Wo Eigentumswohnungen wieder an Wert gewinnen
Im Durchschnitt aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte sind die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand 2025 gegenüber dem Vorjahr real (nach Abzug der Inflationsrate von 2,2 Prozent) um 0,6 Prozent gestiegen. Im Jahr 2024 lagen die Preise real 2,8 Prozent und 2023 sogar 10,1 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahresniveau.
Das sind Ergebnisse einer Analyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) für den Postbank Wohnatlas 2026.
Preise steigen vor allem in den Mittelstädten
In den sieben größten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart hat das HWWI einen Preisanstieg von real 0,2 Prozent im Schnitt errechnet. In den anderen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern wurden Eigentumswohnungen um real 0,8 Prozent teurer, in den Landkreisen um 0,5 Prozent. Unter den Großstädten ist vor allem Potsdam noch kostspieliger geworden. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen in der Hauptstadt Brandenburgs real durchschnittlich um 14,3 Prozent auf 5.897 Euro pro Quadratmeter.
Besonders stark ist der Aufwärtstrend in den Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern (Mittelstädte) zu spüren: Im Durchschnitt stiegen die Preise für Eigentumswohnungen 2025 in diesem Segment real um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Unter den Mittelstädten sticht laut Analyse vor allem Pirmasens in Rheinland-Pfalz heraus mit einem Kaufpreisanstieg bei Bestandswohnungen um real 11,4 Prozent. Dabei sind die Quadratmeterpreise mit durchschnittlich 1.482 Euro aber immer noch auf niedrigem Niveau. In Cottbus (Brandenburgs) legten die Preise ebenfalls deutlich zu, besonders im hochpreisigen Angebot, heißt es Postbank Wohnatlas 2026.
Große Unterschiede in den Metropolen
In den sieben Metropolen entwickelten sich die Preise den Wissenschaftlern zufolge sehr unterschiedlich. In Berlin und Stuttgart sanken sie real im Vergleich zum Vorjahr – in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sogar um 1,4 Prozent. In Frankfurt am Main blieben die Preise nahezu unverändert.
Den höchsten inflationsbereinigten Anstieg verzeichnete Hamburg mit durchschnittlich ein Prozent, gefolgt von München mit gerundet ebenfalls einem Prozent. Beide bleiben ein teures Pflaster: Eine Eigentumswohnung im Bestand kostete hier im vergangenen Jahr 9.070 beziehungsweise 6.394 Euro pro Quadratmeter.In der im Vergleich günstigsten Metropole Stuttgart lag der Quadratmeterpreis 2025 bei 4.737 Euro.
Auch im Umland der "Top 7" sind die Kaufpreise inflationsbereinigt nur teilweise wieder gestiegen. Das betrifft vor allem das Umland von Hamburg mit Ausnahme des Landkreises Herzogtum-Lauenburg (minus 1,9 Prozent) und den Speckgürtel von Köln mit Ausnahme der Stadt Leverkusen (minus 0,8). Im Umland von Stuttgart sanken die Preise weit überwiegend, nur im Landkreis Göppingen stiegen sie real um 1,8 Prozent.
Die "Top 7"-Städte im Vergleich
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in den sieben größten deutschen Städten.
Stadt | Quadratmeterpreis 2025 Wohnungen im Bestand | Veränderung 2024 - 2025 (inflationsbereinigt) | |
1. | Hamburg | 6.394 Euro | + 1,05 Prozent |
2. | München | 9.070 Euro | + 1,00 Prozent |
3. | Düsseldorf | 5.164 Euro | + 0,93 Prozent |
4. | Köln | 5.029 Euro | + 0,82 Prozent |
5. | Frankfurt/Main | 6.293 Euro | - 0,04 Prozent |
6. | Berlin | 5.796 Euro | - 1,24 Prozent |
7. | Stuttgart | 4.737 Euro | - 1,37 Prozent |
Quellen: Value AG (Empirica-Systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
Kaufpreise stagnieren in Ferienregionen
Auf Ebene der Bundesländer fiel der durchschnittliche Preisanstieg in der Auswertung für Eigentumswohnungen in Sachsen über alle Landkreise und kreisfreien Städte mit real 5,2 Prozent am stärksten aus. Im Vorjahr gab es hier noch den stärksten Preisabfall (minus 4,4 Prozent). Auch in Rheinland-Pfalz (plus drei Prozent), Bremen (plus 2,9 Prozent) und Brandenburg (plus 2,4 Prozent) wurden Wohnungen im Schnitt deutlich teurer. In Thüringen sanken die Preise dagegen um 5,2 Prozent – ebenso wie in Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein.
