse zum neuen Normal werden.

Steigende Baupreise und Bauzinsen

Die Sonderfrage im aktuellen ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex befasst sich mit den Erwartungen für das Jahr 2026 in Bezug auf Baukosten, Bauzinsen und Inflation. Die Ergebnisse zeigen, dass die Immobilienunternehmen weiterhin von anspruchsvollen, zugleich jedoch stabileren Rahmenbedingungen ausgehen.

Für die Baupreise erwarten die Experten einen moderaten Anstieg um 2,6 Prozent. Die Bauzinsen werden nach Einschätzung der Befragten auf einem Niveau von etwa 3,7 Prozent verharren. Und hinsichtlich der Inflation rechnen die Unternehmen für das Jahr 2026 mit einer Rate von 2,2 Prozent.

Dr. Ralph Henger, Senior Economist am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), ordnet ein: "Die Immobilienwirtschaft tastet sich aus der Schwächephase heraus, doch die Erholung bleibt fragil und stark von verlässlichen politischen Rahmenbedingungen abhängig."

ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex: Hintergrund

Der Immobilienstimmungsindex (ISI) wird vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) seit 2020 vierteljährlich in Kooperation mit dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) erstellt, um zeitnah Informationen über die Lage und die Erwartungen von Investoren und Projektentwicklern zu gewinnen. Angeschrieben werden Geschäftsführer und leitende Angestellte von zirka 1.200 Unternehmen.

Zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) und den Quartalsgutachten

Keine News verpassen mit dem Newsletter Immobilienwirtschaft

News rund um die Immobilienwirtschaft – dienstags direkt in Ihr E-Mail-Postfach

Jetzt zum Newsletter Immobilienwirtschaft anmelden


Das könnte Sie auch interessieren:

BauGB-Novelle: Das plant die schwarz-rote Regierung

Effizienzhaus 55-Plus-Förderung startet: die Konditionen

Maßnahmen gegen eine dysfunktionale Wohnungspolitik

Bauturbo-Gesetz: So soll die Wohnungskrise gelöst werden

dpa

0 Kommentare
Das Eingabefeld enthält noch keinen Text oder nicht erlaubte Sonderzeichen. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingabe, um den Kommentar veröffentlichen zu können.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion