Warum sich digitale Makler nicht durchgesetzt haben
Herr Roth, Sie haben mit Maklaro eines der ersten rein digitalen Maklermodelle aufgebaut. Wie fällt Ihr Rückblick aus?
Nikolai Roth: Es war eine wichtige Pioniererfahrung. Wir haben gezeigt, was digitale Prozesse leisten können. Gleichzeitig wurde klar: Ohne lokale Marktkenntnis und persönliche Bindung funktioniert das Geschäft nicht. Immobilien sind Vertrauenssache.
Makler: Grenzen digitaler Modelle
Wo lagen die Grenzen digitaler Modelle?
Kurzfristig waren sie effizient, langfristig nicht profitabel skalierbar. Entscheidend ist bis heute die lokale Präsenz. Gerade ältere Eigentümer brauchen jemanden, der sie „an die Hand nimmt“. Emotionen und Vertrauen kann keine Plattform ersetzen.
Heute gilt das hybride Modell als Branchenstandard. Was macht es aus?
Die Mischung aus digitaler Leadgenerierung, zentralen Prozessen und CRM im Hintergrund – kombiniert mit persönlicher Betreuung vor Ort. Klassische Makler arbeiten längst so. Reine Online-Anbieter verlieren Marktanteile, weil sie diesen persönlichen Teil vernachlässigen.
Digitale Makler: Marktanteile noch gering
Wie groß ist der Marktanteil der hybriden Anbieter insgesamt?
Immer noch sehr klein. Zusammen kommen sie auf etwa 2,5 Prozent. In Deutschland stehen jederzeit mehr als 280.000 Häuser und Wohnungen zum Verkauf. Der Markt ist extrem fragmentiert, geprägt von tausenden lokalen Anbietern sowie Banken und Sparkassen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Gewinnen werden diejenigen, die Effizienz und Service verbinden: digitale Prozesse im Hintergrund, persönliche Nähe und regionale Verwurzelung im Vordergrund. Modelle, die allein auf Volumen und Kapital setzen, haben keine Chance.
Heute sind Sie Chief Sales Officer bei Immomio. Was reizt Sie daran?
Immomio entwickelt Software für die Wohnungswirtschaft – von Bewerbermanagement bis Mieterportal. Das ist für mich die konsequente Weiterentwicklung: nicht mehr selbst Makler sein, sondern die Branche mit digitalen Werkzeugen ausstatten.
Mehr zur Zukunft und der Digitalisierung der Maklerbranche im Beitrag "Das Ende hybrider Überheblichkeit" in der aktuellen Ausgabe 05/25 der "Immobilienwirtschaft".
-
Altbau, Sanierung, Budget: So kauft die junge Generation
156
-
Notarvertrag muss 14 Tage vor Beurkundung vorliegen
136
-
Immobilienblase: Wann kippt das fragile Gleichgewicht?
932
-
So entwickeln sich die Wohnimmobilienpreise bis 2035
53
-
Provision bei Vorkenntnis des Käufers? Es kommt darauf an!
42
-
Steigende Angebote und Preise – wo Käufer jetzt profitieren
36
-
Wohnimmobilien: Preisanstieg verliert deutlich an Schwung
32
-
Immobilienprüfung mit ChatGPT – was ist möglich?
27
-
Baunebenkosten in Deutschland am höchsten
19
-
Befristetes "Umwandlungsverbot" bis Ende 2030 verlängert
18
-
Neubaupreise steigen auf neuen Höchststand
11.09.20264
-
Immobilienwirtschaft: 96 Prozent halten KI für unverzichtbar
10.09.2026
-
BBSR: 20 Millionen Pendler – Wohndruck in Großstädten
09.09.2026
-
Altbau, Sanierung, Budget: So kauft die junge Generation
08.09.2026
-
Coworking in der Krise: Warum Flex Office die Antwort ist
07.09.2026
-
Investoren setzen wieder auf Handelsimmobilien
03.09.2026
-
WG-Markt: Rendite-Pause vor dem nächsten Preisschub
03.09.2026
-
Mietendeckel: Jurist sieht grünes Licht im Grundgesetz
27.08.20261
-
Mieter hängen bei der Energiewende zurück
27.08.2026
-
Wohnungsbau: Aufträge steigen – Aufschwung bleibt fragil
25.08.2026