In den alpenländischen Ferienregionen zeigt sich im Postbank Wohnatlas 2026 noch keine Trendwende: Die Preise gingen 2025 im Durchschnitt real um 1,1 Prozent zurück. Ein Beispiel ist der bayerische Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in dem Eigentumswohnungen real 3,1 Prozent günstiger waren als im Vorjahr. Im Südwesten Bayerns stiegen die Preise dagegen inflationsbereinigt leicht an.
In den Ferienregionen an der Nord- und Ostsee bleiben die Kaufpreise auf einem hohen Niveau. Einbußen gab es aber in besonders hochpreisigen Kreisen: Nordfriesland mit den Urlaubsinseln Sylt, Föhr und Amrum hat mit 7.886 Euro pro Quadratmeter die zweithöchsten Preise für Eigentumswohnungen in ganz Deutschland, 2025 sanken sie jedoch real um 7,4 Prozent. Im niedersächsischen Landkreis Aurich, zu dem die Inseln Juist, Norderney und Baltrum gehören, gingen die Preise um 8,6 Prozent zurück. In den Landkreisen an der schleswig-holsteinischen Ostsee stiegen sie inflationsbereinigt an.
In Deutschlands teuerster Region, der Stadt München, mussten Käufer 2025 mehr als 9.000 Euro pro Quadratmeter ausgeben. Auch die umliegenden bayerischen Landkreise Miesbach, München und Starnberg blieben mit mehr als 6.500 Euro pro Quadratmeter hochpreisig. Besonders niedrig liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in den meisten Regionen Mitteldeutschlands. Die günstigste Region war der Vogtlandkreis in Sachsen mit 900 Euro pro Quadratmeter. Auch im thüringischen Landkreis Greiz lagen die Preise mit durchschnittlich 944 Euro pro Quadratmeter im dreistelligen Bereich.
Top 10 der teuersten Regionen
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten.
Stadt/Landkreis | Quadratmeterpreis 2025 Wohnungen im Bestand | Veränderung 2024 - 2025 (inflationsbereinigt) | |
1. | München, Stadt | 9.070 Euro | + 1,0 Prozent |
2. | Nordfriesland, Landkreis | 7.886 Euro | - 7,4 Prozent |
3. | Miesbach, Landkreis | 7.689 Euro | - 3,9 Prozent |
4. | München, Landkreis | 6.865 Euro | + 0,1 Prozent |
5. | Starnberg, Landkreis | 6.681 Euro | - 1,4 Prozent |
6. | Hamburg, Stadt | 6.394 Euro | + 1,0 Prozent |
7. | Frankfurt/Main, Stadt | 6.293 Euro | - 0,04 Prozent |
8. | Garmisch-Partenkirchen, Landkreis | 6.073 Euro | - 3,1 Prozent |
9. | Potsdam, Stadt | 5.897 Euro | + 14,3 Prozent |
10. | Aurich, Stadt/Landkreis | 5.818 Euro | - 8,6 Prozent |
Quellen: Value AG (Empirica-Systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
Postbank Wohnatlas 2026
Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Analyse, die den ersten Studienteil des Wohnatlas 2026 darstellt, wurde unter der Leitung von Dr. Dirck Süß, Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.
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